LOST PLACES & UNLOST PLACES

ANGRENZENDE GEBIETE

Herrenhäuser in Weissrussland / Belarus A - Z (Grodno, Wilna, Minsk)

KOBYLNIK - NARAC, NAROTSCH, NARATSCH, NARACH, WILNA - BELARUS/Weissrussland

Der heutige Ort Naratsch liegt am Naratsch-See (auch Narotsch-See) im ehemaligen Gouvernement Wilna im heutigen Belarus. Am Narotsch-See fand im März 1916 eine Schlacht statt, in der die russische Armee nach Rückzügen versuchte, aus Südosten angreifend wieder in die Offensive zu gehen. Dieser Versuch scheiterte auf Grund von militärischen Führungsschwächen. Auf der deutschen Seite kämpfte u.a. das XXI. Armee-Korps unter General Oskar von Hutier (auf einer Ansicht dargestellt). Nachweislich hat auch das. 40. Reserve-Infanterie-Regiment hier gekämpft. Leider ließen sich keine historischen Fakten zu dem Gut und dem Herrenhaus Kobylnik ermitteln. Vermutlich wurde das Herrenhaus im weiteren Verlauf des I. WK zerstört.

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Lyntupy, Wilna - Belarus/Weissrussland

Der Ort Lyntupy liegt ca. 30km nordwestlich vom Naratsch-See entfernt. Lyntupy wird 1459 zum ersten Mal im Zusammenhang mit dem Bau der ersten Kirche in dieser Region erwähnt. Das ehemalige Gut war in vielen Händen. Unter anderem gehörte es den Familien Buchinsky, Ostrowsky und Gilsen. Das Anwesen ist auch als Bischewsky-Palast bekannt. Der polnische Architekt Tadeusz Rostworowski (andere Quellen: Tadeusz Solurawsky) entwarf das 1907 erbaute Herrenhaus und die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude im Neorenaissancestil. Der Legende nach baute Josef Byschewsky den Palast für seine französische Geliebte aus Paris, die ihm versprach, ihn zu heiraten, wenn er ihr ein Schloss bauen würde. Der zweigeschossige Palast mit seinem Eckturm hatte reich geschmückte Zimmer, die in verschiedenen Stilen ausgestattet waren. So gab es Räume im chinesischen oder maurischen Stil. Ein ovaler Saal im Innern wird nach außen durch einen Erker an der Seite des Schlosses abgeschlossen. Das Schloss besaß sogar eine Zentralheizung. Der Palast hatte zwei mit Kolonnaden geschmückte Eingänge. Die ganze Anlage war wie auf einer Insel gelegen und konnte über verschiedene Brücken erreicht werden. Der umliegende Park war reich an seltenen Bäumen und stand im Sommer jedermann offen. Die Geliebte nahm das Angebot des Adligen jedoch nicht an. Dieser zog daraufhin in ein kleines Haus in der Nähe des Palastes. Im ersten Weltkrieg war Lyntupy durch die deutsche Armee besetzt. Die Bischewskys floh 1939, als die Rote Armee Lyntupy einnahm. Einer weiteren Legende zur Folge besaß das Schloss geheime unterirdische Gänge. Eine führte z.B. in die 500 Meter entfernt liegende Kirche. Angeblich hatte Byschewsky seine gesamten Wertsachen, darunter kostbares Geschirr, in den unterirdischen Gängen versteckt. 1941 war Lyntupy erneut von der deutschen Armee besetzt. Zur Sowjetzeit war eine Schule auf dem Gelände untergebracht. 1992 zog die Schule in ein neues Gebäude und das Gutsensemble stand leer. 2009 entschied die Regierung, dass der Gutskomplex zum historischen Erbe des Landes gehörte und saniert werden soll. Nach Internetangaben ist die Anlage wohl nun durch private Hand (angeblich ein Geschäftsmann aus Russland) saniert. Auch Teile des Gutsparks sind erhalten geblieben.

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OLSCHEWO/OLSCHOW/OLSZEW - Alseva/ALSCHEWA/ ALSHEVA, WILNA - WEISSRUSSLAND/Belarus

Bei dem Gut handelte es sich um ein Ensemble aus dem 18. Und 19. Jh., dass zwischen Kamarova und Lyntupy im Naratsch-Nationalpark liegt. Das Gut wurde im Wesentlichen durch die Fürsten Chominski, die führende Positionen im Militär und in der Regierung innehatten. Die Fürstenfamilie war dafür bekannt, dass sie wirtschaftlich und kulturell sehr vielseitig waren. Darum gelang es ihnen, ein wirtschaftlich fortschrittliches Gut zu bilden. Das Gut umfasste eine Ziegelei, eine Mühle, eine Bäckerei und vieles mehr. Die Familie Chominski besaß eine Umfangreiche Bibliothek mit wertvollen frühen altbelarussischen Ausgaben aus dem 16. Jh. Nach Internetangaben sind nur noch kleine Reste des Herrenhauses und Teile des Verwalterhauses und von Stallgebäuden erhalten. Der Gutspark ist heute ein Naturdenkmal von Belarus.

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Potschepowo - PacapaVa, Minsk - Weissrussland/Belarus

Der Ort liegt nur etwa 10km nordöstlich von Pinsk am Fluss Pina. Diese Region war 1916 im 1. WK und 1941 bis 1944 im 2. Weltkrieg durch deutsche Truppen besetzt. Über das dargestellte beschädigte Herrenhaus konnten keine weiteren Fakten ermittelt werden. 

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PRUZANA - PRUSCHANY, GRODNO - WEISSRUSSLAND/BELARUs

Die Stadt liegt ca. 80km nordöstlich von Brest entfernt. Der Ort wird bereits 1433 erwähnt. 1589 erhielt Pruschany das Stadtrecht. Das Land um Pruschany wurde 1795 an den Feldmarschall Rumjanzew gegeben. Er besaß das Gut jedoch nur ein Jahr. Anfang des 19. Jh. ging das Anwesen an die Familie des Bernhard Schwykowsky (Shvykovsky). In dieser Familie verblieb das Gut die nächsten drei Generationen. 1843 wurde das Gut unter den Söhnen von Peter Shvykovsky aufgeteilt. Valenty Shvykovsky besaß das Land um die Stadt Pruschany. Er erbaute am nördlichen Stadtrand an der Stelle eines hölzernen Hauses den Palast im Stil einer italienischen Villa nach Entwürfen des italienischen Architekten Francisco Maria Lanzi. 1897 wurde das Anwesen an Gräfin Kleinmichel verkauft. Sie vermietete das Anwesen bis 1939. Seit 1998 beherbergt das prachtvoll sanierte Herrenhaus ein Museum. Zu dem Schloss gehört ein Park.

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SCHEMO - SCHEMETOWO/SHEMETOVO, WILNA - WEISSRUSSLAND/BELARUs

Das ehemalige Gut Schemo lag zwischen dem Swir-See (br.: Wosera Swir) und dem Narocz-See (auch Narotsch-See, br.: Wosera Naratsch) im ehemaligen russischen Gouvernement Wilna ca. 95km östlich von Vilnius entfernt. Über die Geschichte des Gutes und seiner Bewohner konnten bislang keine Fakten ermittelt werden. Es ist lediglich bekannt, dass hier im I.WK im November 1916 die Deutsche Armee ihr Quartier hatte. Das abgebildete Herrenhaus scheint nicht mehr zu existieren.

 

Die Identifikation des Herrenhauses wurde ermöglicht durch die Unterstützung von

Wolfgang Sax - Arbeitsgemeinschaft Feldpost 1914 - 1918 e.V.

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rus.: Schitnowitschi - br.: Zhitnovichi, Minsk - Weissrussland/belarus

Das dargestellte Gutshaus befand sich in Schitnowitschi (br.: Zytnavichi/Zhitnovichi) am Fluss Pina ca. 15km südwestlich von Pinsk. Diese Gegend war 1916 und 1941 - 1944 von deutschen Truppen besetzt. Über die Geschichte des Herrenhauses und dessen Besitzer konnten keine Details ermittelt werden.

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