Lost Places & Unlost Places  Baltikum

Livland (Lettland, Estland) K - L

Kabbal - Kabala, Livland, Estland

Informationen folgen noch.

Kallenhof in Wenden - Kalnmuiza in Cesis, Livland - Lettland

Dieses Herrenhaus liegt in der Stadt Cesis (dt.: Wenden). Um 1943 muss es als Erholungsheim gedient haben. Leider ließen sich keine weiteren Details zum Herrenhaus und dessen Besitzer ermitteln.

 

Kempen - Kempji, Livland, Lettland

Das ehemalige Gut Kempen liegt zwischen Cesis (dt.: Wenden) und Sigulda (dt.: Segewold). Über das Anwesen konnten nur wenig Fakten ermittelt werden. Das Gutshaus wurde im 19. Jh. errichtet und gehörte der Familie von Wolff. Nach der Unabhängigkeit Lettlands wurde das Haus an den bedeutenden Opernsängern Paul Sakss gegeben. Das Haus wird derzeit saniert und befindet sich in Privatbesitz.

 

Kerro - Käru, Livland, Estland

Das ehemalige Herrenhaus von Käru (dt.: Kerro) liegt auf halbem Weg zwischen Rapla (dt.: Rappel) und Türi (dt.: Turgel). Das Gut von Käru wurde Mitte des 18. Jh. von einem anderen Besitz abgetrennt und als selbstständiger Betrieb etabliert. Bis 1840 gehörte es der Familie von Stauden. Danach wurde es an den Gardeleutnant Adolph Woldemar Pilar von Pilchau verkauft. 1851 wechselte es in den Besitz durch erneuten und ging an Charlotte von Ditmar (geb. Baroness Stackelberg) und ging danach durch Erbschaft 1898 an die Familie von Renteln. (Hier weichen die verschiedenen Quellen voneinander ab). Bei ihr verblieb das Gut bis zur Bodenreform 1919. Das Herrenhaus wurde 1878 im eklektizistischen Stil vom Rigaer Architekten Robert Pflug im Auftrag von Karl von Ditmar erbaut. Das Haus hat neooklassizistische Elemente. Mit seinem zerklüfteten Profil und den zwei Aussichtstürmen wirkt es etwas uneinheitlich. 1905 wurde das Anwesen durch Aufständige in Brand gesteckt aber kurze Zeit später wiederaufgebaut. Im II. Weltkrieg erlitt das Herrenhaus erneut Zerstörungen und verlor dabei die beiden Türme. Ab ca. 1922 bis 2002 befand sich eine Schule in dem Gebäude. In dieser Zeit ging die originale Inneneinrichtung verloren. Danach stand das Anwesen leer bis es privatisiert wurde. 2016 war das Haus leidlich gut erhalten und schien bewohnt zu sein.

 

Kersel - Loodi, Livland, Estland

Das ehemalige Gutshaus liegt verlassen ca. 6 km südlich von Viljandi (dt.: Fellin). Das dazugehörige Gut wurde im 16. Jh. zunächst an einem anderen Ort gegründet und gehörte Wilhelm von Tödwen. Durch Vererbung ging es an Heinrich von Tödwen und später an Maria von Tödwen, die mit Anton von Klot verheiratet war. Auf den Familiennamen Klot geht auch der heutige Name Loodi abgeleitet von Klotenhof zurück. 1679 verkaufte Otto Wilhelm von Klot das Gut seinen Onkeln Berend und Wilhelm von Bock. In der Familie von Bock blieb das Gut bis zur Enteignung 1919. Letzter Eigentümer war Bernhard von Bock. Das einstöckige, barocke Herrenhaus mit Krüppelwalmdach wurde in Holzbauweise in der 2. Hälfte des 18. Jh. erbaut. Der zweigeschossige Südflügel kam erst in der 2. Hälfte des 19. Jh. dazu. Das Gutshaus wurde bis 1967 als Schule und danach als Sportlerheim genutzt. Heute befindet es sich in Privatbesitz. In jüngster Vergangenheit wurden bei Restaurierungsarbeiten barocke Wandmalereien im Innern gefunden.

 

Burg Kirchholm, Holme - Salaspils, Livland, Lettland

Die Festungsanlage befand sich ca. 20km südöstlich von Riga auf der Insel Holme zusammen mit einer Wehrkirche. Die Burganlage war ein Verteidigungspunkt der Liven und wurde als Kastell in Rechteckform mit Mauerstärken von über 3 Metern angelegt. Die Mauern selbst wurden in Schalenbauweise ausgeführt (innen und außen sorgfältig gemauerte Schalen und mittig mit Schutt bzw. Steinen aufgefüllt). Die Anlage verfügte über zwei Tore und vermutlich einem Turm. Die Mauern trugen nach heutigem Kenntnisstand Wehranlagen aus Holz. Die Burg selbst diente wohl nur reinen Verteidigungszwecken und nicht als Wohnburg. Es wurden keine Gebäudereste im Innern der Ummauerung gefunden. Die Burg selbst wurde von Meinhard von Stein um 1190 nach der Errichtung der Anlage von Üxküll errichtet. Schon im 13. Jh. verlor Holme seine Bedeutung, da das nahe Riga aufstrebte. Die Burg wurde schließlich zerstört und nicht mehr aufgebaut. Bis in die Mitte des 20.Jh. müssen Teile des Mauerwerks erhalten geblieben sein. Ob heute noch Reste existieren, ist dem Verfasser nicht bekannt.

 

Klauenstein - Pasta Muiza, Livland, Lettland

Das ehemaliges Gut lag unweit von Koknese (dt.: Kokenhusen) an der Daugava (dt.: Düna). Der Ort mit dem heutigen Namen Pastamuiza ist kaum noch auf aktuellen Karten verzeichnet. Über die Entstehung des Gutes und seine Besitzer ist nur wenig bekannt. Es ist nur gesichert, dass das Gut zeitweise im Besitz der baltischen Uradelsfamilie von Tödwen und auch der Familie von Sass gewesen sein muss. Hans von Tödwen verkauft das Gut 1451 an die Familie Walm. 1531 ging das Gut durch Verkauf von Hans Walm an die Familie von Heinrich Stapel. 1663 verkauften Nachkommen das Gut an Jacob Becker. Dessen Enkelin heiratete den Obristen Sass, der somit 1731 in den Besitz des Gutes kam. Nachgewiesen werden kann, dass das Anwesen 1750 im Besitz der Familie von Wesseling war. Da es keine leiblichen Erben gab, wurde der Besitz 1780 an Peter von Rass veräußert. Es folgten der polnische Hofrat Daniel Friedrich von Rieß (ab 1794), Christoph Gerhard Behling (ab 1800), Georg Ferdinand von Lewezow (ab 1814) und Carl von Brümmer (ab 1830). Über die Entstehung des Gutshauses, dessen Geschichte und heutigen Zustand war nichts zu ermitteln.

 

Kokenhof - Kokmuiza, Livland, Lettland

Das nahe Valmiera (dt.: Wolmar) gelegene ehemalige Gut Kokenhof wurde bereits 1582 erstmals erwähnt. Ursprünglich wurde auf dem Gut ein hölzernes Herrenhaus errichtet. Das heutige prachtvoll erhaltene Herrenaus wurde um 1880 von den damaligen Besitzern, der Familie Schröder, errichtet. Zu dem Herrenhaus gehörte ein prachtvoller Blumenpark, der mit dem Park von Keukenhof in Holland konkurrieren konnte. Der Park wurde durch Nikolaj Anders von Hartwiss angelegt, der auf Kokenhof geboren wurde, Die Familie selbst kam ursprünglich aus der Schweiz in das Baltikum. Zu Zeiten der Familie Schröder wurde der Park erweitert. 1937 wurde das Herrenhaus in eine Schule umgewandelt und blieb es bis heute. Bei Renovierungsarbeiten 1997 wurden alte Deckengemälde wiederentdeckt. 2012 wurde der Park mit seiner Sonnenuhr rekonstruiert.

 

Burg Kokenhusen - Koknese, Livland, Lettland

Kokenhusen (lett.: Koknese) war schon um 1000 v.u.Z. eine letgallische und selonische Ansiedlung. Eine hölzerne Befestigungsanlage wurde um 1209 durch den Deutschen Ritterorden übernommen. Der Orden errichtete eine Steinburg, um die sich rasch eine Siedlung entwickelte. Die Siedlung wurde später Hansemitglied. Von 1397 bis 1562 diente die Burg als Sitz des Rigaer Erzbischofs. Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Ordens geriet das Gebiet um Koknese unter polnische Herrschaft. 1577 erfolgte die Eroberung durch russische Truppen. Während des Großen Nordischen Krieges wurde die Burg vor den herannahenden Schweden durch Sprengung zerstört. Schon im 19.Jh. wurden die Ruinen romantisch verklärt und zu einem beliebten Ausflugsziel. Das ist sie bis heute geblieben. Ursprünglich thronte die Burg hoch über der Daugava (dt.: Düna). In ihrer mehr als 500-jährigen Geschichte wurde die Befestigungsanlage mehrfach umgebaut und erweitert. Durch Aufstauung des Flusses seit den 1960er Jahren liegt die Ruine nur noch knapp über dem Wasserspiegel. Ab 2002 wurden umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen begonnen, die bis heute andauern.

 

 

Schloss Kokenhusen - Koknese, Livland, Lettland

Im 19. Jh. galt das an der Düna (Daugava) gelegene Kokenhusen (lett.: Koknese) als beliebter Erholungsort für Städter aus Riga. Im Jahre 1894 errichtete die deutschbaltische Familie von Löwenstern ein prachtvolles, neoklassizistisches Schloss nach Vorlagen des Architekten Neiburg. Dem Schloss war keine lange Existenz gegönnt, es wurde bereits im I. Weltkrieg zerstört. Die eindrucksvolle Ruine blieb wohl noch bis in die 1930er Jahre erhalten. Heute existieren nur noch die mächtigen Grundmauern des Schlosses, die in der Nähe der Burgruine von Koknese besichtigt werden können.

 

Kremon - Krimulda, Livland, Lettland

Der Grundstein für das Schloss mit seinem schlichten Dach und dem kleinen Turm (Belvedere) als Bekrönung wurde bereits um 1230 gelegt. Auf dem Gelände befand sich eine Nebenburg der Burg Treyden. Ab 1566 war die Gegend um Kremon unter polnischer Herrschaft. Die Burg wurde 1601 durch Schweden zerstört. Das Gut Kremon wurde 1625 durch den Schwedenkönig Gustav Adolf II. an Grafen Gabriel Oxenstierna verschenkt. 1726 ging es an Kapitän Helmersen über und verblieb bei ihr bis 1817. Von 1817 bis 1921 der Familie des Fürsten von Lieven. Das Schloss, dass hoch über der Gauja (dt.: Livländische Aa) gegenüber der Burg Sigulda (dt.: Segewold) und unweit der Burg Tureida (dt.: Treyden) liegt, wurde 1822 am Ort eines älteren Herrenhauses im spätklassizistischen Stil erbaut. Der Architekt ist unbekannt. Paul von Lieven ließ 1853 einen Park anlegen. Nach der Enteignung war bis 1928 ein Sanatorium eingerichtet. 1928 wurden die Seitenflügel des Schlosses verlängert. Nach dem II. Weltkrieg bis 1919 diente das Schloss als Schule. Nach der Unabhängigkeit Lettlands wurde nach langem Leerstand ein Rehabilitationszentrum eingerichtet.

 

Lachmes - Lahmes, Lahmuse, Livland, Estland

Das Gut Lachmes (dt.: Lahmuse) liegt nördlich von Viljandi (dt.: Fellin) wurde erstmals schriftlich 1593 erwähnt, als die Region unter polnischer Herrschaft war. Der Gründer war der polnische Adlige Alexander Trojanowski, der den Grundbesitz von König Sigismund III. erhielt. In alten Quellen wird das Gut sogar unter dem Namen Gut Trojanowski geführt. Schon kurze Zeit nach seiner Gründung ging der Besitz 1599 an die Familie von Wilhelm von Bock und verblieb bei ihr in den nächsten 150 Jahren. Christine Gertrud von Bock heiratete 1758 Martin Friedrich Krüdener, der die Verwaltung des Gutes übernahm. 1851 wurde das Gut durch Paul von Krüdener an Ludwig von Rathlef verkauft. Seine einzige Tochter Fanny heiratete schon 1885 den Grundbesitzer Max von Bock. Somit war der Besitz wiederum in der Familie von Bock. Das Gut verblieb bis zur Enteignung in der Familie von Bock. Seit 1926 beherbergt das ehemalige Gutshaus eine Schule. Zu dem Haupthaus gibt es diverse erhaltene Nebengebäude. Somit bildet das erhaltene Gut ein einzigartiges Ensemble. Das Herrenhaus wurde um 1837 im spätklassizistischen Stil erbaut.

 

Lappier - Olzomuiza, Livland, Lettland

Ozolmuiza (dt.: Lappier) liegt nordwestlich von Valmiera (dt.: Wolmar) und war ein Nebengut von Koskullshof / Stumpen (lett.: Kosklui) und gehörte bis 1448 der uralten Adelsfamilie Koskull. Es kam in den Besitz der Familie Korff. Durch Erbschaft und Heirat gelangte der Besitz in die Familie von Mengden und später, um 1728, in die Familie von Mellin. Das Herrenhaus wurde im frühklassizistischen Stil von Georg Johann von Mellin Ende des 18. Jh. errichtet. Bis 1952 war hier eine Landwirtschaftsschule untergebracht. Seit 1993 befindet sich hier die Grundschule von Olzomuiza.

 

Lemburg - Malpils, Livland, Lettland

Das Schloss Lemburg mit seinem imposanten Quergiebel liegt südlich von Sigulda (dt.: Segewold) und wurde als Befestigung vom Deutschen Orden schon um 1386 angelegt. 1577 nahmen dänische Truppen die Befestigung ein. Das Gut wurde 1622 nach der Eroberung durch den Schwedenkönig Gustav Adolf an den Oberst Niels Asserson Mannerskiöld verliehen. 1753 ging das Gut an Frau Strauss und später an den Landrat Wilhelm von Taube, der es 1806 an Wilhelm von Blankenhagen verpfändete. Durch Kauf erwarb Friedrich von Grote den Besitz. In den Wirren um 1905 wurde das Herrenhaus durch einen Brand zerstört aber durch Alexander von Grote im klassizistischen Stil nach Plänen von Wilhelm Bockslaff (1858 – 1945) wiederaufgebaut. Bis zur Enteignung 1920 führte die Tochter Else das Gut. Es folgten verschiedene Nutzungen des Gebäudes als Schule, Verwaltungssitz und Erholungsheim. 2008 wurde das Gebäude zum 150. Geburtstag von Wilhelm Bockslaff restauriert und dient heute als Hotel. Im Garten steht eine Bronzestatue zu Ehren von Wilhelm Bockslaff.

 

Lennewarden, Lenewaden - Lielvarde, Livland, Lettland

1201 wurde die Gegend mit einer baltischen Festung durch Bischof Albert von Buxhoeveden erobert und verlehnt an Ritter Daniel Bannerow. 1229 wurde eine Burg aus Stein errichtet. Der Besitz ging später an die Familie von Rosen. Danach war das Anwesen wieder im Besitz der Erzbischöfe von Riga und war zeitweise deren Residenz. 1577 wurde die Burg zerstört und später an dem Ort ein Herrenhaus durch den Architekten Bockslaff errichtet. Das Herrenhaus mit seinen wuchtigen Seitengebäuden galt zunächst nicht als Paradebeispiel für wohlproportionierte Bauten und wurde häufig umgebaut. Später wurde ein kolossaler Säulenvorbau angefügt, der etwas Harmonie in das Anwesen brachte. 1916 verlief hier die Dünafront mit Paul von Hindenburg als Generalfeldmarschall. Das Herrenhaus und die ganze Stadt wurden im I. Weltkrieg zerstört. Die Stadt wurde wiederaufgebaut. Die Ruine der alten Burg blieb jedoch bis heute erhalten. Das Herrenhaus mit seinen wuchtigen Seitengebäuden galt zunächst nicht als Paradebeispiel für wohlproportionierte Bauten und wurde häufig umgebaut. Später wurde ein kolossaler Säulenvorbau angefügt, der etwas Harmonie in das Anwesen brachte.

 

Lettin, Litene, Livland, Lettland

Das ehemalige Gut Lettin (lett.: Litene) westlich von Gulbene (dt.: Schwanenburg) wurde 1763 durch Katharina II. an den Grafen Minih (?) vergeben. Aber schon 1789 wurde es durch die Söhne an die Familie Vietinghoff verkauft. Im Jahr 1820 erwarb Familie von Wolff das Gut. Das Herrenhaus wurde in der ersten Hälfte des 19. Jh. im klassizistischen Stil durch Otto von Wolff erbaut. Die letzte Besitzerin bis zur Enteignung war Katharina von Wulff. In den 1920er Jahren wurde das Herrenhaus zu einer Schule umfunktioniert und ist es bis heute geblieben. Die Parkseite fällt steil zum Fluss Pededze ab. Zu dem Anwesen gehören noch heute ehemalige Wirtschaftsgebäude.

 

Lipskaln - Lipskalna Muiza, Livland, Lettland

Das Gut lag in unmittelbarer Nachbarschaft von Trikaten (lett.: Trikata) nur wenige Kilometer östlich von Wolmar (lett.: Valmiera). Es wurde bereits 1686 als eigenständiges Gut erwähnt. In Trikaten befand sich eine Ordensburg. Lipskaln gehörte mit anderen Gütern zum Kirchspiel Trikaten (lett.: Trikata) und war im Besitz von Axel Oxenstierna. Dieser erhielt das gesamte Kirchspiel von König Gustav Adolf von Schweden verliehen. Bei der Güterreduktion vielen die Güter an den Staat. 1725 wurden die Anwesen Lipskaln, Lubbenhof und andere durch Katharina I. der Livländischen Ritterschaft geschenkt. In ihrem Besitz verblieb das Gut bis 1920. Über die Entstehungsgeschichte des Gutes ließen sich keine weiteren Details ermitteln. Auch nähere Angaben zum Schicksal des langgestreckten, einstöckigen Gutshauses mit überdachter Eingangspartie sind nicht verfügbar. Die Ansiedlung scheint heute nicht mehr zu existieren.

 

Lisohn, Lizums - Lizume, Livland, Lettland

Das Gut Lisohn wurde 1596 von Robert Sesswegen übernommen. 1629 ging der Besitz an Antonius Morrie und schon 1657 an Valentin von Meyer. 1781 erwarb Baron Malama das Gut. Ab 1836 gehörter der Besitz zur Familie von Wolff, die diesen bis zur Enteignung 1920 behielt. Das prächtige Gutshaus ist vermutlich um 1830 von Baron Otto Johann Gottlieb von Wolff erbaut worden. Ende des 19. Jh. wurde es stark im modernen neugotischen Tudorstil umgebaut. In dieser Zeit wurde auch der Turm angefügt. Um 1936 wurde in dem Gebäude eine Schule eingerichtet, die es bis heute hier gibt. Das sehr gut erhaltene Schloss ist von einem schönen Park umgeben.

 

Lustifer - Lustivere, Livland, Estland

Das ehemalige Gut Lustivere (dt.: Lustifer) liegt östlich von Poltsamaa (dt.: Oberpahlen) und war Teil des Schlossgebietes Oberpahlen. Es wurde erstmals um 1552 erwähnt. Bis 1725 war es im Besitz von Heinrich von Fleck und wurde durch Katharina I. an Sigismund Adam von Wolff verliehen. Es blieb bis 1818 im Besitz der Familie bis es von Erben an Frau Magarethe von Samson-Himmelstierna (geb. Taube v. d. Issen) verkauft wurde. Durch Erbschaft ging das Gut an die Familie von Wahl. Letzter Besitzer war Leo von Wahl. Er verließ Lustifer im Oktober 1917, um den Repressalien der Bolschewiki zu entgehen.  Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Kurland kehrte er noch einmal zurück (die kurze Zeit der deutschen Eroberung wurde von ihm als „Sommernachtstraum … diese schöne Zeit der Hoffnung“ bezeichnet) um nach deren Abzug im Herbst 1918 das Gut vor der herannahenden Anarchie und Enteignung endgültig zu verlassen. Nach der Enteignung diente das Schloss zunächst als Kindersanatorium. Heute ist in dem Haus ein Pflegeheim eingerichtet. Das neogotische Herrenhaus wurde 1875 bis 1881 nach den Entwürfen des Dorpater Architekten Reinhold Guleke am Ort eines früheren Holzherrenhauses erbaut. Der neogotische Turm wurde erst 1891 hinzugefügt.