Lost Places & Unlost Places

Baltikum

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Birsen, Birschi - Birzai, Litauen

Dieser Ort liegt nur ca. 20 km südlich vom lettischen Skaistkalne (ehem. lett.: Senberga, dt.: Schönberg) im Norden von Litauen nahe der Grenze zu Lettland und gehört damit nicht mehr zum historischen Kurland. Der Ort soll dennoch auf Grund seines beeindruckenden Schlosses in der Nähe zu Lettland hier erwähnt werden. Die Geschichte von Birsen wird in verschiedenen Quellen widersprüchlich dargestellt. Der Ort wurde um 1458 (andere Quellen 1415) erstmals erwähnt. Zu dieser Zeit wurde der Ort durch Sigismund August der Familie Radziwill (lit.: Radvila) als Lohn für den Kampf gegen Tataren geschenkt. Birsen hatte als Grenzstadt eine enorme Bedeutung. Aus diesem Grund wurde von 1575 bis 1589 eine enorme Festung errichtet und immer wieder ausgebaut, um als Schutz gegen Schweden und Russen im Norden zu dienen. Durch das Aufstauen der Flüsse Agluona und Apascia wurde ein künstlicher See als weitere Abwehranlage Richtung Norden aufgestaut. In den folgenden Kriegen wurde die Festung dreimal zerstört und wiederaufgebaut. 1704 wurde die Festung durch zurückweichende Schweden gesprengt. 1804 wurde die Stadt an die Grafen Tiskevicius verkauft. (Einige Quellen geben an, dass erst unter deren Herrschaft das Schloss errichtet wurde.) Das Gebäude wurde erst 1978 -1988 restauriert. Bis dahin standen lediglich Mauerreste. Heute beherbergt das Schloss eine Bibliothek und ein Museum. Von der einstigen Festungsanlage sind nur noch die Erdwälle zu erkennen. Ein Nachfahre der Familie Radziwiill, Karol Radziwill – Botschafter von Malta in Argentinien, schenkte dem Museum 1993 eine wertvolle Karte vom hist. Fürstentum Birzai.


Onuskis, Lettland

Der Ort Onuskis liegt 3km südlich vom lettischen Ilzenbergas (dt. Ilsenberg) und ca. 60km südewestlich von Jekabpils (dt.: Jakobstadt) entfernt und gehört damit gerade nicht mehr zu den drei historischen deutschbaltischen Provinzen. Etwas versteckt steht hier die beeindruckende Ruine eines Schlosses knapp an der Grenze zu Lettland und soll deshalb hier behandelt werden. Sowohl die Auffahrtseite als auch die Parkseite werden noch heute durch zwei gewaltigen Portiken mit ionischen Säulen geschmückt. Das Schloss wurde -alten Darstellungen zufolge- links und rechts durch Seitenrisalite ergänzt. Diese sind heute nicht mehr vorhanden. Dicht neben der Ruine befindet sich ein noch recht gut erhaltenes Nebengebäude. Beim Durchstreifen des Gebäudes findet man verwahrloste Räume mit einer ganz eigenen Romantik. Das Gut Onuskis wurde bereits 1522 erwähnt. Das spätklassizistische Schloss selbst wurde Mitte des 19. Jh. unter dem Besitzer Theophilus Komar erbaut und im I. Weltkrieg schwer beschädigt. Es wird vermutet, dass das Schloss durch den berühmten italienischen Architekten Cesare Anighini (lit.: Cezaris Anikinis, 1787-1861) entworfen wurde. Zum Schloss gehörte ein weitläufiger Park im englischen Stil mit Wasseranlagen. Zu den Besitzern gehörten die Familien Rajecki (18. Jh.), Mleczkow, Kaminsky und Komar. Der letzte Besitzer war Witold Teophilus Ignaz Komar.