Lost Places & Unlost Places Ostpreussen - Polen, Russland, Litauen

Polen mit Masuren R - S

Rastenburg - Ketrzyn, Ostpreussen, Polen

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Raudischken, Raudingen - Rudziszki, Ostpreussen , Polen

Das ehemalige Gut Raudischken liegt nur ca. 10km von Wegorzewo (dt.: Angerburg) entfernt unmittelbar an der Grenze zum Kaliningrader Gebiet. Das Gut wurde 1938 in Raudingen umbenannt. Der Ort wird um 1627 erwähnt. Er wurde durch Dietrich von Schlieben angelegt. Das einstige Rittergut verblieb in der Familie von Schlieben bis 1771 und ging durch Verkauf danach an die aus Kurland stammende Familie des Freiherrn Friedrich Casimir von Funck (1720-1793). 1835 gaben es die Erben an Eduard Hasford (1797- 1871). 1906 ging das Gut durch Kauf an Otto von Below (1869-1938). Es verblieb bis 1945 im Besitz der Familie. Am 19.1.1945 flüchtete die gesamte Bevölkerung vor der herannahenden Front. Nach dem II. Weltkrieg war in dem Gebäude der polnische Grenzschutz und später eine Trinkerheilanstalt untergebracht. Heute beherbergt das Haus eine Heilstätte für geistig Behinderte. Das Gutshaus wurde vermutlich um 1627 erbaut und zwischen 1800 und 1820 stark im neobarocken Stil umgebaut. Dabei wurde der Hauptbau um einen Seitenflügel ergänzt. 1950 brannte das ehemalige Herrenhaus aus. Bei dem Wiederaufbau wurden der neobarocke Ziergiebel entfernt und das Mansarddach durch ein einfaches Walmdach ersetzt.

 

Rauschken - Ruszkowo, Ostpreußen, Polen

Das Gut lag im ehemaligen Kreis Osterode (poln.: Ostroda) etwas südlich von Tannenberg (poln.: Stebark) und wurde erstmals mit dem Namen Rausl um 1397 erwähnt. Der Ort hatte um 1939 etwa 675 Bewohner. Das Herrenhaus scheint nach Internet noch zu existieren und wird wohl saniert. Weitere Fakten konnten zu dem Gut und seiner Geschichte nicht ermittelt werden.

 

Rehstall - Stachowizna, Ostpreussen, Polen

Etwas südwestlich von Ketrzyn (dt.: Rastenburg) an der Straße von Wilkowo (dt.: Wilkendorf) nach Swieta Lipka (dt.: Heiligelinde) liegt das ehemalige Rittergut Rehstall, dass bereits im Mittelalter existierte. Um 1913 war das Anwesen im Besitz eines Paul Raschke. Ende der 1920er Jahre gehörte das Gut einer Familie Ahlmann. Der letzte deutsche Besitzer war Renate von Fischer, die das Gut von ihrem Vater, Konteradmiral Reinhold von Fischer-Lossainen, geschenkt bekommen hatte. Das heute leerstehende Gutshaus im eklektizistischen Stil stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. Bei mehrfachen Besuchen waren Restaurierungsarbeiten zu sehen, die bis 2015 jedoch keine wesentlichen Fortschritte zeigten. Der einstige Gutspark existiert nicht mehr.

 

Reichenau - Rychnowo, Ostpreussen, Polen

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Reuschendorf bei Lyck - Ruska Wies bei Elk, Ostpreussen, Polen

Die Gründung des Gutes ca. 10km westlich von Elk (dt.: Lyck) erfolgte bereits im Mittelalter. In den 1920er Jahren gehörte das Gut einer Familie Juedtz. Zum Gut gehörten auch eine Brennerei und ein Sägewerk. Das Herrenhaus wurde im mehreren Schritten im 19. Jh. und im 20. Jh. erbaut und immer wieder verändert und erweitert. Erst um 1935 war es wohl vollendet. Das Herrenhaus mit Walmdach ist nun in L-Form angelegt. Über dem Eingang wird ein schmiedeeiserner Balkon von zwei Pilastern getragen. Das Herrenhaus ist erhalten und wohl im Besitz der staatlichen Verwaltung.

 

Rhein - Ryn, Ostpreussen, Polen

Die Silhouette der kleinen, im Herzen Masurens am Jezioro Rynskie (dt.: Rheiner See) gelegenen Stadt Ryn (dt.: Rhein) wird noch heute vom Ordensschloss beherrscht. 1377 ließ Ordensmeister Winrich von Kniprode auf den Resten einer prußischen Anlage die feste Burg Ryne erbauen. Die Festung war die zweitgrößte Anlage des Deutschen Ordens nach Marienburg. Um die Burg entstand auch eine Siedlung. Bei Tatareneinfall wurde der Ort Rhein geplündert und verwüstet. 1723 erhielt Rhein das Stadtrecht und wurde Verwaltungszentrum. Im weiteren Verlauf der Geschichte konnte Rhein keine besondere Bedeutung erlangen. Das Schloss diente in seiner Geschichte unterschiedlichsten Zwecken u.a. als Gefängnis. Nach dem Brand von 1881 wurde die Burg grundlegend zu einem Schloss mit etwas unpassenden Türmchen umgebaut. Nach grundlegender Sanierung ist das Schloss Rhein heute ein nobles Hotel und Tagungszentrum.

 

Rodehlen - Rodele, Ostpreussen, Polen

Unweit von Ketrzyn (dt.: Rastenburg) an der Straße nach Barciany (dt.: Barten) liegt etwas versteckt das ehemalige Gut Rodehlen. Der zwei Seiten umschließende Gutspark enthält alten Baumbestand und einen Teich. Das umzäunte Gelände ist nicht frei zugänglich und schien zumindest 2015 etwas zu verwildern. Rodehlen wurde bereits 1419 als Rittergut erwähnt. Bis in die Mitte des 19. Jh. war das Gut nur ein Vorwerk des Grafen von Schwerin auf Skandau. Später wurde das Vorwerk durch Sophie Gräfin von Schwerin (geb. Dönhoff) an Ihre Nichte Adele von Schwerin zu Hochzeit mit Werner von Alvensleben verschenkt. Im Besitz der Familie von Alvensleben verblieb das Gut bis 1945. Der letzte Gutsherr war bis zu seinem Tod nach schwerer Verwundung 1943 Major Ferdinand von Alvensleben. Seine Witwe floh mit den Kindern im Januar 1945 vor der heranrückenden Front. Der eklektizistische Bau aus dem Jahr 1861 soll dem Entwurf eines Schülers von Schinkel entstammen. Das kompakte Gebäude ist reich an Architekturdetails ohne überladen zu wirken. Nach dem Krieg war das Gut ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb und in all den Jahren in einem relativ guten Zustand. Seit 2001 ist das Anwesen in Privatbesitz.

 

Rodelshöfen - Rudlowo, Ostpreussen - Polen

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Ordensburg Rössel - Reszel, Ostpreussen - Polen

Reszel (dt.: Rössel) liegt ca. 35km südöstlich von Bartoszyce (dt.: Bartenstein) entfernt. Der Name der Stadt geht auf den pruzzischen Stamm der Barten zurück und wird in alten Schriften noch Resl geschrieben. 1241 wurde eine hölzerne Befestigung durch den Deutschen Orden errichtet. Durch Pruzzen wurde die Anlage 1242 und 1262 zerstört. 1273 wurde eine feste Burg erbaut. Anfang des 14. Jh. wurde die Umgebung der Burg besiedelt. 1347 wurde die Burg durch Litauer erneut zerstört. 1350 bis 1371 wurde erneut eine Burg errichtet, die so bis heute erhalten blieb. Im II. Weltkrieg wurde die Stadt nur wenig in Mitleidenschaft gezogen. Heute befinden sich in der restaurierten Burg ein Museum, eine Galerie und ein Restaurant.

 

Roschehnen - Rosajny, Ostpreussen - Polen

Da ehemalige Gut liegt nur 8km westlich von Bartoszyce (dt.: Bartenstein). In den 1920er Jahren gehörte das Anwesen einer Familie Brämer. Weitere Angaben zur Geschichte des Gutes und dessen Besitzer ließen sich nicht ermitteln. Das Haus mit seinem klassizistischen Dekor ist quasi ein Zwillingsbau des Landhauses in Smolanka (Landskron). Noch um 2000 war der Bau in einem heruntergewirtschafteten Zustand durch Garniec und Jackiewicz-Garniec dokumentiert. 2015 bot der etwas abseits der Straße gelegene Besitz einen sehr schön restaurierten Anblick.

 

Sandlack - Sedlawki, Ostpreussen, Polen

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Schichen, Szychen - Cichy, Ostpreussen, Polen

Das ehemalige Gut liegt nur ca. 15 km nordwestlich von Olecko (dt.: Treuburg) entfernt. Es wurde 1554 als Rittergut verliehen. Im 19. Und 20. Jh. war das Gut im Besitz der Familie Witting und ging später an die Familie Gehren. Ungewöhnlich war die Anlage durch die Nähe des Herrenhauses zu den Wirtschaftsgebäuden und den etwas abseits gelegenen Gutspark. Der heute verwilderte Park beeindruckte einst durch romantische Wege, einem Bach und kleine Brücken. Das erste Gutshaus wurde bereits 1750 erbaut. 1848 wurde das Haus in L-Form bedeutend erweitert. Der Vorbau trägt einen großen Balkon. In den 1970er war das Gutshaus in staatlichem Besitz und wurde renoviert. Dabei ging leider architektonisches Dekor verloren. Heute ist das Gebäude in einem schön restaurierten Zustand.

 

Schildeck - Szydlak, Ostpreussen, Polen

Das ehemalige Gut an der Straße von Ostroda (dt.: Osterode) nach Olsztynek (dt.: Hohenstein) wurde um 1325 durch Verleihung an Ritter Johannes Otatz in Gröben erstmals erwähnt. Die Geschichte des Gutes bleibt über fast 300 Jahre im Dunkeln. Um 1700 wird Johann von Schirstädt als Eigentümer erwähnt. Im 19. Jh. bis Anfang des 20. Jh. war das Anwesen im Besitz der Familie von Hardt. Zum Gutsbetrieb gehörten u.a. eine Pferdezucht, eine Molkerei und eine Brennerei. 1919 heiratete Lissa von Hardt den aus Schlesien stammenden Oberst Günther von Niebelschütz. Dieser wurde am 26. Januar 1945 durch russische Soldaten erschossen. Nach dem Krieg wurde das Haus als Wohnhaus eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebs genutzt. Das eklektizistische Herrenhaus stammt aus dem Jahr 1910. Der stark gegliederte Baustil mit hohen Dächern wird als „französisches Kostüm“ bezeichnet. Die Holzmansarde wirkt eher als Fremdkörper. Der Park und das ehemalige Herrenhaus befinden sich heute gut erhalten in Privatbesitz.

 

Schlobitten - Slobity, Ostpreußen, Polen

Das ehemalige Gut der Dohnas liegt nur 15 km östlich von Elblag (dt.: Elbing) entfernt. Die Ansiedlung existierte schon zu prußischer Zeit. Die ersten Besitzer des Gutes waren Mitglieder der Familie Haubitz. Nach deren Aussterben ging der Besitz an die Dohnas. Etwa im Jahr 1625 wurde durch den Burggraf Abraham von Dohna ein durch holländischen Stil beeinflusstes Herrenhaus errichtet, wurde aber durch Schweden schon kurze Zeit später wieder zerstört. 1696 bis 1721 wurde das Herrenhaus nach Plänen von Jean-Baptiste Broeben, Johann Caspar Hindersin und Joachim Ludwig Schultheiß von Unfriedt wieder erbaut und erweitert. Der Bau war ein Paradebesipiel für den barocken Baustil in Ostpreußen. 1894 wurden Veränderungen an den Seitenflügeln vorgenommen. Das Schloss wurde durch einen einmaligen barocken Park umgeben. Auch die Innenausstattung des Herrenhauses war außergewöhnlich Prachtvoll mit großen Treppen, Festsälen und weitläufigen Wohnräumen. Eine ca. 50.000 Bände umfassende Bibliothek gehörte ebenfalls zum Inventar. Das Schloss Charlottenburg stand bei der Gestaltung Pate. Um 1900 waren in dem Schloss ca. 30 Bedienstete beschäftigt. Allein zur Beheizung waren 300 Kubikmeter Holz für eine Saison notwendig. Viele bekannte der Personen der Zeit waren Gast auf Schlobitten, so z.B. der Kaiser Wilhelm II. und Hindenburg. Der letzte Besitzer war bis 1945 Fürst Alexander zu Dohna-Schlobitten (1899-1997). Am 19.1.1945 verließ die Familie Dohna-Schlobitten zusammen mit den Anwohnern und Bediensteten in äußerst gut geplanter Weise trotz des Verbotes vom Gauleiter Koch den Besitz vor der herannahenden Front. Vorher erfolgte der Versuch, so viele Kunstschätze (Gemälde, Teppiche, Skulpturen und Möbel) zu retten und nach Deutschland zu bringen. Vieles davon ging verloren oder wurde in alle Richtungen zerstreut, einiges ist im Schloss Charlottenburg in Berlin untergebracht. Das Schloss Schlobitten wurde durch Feuer vermutlich von russischen Soldaten vollständig zerstört. Heute ist die Anlage nur noch eine imposante Ruine. In der Kirche von Slobity sind noch Grabsteine der Dohnas erhalten.

 

Schlodien - Gladysze, Ostpreussen, Polen

Schlodien im ehemaligen Kreis Preußisch-Holland galt als eines der schönsten barocken Schlossanlagen in Ostpreußen und. Das Schloss selbst wurde nach Plänen von Jean de Bodt im holländischen Brock von 1701 bis 1704 erbaut. Über alle Jahrhunderte hinweg blieb das Schloss bis 1945 in seiner fast ursprünglichen Form erhalten. Das Gut Schlodien war seit 1643 im Besitz der Grafen Dohna, die ihren Stammsitz im ca. 50 km entfernten Morungen (Morag) hatten. Auf dem Gelände existierte bereits ein eingeschossiges Wohnhaus. Nach dem Brand des Familiensitzes im Morungen 1697 plante Christoph Dohna einen neuen Familiensitz und beauftragte den französischen Architekten de Bodt, der am holländischen Hof arbeitete und auch das Berliner Zeughaus und später die ostpreußischen Schlösser Carwinden, Friedrichstein und Finckenstein gestaltete. Die Ausführung erfolgte durch Johann und Caspar Hindersin. Das Schloss hat einen gestauchten H-förmigen Grundriss. Der zweigeschossige Bau wurde durch ein gewölbtes Mansarddach abgeschlossen. Unweit des Schlosses wurde ein Gebäude für die Unterbringung von Pferden und Kutschen mit einem Uhrturm errichtet (auf der Ansicht rechts vom Schloss zu erkennen). Der künstlerisch begabte Nachfolger Chistophs, Carl Florus, ließ die Innenräume im prachtvollen Rokoko gestalten. Es gab einen roten, grünen und gelben Saal mit wertvollen Gobelins und Gemälden. Nach Vorstellungen von Carl Florus wurden auch die Gartenanlagen des Schlosses gestaltet. Zu diesen Anlagen gehörten sechs Teiche. Carl Ludwig zu Dohna ergänzte den Park durch ein Teehäuschen im chinesischen Stil und ein Jagdhäuschen. 1858 wurde dem Schloss ein Anbau hinzugefügt, der als Orangerie genutzt wurde. Um 1867 wurden die Parkanlagen durch den Gartendirektor Laras umgestaltet und  erweitert. 1930 wurde durch Konrad Dohna der Garten noch einmal umgestaltet. Nach den Phasen der „sentimentalen Natursehnsucht“ mit den aufgelösten Strukturen erfolgte nun eine Rückbesinnung auf die strengere, barocke französische Form mit der dominierenden Sichtachse. Die letzten Dohnas auf Schlodien waren die Brüder Wilhelm-Christoph und Carl-Emanuel. Beide starben jung an der Ostfront im II. Weltkrieg. Beim Herannahen der Front flüchtete die Mutter der beiden Brüder nach Schleswig-Holstein. Das Schloss mit seinem wertvollen Bestand an Büchern, holländischen Gemälden, Porzellansammlungen und Möbeln wurde komplett geplündert. Nur ein Bruchteil des Inventars überdauerte die Zeit und ist heute in Morag (dt.: Morungen) und Olsztyn (dt.: Allenstein) ausgestellt. Nach dem Krieg war auch dieses Schloss im Besitz eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebes und wurde als Lager genutzt. Noch um 1980 gab es Pläne von einem Pächter, das Schloss zu sanieren. 1986 brannte die Anlage jedoch völlig ab. Bis heute ist eine eindrucksvolle Ruine erhalten.

 

Schmolainen - Smolajny, Ostpreussen, Polen

Das Anwesen liegt ca. 5km nördlich von Dobre Miasto (dt.: Guttstadt) an der Lyna (dt.: Alle). Das Gut wird bereits um 1303 erstmalig erwähnt. Das Gut war seit dem 15. Jh. im Besitz der ermländischen Bischöfe. Um 1626 wurde eine Sommerresidenz für die Bischöfe angelegt. Bischof Adam Stanislaw Grabowski erbaute hier um 1740 die bischöfliche Residenz. Der zweigeschossige Bau wurde um 1761 fertig gestellt. Die Front wird durch einen Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und durch flache Pilaster geschmückt. Der Bau wird durch ein Walmdach abgeschlossen. Der ausgedehnte Landschaftspark wurde zwischen 1765 und 1795 angelegt. Interessant ist auch der erhaltene Torturm, der um 1765 erbaut wurde und durch eine hohe Laterne gekrönt wird. Das Gut befand sich seit Anfang des 20. Jh. im Besitz der Familie Graw, die hier u.a. eine Pferdezucht betrieb. Im Dritten Reich war hier ein Landjahrlager eingerichtet. Nach dem Krieg diente das Gut als Staatsbetrieb und später als Landwirtschaftsschule. Nach der Wende wurde das Anwesen 1994 der erzbischöflichen Kurie in Olsztyn (dt.: Allenstein) zurückgegeben. Diese verpachtete die Schule unentgeltlich an die Landwirtschaftsschule. Das Herrenhaus und der Park sind gepflegt. In letzter Zeit wird hier auch wieder Pferdezucht betrieben.

 

Burg Schönberg - Szymbark, Ostpreussen, Polen

Das Schloss Szymbark (dt.: Schönberg) liegt unweit von Ilawa (dt.: Deutsch Eylau) entfernt. Die Anlage entstand als Burg um 1301 bis 1386. Das Schloss war die Sommerresidenz des Bischofs von Pomesanien. Herzog Albrecht verlieh den Besitz an den Bischof Georg von Polentz. Zwischen 1570 und 1590 wurde die Burg im Renaissancestil zum Schloss umgebaut. Namhafte Besitzer folgten: 1653 Eulenburg-Prassen, Schlieben und ab 1698 die Familie von Ernst Sigismund von Finck (später von Finckenstein). In der Folgezeit wurde das ruinöse Gebäude umfangreich saniert. Um 1856 Modifizierung im Tudorstil. In der Familie von Schlieben verblieb das Schloss bis 1945. Nach dem Krieg brannte das Schloss 1945 zu großen Teilen aus. Nach dem Krieg gab es Pläne, die Ruine zu sanieren und eine Blindenschule einzurichten. Heute ist die Burg in Privatbesitz.

 

Sczepanken, Tiefen - Szczepanki, Ostpreussen - Polen

Auf einer Anhöhe etwas abseits der Straße von Widminy (dt.: Widminnen) und Lipowy Dwor (dt.: Lindenhof) befindet sich auf einem Wirtschaftshof ein beeindruckendes Gebäude mit einem hohen Walmdach, das vermutlich ebenfalls ein Herrenhaus war. Leider ließen sich keine Fakten über dieses Gut und Besitzer ermitteln.

 


Sechserben - Kalki, Ostpreussen, Polen

Sechserben war ein nahe der Grenze zum russischen Kaliningrad und in der Nähe des Masurischen Kanals gelegenes Gut. Eine erste Gutsanlage wurde im I. Weltkrieg bei heftigen Gefechten zerstört. Heute existiert ein gut erhaltenes Herrenhaus im neubarocken Stil mit Vorbau und die Veranda und vielen Verzierungen wurden um ca. 1920 erbaut. Bis 1824 war das Gut ein Teil des großen Besitzes der Familie von Schlieben. Durch Verkauf ging es an die Familie Totenhoefer-Birkenfeld. Um 1920 wurde das Gut selbstständig und ging an den Familienzweig Totenhoefer-Sechserben. Bis 1945 war es im Besitz der Familie Plock (Rudolf und Ilse, geb. Totenhoefer). Am 23. Januar 1945 wurde das Anwesen beim Herannahen der Roten Armee verlassen. Nach dem Krieg war das Gut Sitz eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebs. Nach der Auflösung des staatlichen Betriebes kaufte ein Geschäftsmann aus Warschau das Anwesen. Dieser Geschäftsmann plant hier eine Pension einzurichten. Um 2011 war das versteckt liegende Gut nicht frei zugänglich.

 

Seehöhe - Cierzpiety, Ostpreussen, polen

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Seemen - Samin, Ostpreussen, Polen

Das kleine Gut, das unweit der bedeutungsträchtigen Orte Grunwald (dt.: Grünfelde) und Stebark (dt.: Tanneberg) am kleinen Dabrowa-See (dt.: Semnitz-See oder Damerau-See) ca. 25km südlich von Ostroda (dt.: Osterode) liegt, wurde um 1416 als Rittergut gegründet. Im 17. Und 18. Jahrhundert gehörte es der Familie von Finck zu Finckenstein in Gilgenburg. Es war zeitweise auch im Besitz des polnischen Adels. 1831 wurde es von George Negenborn erworben. Zum Gut gehörten eine Molkerei, eine Brennerei und eine Mühle. Zur Zeit der Weimarer Republik und evtl. zur Zeit des Nationalsozialismus wurde das Gut als Landjahrheim genutzt. Das Gutshaus wurde 1890 errichtet und 1900 durch einen einstöckigen Seitenanbau mit Viertelgeschoss erweitert. Die Holzüberdachung des Eingangs ist erhalten geblieben. Einst überdachte Terrassen sind nun geschlossene Veranden. Vom einstigen Gutspark, der sich bis zum See erstreckte und vom Familienfriedhof sind Reste erhalten. Heute befindet sich das Anwesen im Besitz einer staatlichen Immobilienverwaltung.

 

Silginnen - Silginy, Ostpreussen, Polen

Das ehemalige Rittergut aus dem 14. Jh. liegt 30km nordwestlichen von Ketrzyn (dt.: Rastenburg). Seit 1625 war es im Besitz der Familie Kreytzen. Anfang des 19. Jh. gehörte das Anwesen der Gräfin Viereck, die auch 1836 das Herrenhaus im neoklassizistischen Stil mit Anlehnungen an die italienische Palastarchitektur erbaute. Durch Erbschaft ging das Gut in den Besitz der Familie von und zu Egloffstein (aus Arklitten) über. Ab 1914 war Baron von Lüdinghausen der Eigentümer.  Der Gutsbetrieb war nicht profitabel und so gab Die Familie Lüdinghausen den Besitz 1927 auf und verkaufte ihn an die Ostpreußische Landegesellschaft. Ab 1927 stand das Gut leer. Kurzzeitig war das Gut im Besitz des ominösen Geheimbundes der Guoten. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde das Herrenhaus als Schulungszentrum und Seniorenheim der NSDAP bis 1945 genutzt. Ab 1945 war hier ein russisches Lazarett untergebracht und ging später in polnischen staatlichen Besitz über. Es diente als Ferienheim, Wohnhaus und Bürgermeisteramt, stand aber immer wieder auch leer. 1970 wurde das Haus durch eine Gasexplosion schwer beschädigt und verfiel (die Explosionsschäden sind noch heute im Innern zu erkennen). Lange Zeit blieb das Haus unbenutzt. 1993 begonnene Sanierungsarbeiten wurden abgebrochen und Bau verfällt weiter.

 

Skandau - Skandawa, Ostpreussen, Polen

Skandawa liegt ca. 30km nordöstlich von Ketrzyn (dt.: Rastenburg) entfernt. Das Dorf Skandau entstand im 14. Jh. Das Gut war bis in das 16. Jh. im Besitz der prußischen Familie Bronsart. Danach erfolgten mehrfache Besitzerwechsel. 1786 war das Anwesen im Besitz der Familie Dönhoff aus Dönhoffstädt. Danach erfolgte die Übernahme durch Sophie Gräfin von Schwerin (geb. Gräfin Dönhoff). Sie ist auch die Erbauerin des klassizistischen Gutshauses (1826-1828) durch Mithilfe von Karl Friedrich Schinkel. Durch Heirat ging das Gut wieder in den Besitz der Familie Dönhoff. Zuletzt war Dietrich Graf von Dönhoff (1902-1991), Bruder von Marion Gräfin Dönhoff, der Besitzer bis 1945. Ein alter Anwohner von Skandawa erzählte, dass das Schloss durch die Russen abgebrannt oder gesprengt wurde. Heute steht auf dem Gelände des ehemaligen Gutes eine Schule. Am Ortsrand befindet sich ein eindrucksvolles Bahnhofsgebäude, das einst auf der Linie Korschen-Insterburg lag.

 

Sorquitten - Sorkwity, Ostpreussen - Polen

Schloss Sorquitten, malerisch zwischen Gehland- und Lampaschsee, ca. 10km westlich von Mragowo (dt.: Senzburg) gelegen, ist eines der gut restaurierten Landschlösser im ehemaligen Ostpreußen. Das Gut Sorquitten ist eines der ältesten in Ostpreußen und wurde bereits 1379 durch den Hochmeister Winrich von Kniprode an die Brüder von Oelsen verliehen. 1472 war das Gut im Besitz derer von Schlieben. Um 1600 war die Familie Egloffstein der Besitzer. Durch Kauf erwarb Albrecht von der Groeben den Besitz. 1753 erwarb General von Bronikowsky das Anwesen. Das Schloss wurde 1788 erbaut und hat eine wechselvolle Geschichte. Mal war es in deutschem und mal in polnischem Familienbesitz. Ab 1804 war das Gut Teil der Mirbachschen Güter. Nachfolger war die Familie des Freiherrn von Paleske in deren Hände es bis 1945 blieb. Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt das Schloss seine neogotische Gestalt. Im I. Weltkrieg brannte das Schloss völlig aus, wurde aber 1920 wiederaufgebaut. Letzter Besitzer war Bernhard von Paleske. Nach dem II. Weltkrieg wurde das Schloss als Sitz einer polnischen Genossenschaft zweckentfremdet. Nach der Wende wurde hier mit viel Liebe restauriert und ein Hotel eingerichtet.


Stasswinnen, Eisermühl - Staswiny, Ostpreussen - Polen

Der Ort liegt nahe Milky (dt.: Milken), ca. 10km südöstlich von Gizycko (dt.: Lötzen) entfernt. Das Gutshaus am Rande des Ortes ist kaum auszumachen hinter Büschen. Der Ort wurde 1938 in das völlig unpassende Eisermühl umbenannt. Das Gutshaus stammt aus dem Beginn des 20. Jh. In dem Gebäude war vermutlich eine Schule untergebracht. Heute dient das Gebäude als Wohnhaus. Weitere Details zum Gut und dessen Besitzern konnten nicht ermittelt werden.

 


Stein - Dymnik, Ostpreussen, Polen

Das ehemalige Rittergut liegt etwas westlich von Rychliki (dt.: Reichenbach). Das Gut wurde bereits zur Ordenszeit gegründet. Ende des 19. Jh. war das Gut im Besitz einer Familie von Keltsch. Später war das Anwesen dann in den Händen einer Familie von Arnim. Das Herrenhaus mit seinem flachen Satteldach und den vorgezogenen, dreiachsigen Risaliten an der Auffahrt- und Parkseite entstand an der Wende vom 19. Zum 20. Jh. Das Herrenhaus mit seinem Aussichtsturm und einer kleinen, hölzernen Veranda ist erhalten geblieben.

 

Steinort - Stynort, Ostpreussen, Polen

Das Gut Steinort kam 1440 in die Hände der Grafen Lehndorff und wurde deren Stammsitz. Das Schloss der Lehndorffs, malerisch in Steinort am Dargainen See, ca. 10km südwestlich von Angerburg (pol.: Wegorzewo) gelegen, wurde 1554 erbaut und später durch Tataren weitestgehend zerstört. Seine jetzige Form erhielt es etwa 1689 durch die eingeheiratete Marie Eleonore Gräfin von Dönhoff. Zu dieser Zeit wurden auch die berühmten Eichen von Steinort angepflanzt. Das Schloss selbst ist an sich keine architektonische Schönheit, jedoch spiegelt es die verschiedenen Epochen und Geschmäcker der Besitzer bis heute wieder. Bekannt war der Herrensitz für seine erlesene Innenausstattung und Sammlungen an Gemälden, Wandteppichen und Münzen. Der letzte Besitzer aus der Familie der Lehndorffs war Heinrich Graf von Lehndorff mit seiner Frau Gottliebe bis 1944. Während des Krieges mit Russland requirierte ab 1941 der Außenminister Ribbentrop einen Flügel des Schlosses für sich, da er nicht mit den anderen Nazigrößen in den Bunkern der Wolfsschanze bzw. im Mauerwald kampieren wollte. Heinrich war im Kreis von Henning von Tresckow aktiv am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt und wurde wegen Mittäterschaft am 4. September 1944 in Berlin hingerichtet. Nach dem Krieg war das Schloss Sitz einer landwirtschaftlichen Genossenschaft, die die Gebäude leidlich in Ordnung hielt. Der einst berühmte Schlosspark verwilderte und versumpfte zusehends. Mit der Wende kam das Aus für den Betrieb. Seit dieser Zeit verfällt das Schloss. Der deutsche und auch der polnische Staat möchten das Gebäude restaurieren und zu einer europäischen Begegnungsstätte umgestalten. Die Anlage von Kreisau zum Gedenken an Moltke und den Kreisauer Kreis könnte ein schönes Beispiel dafür sein. Bis auf Lippenbekenntnisse ist bislang nicht viel geschehen. 2010 wurden wenigstens erste Maßnahmen gegen den weiteren Verfall des Schlosses unternommen. Einige Kunstgegenstände aus dem Schloss haben auf abenteuerliche Weise die Zeit auf der sächsischen Burg Kriebstein überdauert und warten auf ihre Rückführung nach Steinort. Zum 100. Geburtstag von Heinrich Graf Lehndorff wurde im Schlosspark ein Gedenkstein mit einem Zitat aus seinem Abschiedsbrief durch Familienmitglieder enthüllt. Das Schloss und der verwilderte Park mit seinen immer noch mächtigen Eichen dämmern im Dornröschenschlaf weiter vor sich hin und warten auf ihre Wiedererweckung. (Nachtrag: Bei einem weiteren Besuch im Herbst 2013 waren überraschend sowohl innen als auch außen am Schloss Restaurierungsarbeiten im Gange.)

 

Strauben - Strubiny, Ostpreussen, Polen

Ca. 15 km Südwestlich von Braniewo (dt.: Braunsberg) unweit von Lipowina (dt.: Lindenau) liegt der kleine Ort Strubiny. Über die Geschichte dieses ehemaligen Rittergutes mit seinem burgartigen Herrenhaus ließ sich so gut wie nichts ermitteln. Quellen über das nahe gelegene Gut Lindenau geben an, dass Strauben im 17. Jh. durch den Besitzer Lindenaus Albrecht von Kalnein, Landrat von Rastenburg, Strauben kaufte. Sein Sohn Hans Albrecht übergab die Güter 1704 an Joachim Melchor von Bredow. Nach dem Tod seinen Sohnes 1739 gingen die Lindenauer Besitzungen an den Grafen Sigismund von Zeiguth-Stanislawski (ein Sohn August des Starken). Nach dem Tode des Grafen und seiner Frau wurden die Güter 1773 durch den Großneffen Herzog Friedrich Carl Ludwig von Holstein-Beck übernommen, der mit Gräfin Friederike Amalie von Schlieben aus dem Haus Sanditten verheiratet war. Nach dem Tode des Grafen erfolgten einige Besitzerwechsel bis die Güter schließlich in den Besitz der Familie von Restorff übergingen, die die Güter bis 1945 besessen hat. Zu diesen Gütern gehörte vermutlich auch das Rittergut Strauben.