Lost Places & Unlost Places  Baltikum

Livland (Lettland, Estland) A - J

Abbia, Abia - Abja, Livland - Estland

Die erste Erwähnung des ehemaligen Gutes im Südwesten des heutigen Estlands (ca. 25 km südwestlich von Viljandi - dt.: Fellin) erfolgte im Jahre 1582 als Besitz der Familie Vietinghoff. König Gustav Adolf verlieh das Gut 1630 an Leutnant Reinhold Fersen. Nach dem Großen Nordischen Krieg war Anwesen im Besitz von Ab 1723 gehörte das Anwesen durch Tausch gegen andere Güter zunächst Baron Mauritz Lenartson von Posse und danach seinem Sohn Carl Magnus. 1788 ging das Gut durch einen Pfändungsprozess an die Familie von Friedrich von Stackelberg. Dieser gehörte das Gut bis zur Enteignung 1919. Die Familienmitglieder Reinhold und Henriette Stackelberg waren Mitte des 19. Jh. auf Grund ihres gütigen Wesens sehr beliebt in der Gegend. Der letzte Besitzer war Karl Charles von Stackelberg. Nach der Enteignung diente das Schloss als Wirtschaftsschule und nach dem II. Weltkrieg als Kinderheim. In den 1990er Jahren war in dem Gebäude eine Abteilung des Grenzschutzes untergebracht. Der Zentralteil des Gutshauses entstand unter Friedrich Adolph von Stackelberg um 1780 im spätbarocken Stil. Ende des 19. Jh. wurde auf der rechten Seite der Anbau im Historismusstil errichtet. Unweit des Schlosses sind noch eindrucksvolle Wirtschaftsgebäude erhalten.

 

Addafer - Adavere, Livland - Estland

Der Ort Adavere liegt an der Straße von Poltsamaa (dt.: Oberpahlen) nach Mäo (dt.: Mexhof), die weiter nach Tallinn (dt.: Reval) führt, ca. 8km nordwestlich von Poltsamaa. Im 15. Jh. gehörte das Land Wolter von Plettenberg und war Teil des Oberpahlenschen Schlossgebietes. Es wurde im Krieg total zerstört. Ab 1720 gehörte es der aus Schleswig-Holstein stammenden Familie des Heinrich von Fick. Ab 1750 gehörte es Erich Johann von Vietinghoff und ab 1816 dem Baron Bernhard Casper von Stackelberg. 1876 ging das Anwesen an die Familie des Nikolai von Wahl auf Pajus (estn.: Pajusi) und verblieb hier bis zur Bodenreform. Letzter Besitzer war Edward Adelhard von Wahl – Addafer (1860-1936). Ab 1928 diente das Gutshaus als Schule. Das einstöckige, einfache Herrenhaus wurde um 1892 durch Edward von Wahl auf den Kellergewölben eines älteren Hauses errichtet. 1976 wurde das Gebäude um einen modernen Teil erweitert. Im Innern sind noch alte Türen, Öfen, Treppenaufgänge und Wandverzierungen erhalten. Bis heute sind in dem ehemaligen Gutshaus ein Kindergarten, eine Grundschule und eine Bibliothek eingerichtet.


Adsel - Gaujiena, Livland - Lettland

Das ehemalige Gut Adsel liegt im Norden Lettlands an der Grenze zu Estland. Das Gut gehörte dem Deutschen Orden, der bereits 1236 eine Befestigung errichtete, die jedoch 1702 im nordischen Krieg zerstört und nicht wiederaufgebaut wurde. 1625 wurde es durch den König Gustav Adolf an den Reichsmarschall Axel Banner verliehen. Dessen Urenkelin Gräfin Catharina Regine Horn erbte das Gut. Durch Heirat und Erbschaft ging es in den Besitz der Familie von Baron Carl Gustav von Delwig. Dieser verkaufte das Gut 1784 an Heinrich Berens von Rautenfeld. Dessen Sohn verkaufte es 1818 dem Landrat Adolph von Wulf. In der Familie Wulf verblieb das Gut bis zur Enteignung. Letzter Besitzer war Woldemar von Wulf. Das Schloss wurde um 1850 im klassizistischen Stil durch die Familie Wulff erbaut. Der gewaltige Portikus mit seinen sechs kolossalen Säulen wurde erst später hinzugefügt. Ende des 18. Jh. wurde der Landschaftspark angelegt. Seit 1922 ist in dem Schloss eine Schule untergebracht. Das Ensemble aus Schloss und erhaltenen Nebengebäuden ist heute ein nationales Baudenkmal.


Allatzkiwwi - Alatskivi, Livland, Estland

Das Gutshaus von Allatzkiwwi unweit des Peipussees wird das erste Mal 1601 erwähnt. Der schwedische König Gustav II. schenkte das Anwesen seinem Sekretär Johann Adler Salvius. 1642 wurde das Gut an Hans Dettermann-Cronmann verkauft. 1753 ging das Anwesen an Otto Heinrich von Stackelberg. Durch Erbschaft ging das Schloss 1870 an Sophie von Stackelberg, die mit Baron von Nolcken vermählt war. Um 1880 entstand im Auftrag von Arved Georg von Nolcken (1845 – 1909) das neugotische Schloss im Stile des schottischen Balmoral. Von Nolcken war ein Bewunderer des englischen Lebensstils. Das Schloss war schon zu seiner Bauzeit eigentlich ein Anachronismus und entsprach nicht den üblichen, zu jener Zeit gebauten Herrenhäusern. Das Schloss wird von einem prachtvollen Park am Alatskivi-See umgeben. Das Schloss wurde 1906 von der Familie von Nolcken verlassen. Andere Quellen geben an, dass 1909 der Besitz noch in den Händen von Baron Heinrich von Nolcken war. Nach der Enteignung begann eine wechselvolle Geschichte des Schlosses als Schule, Armeeunterkunft, Verwaltungsgebäude. Heute befindet sich das Schloss in Gemeindebesitz und wurde aufwändig restauriert. Es beherbergt Veranstaltungsräume, ein Museum und ein Hotel.

 

Alt-Annenhof - Vecanna, Livland - Lettland

Das ehemalige Gut liegt etwas südlich von Aluksne (dt.: Marienburg). Alt-Annenhof wurde mit Marienburg, Hermannshof, Ilsen, Malup und anderen Gütern durch König Gustav Adolf an den Generaloberst Gustav Horn verliehen. Bei der Güterreduktion fiel der Besitz wieder an den Staat. 1750 wurden sie von der Kaiserin Elisabeth an den Grafen Woronzew verschenkt. Dieser Verkaufte sie an den Geheimrath Otto Hermann von Vietinghoff.  Das Herrenhaus stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jh. Das Gut war zu dieser Zeit im Besitz von Alexander Baron Vietinghoff, der das Anwesen 1834 übernommen hatte. Dieser verkaufte es 1874 an Constantin von Knorring. Ab 1905 war Axel Baron Delwig der Besitzer. Dessen Tochter, Edith Baroness von Delwig, war ab 1906 mit Arthur von Wahl (1865-1935) verheiratet. Er wurde 1920 enteignet. Vom einstigen ausladenden Gutshaus ist nur ein Flügel erhalten. Zu Sowjetzeiten war das Gut im Besitz eines Landwirtschaftsbetriebes, der das Herrenhaus u.a. als Wohnhaus nutzte. Bis heute ist der Teil noch in einem akzeptablen Zustand und dient immer noch Wohnhaus.

Alt-Anzen - Vana Antsla, Livland - Estland

Das ehemalige Gut liegt auf halbem Weg zwischen Sangaste (dt.: Sagnitz), ca. 15km südöstlich, und Sömerpalu (dt.: Sommerpahlen). 1405 gab es auf dem Gebiet von Anzla eine Burg, die der Familie von Uexküll gehörte, diese wurde im 17. Jh. zerstört. An 1588 war das Anwesen im Besitz von Georg Schenking. 1625 wurde das Gut durch König Gustav Adolf an Ake Tott gegeben. 1649 verkaufte ein Erbe das Gut an die Familie Rigemann (später als von Loewenstern geadelt). 1833 war Elisabeth Katharina von Bose (geb. Loewenstern) die Besitzerin. 1878 wurde das Gut durch die Tochter Anna Stael von Holstein übernommen. 1883 ging das Gut an Georg von Ungern-Sternberg und verblieb vermutlich bis zur Bodenreform in dem Besitz der Familie. Ab 1928 diente das Gebäude als Schule bzw. als Polytechnikum. Die Spuren des Schulbetriebes sind im Innern noch heute überall zu finden. Das Gebäude steht leer. Das Gutshaus wurde in mehreren Abschnitten erbaut. Das Haupthaus war im Barockstil in der Mitte des 18. Jh. errichtet. Anfang des 19. Jh. wurde ein Flügel und gegen Ende des Jahrhunderts ein zweiter Flügel angebaut. Die Frontseite zeigt zwei Eingänge, wobei der seitlich links angeordnete ursprünglich der Zugang zu einer Veranda bzw. Terrasse war.

 


Alt-Nursen - Vana-Nursi, Livland, Estland

Das verfallene Herrenhaus liegt etwas versteckt südwestlich von Voru (dt. Werro) auf einem ehemaligen sowjetischen Militärgelände. Das Gut Alt-Nursie wurde um 1668 gegründet. Seit 1679 gehörte das Gut der Familie Rothausen und im 18. Jh. der Familie Freymann. 1860 wir das Gut an Friedrich von Schleyer verkauft. Das Herrenhaus wurde um 1860 im Neo-Renaissancestil, in einer Kombination aus ein- und zweistöckigen Gebäudeteilen erbaut. Zu dem Herrenhaus gehörten zahlreiche Nebengebäude, die heute nicht mehr existieren. Das Gut wurde 1882 von Oskar Viktor von Wahl (1860-1815) erworben und gehörte bis zur Enteignung 1919 der Familie von Paul von Stryk. Nach dem II. Weltkrieg war das ehemalige Gut Bestandteil einer sowjetischen Raketenbasis. Seit der Unabhängigkeit des Baltikums steht das Herrenhaus leer und verfällt. Es sind erste Erhaltungsmaßnahmen unternommen worden, die jedoch zum Erliegen gekommen sind.

 

Arensburg auf Oesel - Kuressaare auf Saaremaa, Livland, Estland

Die Insel Oesel (estn.: Saaremaa) wurde 1227 durch den Schwertbrüderorden erobert. Die auf der estnischen Insel gelegene Burg wurde zwischen 1350 und 1380 erbaut und war im Besitz der Bischöfe von Oesel-Wiek. Um 1559 wurde sie an Dänemark verkauft. 1645 ging die Anlage in schwedischen Besitz über und wurde stark befestigt. 1709 erfolgte die Eroberung durch Russland. Dann wurde die Anlage 150 Jahre als Kornspeicher genutzt. 1868 diente sie als Armenhaus. Danach war die Burg im Besitz der Ritterschaft von Oesel. Durch die hervorragende Qualität der Baumaterialien (Oesel-Kalkstein / Dolomit) ist die Anlage eine der besterhaltenen Burgen des Baltikums. Die Burg besticht bis heute durch ihre schlichte Gestaltung und die einzigartige Lage am Meer. Sie wird heute als Museum genutzt.


Aya - Ahja, Livland, Estland

Das Gut wurde bereits 1553 erwähnt. Seit 1626 war das Anwesen im Besitz der uralten schwedischen Familie von Gabriel Bengtson Oxenstierna. Durch die Güterreduktion fiel das Gut an den Staat. 1725 sind die Propstin Christina Glück und ihr Schwiegersohn Gerhard Johann von Koskull die Eigentümer. Nach erneutem Staatsbesitz ging das Gut durch Kaiserin Elisabeth durch Schenkung 1743 an den anderen Schwiegersohn der Propstin, Francois Guillemot de Villebois. 1766 erfolgte die Übernahme des Gutes durch Hans Heinrich von Lipphardt, danach durch Konkurs 1788 durch Woldemar Anton von Löwis of Menar und 1819 durch die Familie von Conrad Siegmund von Brasch. Letzter Besitzer war Ernst von Brasch bis zur Enteignung 1920. Von 1929 (andere Quellen: 1920) bis 1997 wurde das Schloss als Schule genutzt. Heute steht es leer. Das Dach wurde gesichert aber das Gebäude selbst ist in einem traurigen Zustand. Das an einem kleinen See gelegene Herrenhaus wurde um 1749 im Auftrag von Francois Guillemot de Villebois unter Mitwirkung von Architekten aus Sankt Petersburg erbaut. Zu Beginn des 20.Jh. wurde der eklektizistische, polygonale Turm dem zentralen Eingangsteil des Schlosses hinzugefügt.

Biring - Birini, Livland, Lettland

Das ehemalige Gut Kolcen liegt ca. 50 km nordöstlich von Riga. Im 16. Jh. hat Johan Biring im Livländischen Krieg das Gut durch den polnisch-litauischen König erhalten, da er siegreich gegen Iwan den Schrecklichen gekämpft hatte.  Von da an trug das Gut den Namen Biring. Der Besitz wurde in der Folgezeit mehrfach verkauft. Zu Beginn des 18. Jh. erwarb Karl Johan von Mengden das Anwesen und baute ein Herrenhaus im Stile des schwedischen Barock. Ende des 18. Jh. heiratete die Erbin von Mengden den Grafen Mellin, der ein berühmter Kartograf war. Im 19. Jh. heiratete die Tochter des Grafen Mellin Alex von Pistolkorss. 1860 baute der Sohn August von Pistolkorss das Haupthaus im neogotischen Stil nach Plänen des Architekten Friedrich Wilhelm Hesse. Das Aussehen ist bis heute so erhalten geblieben. Den imposanten Schlosspark ließ der Besitzer für seine Ehefrau Emilia von Herder anlegen. Die vorhandenen Reliefs und Figuren am Schloss gingen allerdings im I. Weltkrieg verloren. Nach den Wirren der 1920er Jahre wurde das Schloss ein Sanatorium und blieb es auch während der Sowjetzeit. Nach dem Umsturz in den 1990er Jahre wurde das Schloss ein Bestandteil der lettischen Hotelgesellschaft und gemietet von Janis Vimba, der viele Renovierungen durchführte. Heute gehört Vimba das nun moderne Hotel und Tagungszentrum.

 

Burtneck - Burtnieki, Livland, Lettland

Die frühere, sagenumwobene Ordensburg in Burtneck (lett.: Burtnieki) wurde zwischen 1305 und 1366 erbaut. Ab 1582 gehörte der Besitz zu dem Bistum Wenden. Vom schwedischen König Gustav Adolf wurde der Besitz an den Reichskanzler Graf Axel Oxenstierna verliehen. Mitte des 18. Jh. war das Gut kurzzeitig im Besitz des Oberhofmarschalles Graf Löwenwolde. 1744 ging es an den General Graf Alexander Rumjanzew. 1806 verkaufte dessen Sohn Michail Petrowitsch das Schloss an Theodor Heinrich von Schroeder. Ab 1882 war das Gut in den Händen von Wilhelm von Schröder. Es wird gesagt, dass von Schröder Angst vor den Anfängen der gesellschaftlichen Umbrüche um 1905 hatte und floh. Der Patensohn der Familie, Robin Baron Oelsen war letzter Besitzer auf Burtneck. 1921 wurde eine Agrarschule in dem Herrenhaus eingerichtet. 1941 wurde nach sowjetischem Vorbild eine Kolchose auf dem Gut eingerichtet. Im II. Weltkrieg nutzte das deutsche Militär das Gebäude. Am 21.9.1944 wurde das Haus durch einen Brand zerstört jedoch durch die Kolchose bereits 1944 wieder in Betrieb genommen. Seit 2003 ist das Anwesen im Besitz der Gemeinde und steht leer. Das bis heute erhaltene Herrenhaus wurde im 18. Jh. teils aus den Mauern der alten Ordensburg im neoklassizistischen Stil auf einer Anhöhe erbaut. Interessant ist die hölzerne Veranda des Herrenhauses, die einen fantastischen Blick auf den tiefergelegenen, gepflegten Park erlaubt.

 

Dickeln, Dikli - Livland, Lettland

Das nordwestlich von Valmiera (dt.: Wolmar) gelegene Dikli (dt.: Dickeln) ist eines der wenigen Schlösser im heutigen Lettland bei dem die Innengestaltung weitestgehend erhalten geblieben ist. Bereits 1456 wird das Herrenhaus Dickeln erwähnt als es im Besitz von Gottschalk von der Pahlen war. Nach dem Nordischen Krieg war das Gut im Besitz derer von Löwenwolde und später Eigentum der Familie von Rosen. Ab 1786 lebte auf Dickeln die Familie Tiezenhausen und ab 1846 die Familie Hanenfeld. Die letzten Besitzer bis zur Reform 1920 war die Familie von Wolf. Danach war hier ein Kinderheim untergebracht. Ab 1937 war Dickeln ein Sanatorium. Heute befindet sich in dem aufwändig restaurierten Schloss ein nobles Hotel und Tagungszentrum. 1891 bis 1896 wurde das Herrenhaus durch Baron Paul von Wolf in ein neobarockes Schloss mit Mansarddach umgestaltet. Anfangs war das Herrenhaus nur mit einer Etage ausgestattet. Beim Umbau kam eine zweite Etage im Zentralbereich dazu. 1937 wurde das Schloss renoviert. 2003 wurde das Schloss grundlegend saniert und zum Hotel umgebaut.

 

Drobbusch - Drabesi, Livland - Lettland

Das südlich von Cesis (dt.: Wenden) gelegene ehemailige Gut hieß ursprünglich Bergenhof und war im Besitz der Familie Vietinghoff. 1665 wurde es durch Reinhold von Vietinghoff an den Schwager Bartholomäus Patkull verkauft. Den späteren Namen Drobbusch erhielt das Gut durch den polnischen Offizier Drobisch, der sich das Gut zeitweilig unrechtmäßig aneignete und mit Unterbrechung bis 1629 behielt. Danach wurde es der Familie Patkull zurückgegeben. Der Enkel von Bartholomäus Patkull, Heinrich, verkaufte den Besitz an Gabriel Oxenstierna. Es folgten nun mehrere Besitzerwechsel bis es 1794 in den Besitz der Familie Blankenhagen gelangte und bis zur Enteignung dort verblieb. Das Gut wurde in den Wirren um 1905 niedergebrannt aber wiederaufgebaut. Der letzte Besitzer, William von Blankenhagen, wurde 1919 ermordet. Sein Neffe Werner führte das Gut noch bis zur Enteignung 1920 weiter. Nach der Enteignung wurde in dem Herrenhaus ein Kinderheim und später eine Grundschule eingerichtet. Auf Grund der beengten Verhältnisse zog die Schule später aus. Das kleine Herrenhaus mit dem flachen Dach entstand in den 1750er Jahren und verdeutlichte durch seine Stilmischung den Wechsel vom barocken zum klassizistischen Baustil. Vor dem Brand 1905 besaß das klassizistische Haus barocke Stilelemente wie z.B. einen Uhrturm und geschwungene Dachgauben aber auch schon einen strengen kleinen Viersäulenportikus. Ferner waren im Vergleich zu heute noch Fensterläden und eine seitliche Veranda vorhanden.

Erlaa, Erla - Ergli, Livland - Lettland


Ca. 35km nordnordöstlich von Konknese (dt.: Kokenhusen) liegt der Ort Ergli. Hier befand sich am rechten Ufer des Flusses Oger (lett.: Ogre) unweit der Burg Baltow (lett.: Baltava) eine der größten Burgen der Lettgallen. Hier entstand im 14. Jh. eine Ziegelburg. Beeindruckend war der mächtige Ziegelturm. Engelbrecht von Tiesenhausen hat wohl mit dem Bau begonnen und sein Sohn Johann führte den Bau 1397 fort. Der Turm von Erlaa wurde erst im 15. Jh. vollendet und den Bedürfnissen der aufkommenden Gefechte mit Feuerwaffen angepasst worden. Noch um 1600 muss die Burg erhalten gewesen sein, da sie zu dieser Zeit erobert wurde. Später gehörte die Burg der Familie von Transehe. Vor dem Krieg müssen noch Reste des Turmes und einer Mauer existiert haben. Heute sind von der Burg nur noch unscheinbare Reste erhalten. Im II. Weltkrieg wurde der Ort durch Kämpfe vollständig zerstört. Nach dem Krieg erholte sich Ergli durch das Ansiedeln von Industrie erneut.


Ordensburg Fellin - Wiljandi, Viljandi, Livland - Estland

Die alte Hansestadt Fellin liegt am Viljandi-See. Schon fünftausend Jahre vor Christi lassen sich Siedlungen in dieser Gegend nachweisen. Schon zur Wikingerzeit wurde hier eine Burg errichtet. Im 12. Jh. entstand die erste Siedlung im Schatten der Burg. Anfang des 13. Jh. eroberte der deutschen Schwertbrüderorden die Gegend und ersetzte 1224 die ursprüngliche Holzburg durch eine mächtige Ordensfestung. Über 200 Jahre wurde sie immer weiter zur größten Burg Livlands ausgebaut. Anfang des 14. Jh. wurde Fellin Mitglied der Hanse und erlebte dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Bis 1481 blieb die Burg von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont. Im Livländischen Krieg im 16. Jh. wurde die Festung teilweise und im polnisch-russischen Krieg im 17. Jh. vollends zerstört. Die Ruine der Festung wurde als Quelle für Baumaterial für den Wiederaufbau der zerstörten Stadt genutzt. Zar Nikolaus I. sorgte durch einen Erlass 1826 für den Schutz der Ruine und unterband damit den weiteren Abtrag. Erste Erhaltungsmaßnahmen starteten schon 1893. Zwischen 1920 und 1930 wurden umfangreichere Maßnahmen eingeleitet. heute zeugen eine erhaltene imposante Ziegelwand und ausgedehnte Fundamente von den gewaltigen Ausdehnungen der Festung.

 

Gut Fellin - Viljandi, Livland - Estland

Das Gut Fellin ist vermutlich gemeinsam mit der Ordensburg entstanden und lag zunächst außerhalb der Stadt. Mit der Übertragung der Stadt mit seiner Umgebung durch den schwedischen König Gustav Adolf 1624 verlegte der Besitzer Jakob de la Gardie, Gouverneur von Estland und Livland, das Gut an seinen heutigen Ort. Von 1744 bis 1860 war das Anwesen durch Schenkung von Kaiserin Elisabeth im Besitz der Familie Tschoglokow. Danach gehörte der Besitz bis zur Enteignung der baltischen Uradelsfamilie Ungern-Sternberg. Das Herrenhaus entstand im Neorenaissancestil um1879 nach Entwürfen des Rigaer Architekten Robert Pflug. Der letzte Besitzer war Oswald von Ungern-Sternberg. Zu Sowjetzeiten war in dem Gebäude eine Polizeistation untergebracht. Das in der Stadt Viljandi auf einer Anhöhe gelegene Herrenhaus hatte eine reich verzierte Fassade. Diese Details gingen verloren. Heute steht das Haus leer.

 

Fianden - Lazbergis, Livland - Lettland

Das ehemalige Gut Fianden liegt unweit von Aluksne (dt.: Marienburg) entfernt. Es gehörte ursprünglich zur Ordenskomturei Marienburg. Es wurde um 1550 an Andreas Buchholz verliehen. Dieser verkaufte es an Johann Uexküll auf Menzen (estn.: Moniste). Hier verblieb es in der Familie bis 1664. Dann wurde es an den Hauptmann Gotthard von Platzberg auf Karkus (estn.: Karkis). Schon 1674 wurde es an den livländischen Landrat Casper von Ceumern verkauft. Durch Erbschaft ging der Besitz dann an den Oberstleutnant Jakob Johann von Leskin. 1798 verkaufte dessen Witwe diesen an Baron Johann Gottlieb Wolff. Das Anwesen verblieb bis zur Enteignung in den Händen der Familie von Wolff. Letzter Besitzer war der Baron Eduard Wolff. Nach dem II. Weltkrieg wurde in dem Schloss ein Kulturhaus eingerichtet. Später befanden sich jedoch Wohnungen darin. Heute ist das Schloss eine imposante Ruine. Das neogotische Schloss wird durch Pirang schwer kritisiert als „unorganisch zusammengesetzter Baukörper“ mit „unmotiviertem Turm“.


Hauküll auf Oesel - Audla auf Saaremaa, Livland - Estland, Lost Place

Versteckt im Gebüsch und völlig verwahrlost steht das kleine Herrenhaus Audla im Osten der Insel Saaremaa. Geschichtliche Erwähnungen gehen auf das Jahr 1464 zurück. Zu dieser Zeit gehörte es Hans Frud und ging zu dieser Zeit an Jakob Swarte. Von 1623 gehörte das Gut der Familie Vietinghoff und ab 1798 der Familie von Buhrmeister. Dieser Familie gehörte das Gut bis zur Bodenreform Anfang des 20. Jh. Von 1922 bis 1973 war hier eine Schule untergebracht. Danach gehörte das Anwesen vermutlich zu einem staatlichen Landwirtschaftsbetrieb. Heute ist das Gebäude in Privatbesitz, steht aber leer und verfällt. Das kleine Gutshaus im frühklassizistischen Stil stammt vermutlich aus dem Jahr 1805 und wurde durch Karl Johann von Buhrmeister unter der Leitung eines Maurermeisters Ladendorff (dessen Name findet sich im Innern des Hauses) errichtet. Auffällig sind die teils ovalen Räume im Haus


Heiligensee, Wollust - Pühajärve, Livland - estland

Wollust wurde erstmals 1376 im Zusammenhang mit dem dortigen Gut der Uexküll erwähnt als das Gut an Hermann und Otto Uexküll verliehen wurde. Der Ort wurde später einer Legende folgend in Heiligensee umbenannt, da sich am Ufer des Sees eine heilige Linde befunden haben soll. 1417 ging das Gut an die Kinder von Hermann. Die Besitzer wechselten im weiteren Verlauf oft, so waren Besitzer unter anderen die von Rehbinder, von Stackelberg, von Samsonite und de Villebois-Stryk. Kurzzeitig war das Gut im Besitz der Familie Rennenkampff (1742-1749). Von 1858 bis 1868 lebte hier Alexander von Schrenk. Danach werden bis zur Reform die Familien Sievers und von Hoffman angegeben. Das ursprüngliche Herrenhaus wurde einstöckig 1800 im frühklassizistischen Stil errichtet. Es wurde 1887 durch das neue Gebäude im eklektizistisch-historistischen Stil ersetzt. In den 1920er Jahren war das Herrenhaus ein Hotel und ein beliebtes Ferienziel für estnische Künstler und Naturliebhaber. Später wurde es als Sanatorium genutzt. Es wurde August 1944 im II. Weltkrieg weitgehend zerstört, jedoch 1951 als Sanatorium wiedererrichtet. 1999 wurde das Anwesen zu einem Hotel restauriert und ausgebaut. Das Anwesen ist umgeben von einem Park mit zahlreichen Alleen, Baumgruppen und Pavillons. Vom heutigen Hotel und Wellness-Zentrum bietet sich ein Panoramablick auf den See Pühajärv.

Hellenorm - Hellenurme, Livland - Estland

Der Ort mit seinem gut sanierten Herrenhaus liegt etwas östlich der Straße von Tartu (dt.: Dorpat) nach Valga (dt.: Walk) etwa auf der Höhe von Rongu (dt.: Ringen). Der Ort selbst wird schon um 1382 erwähnt und gehörte zum Gut Kongethal bzw. Kongota (estn.: Konguta), dass der Familie Tiesenhausen gehörte. Als selbstständiges Gut wird Hellenorm um 1641 erwähnt. Es war im Besitz der Familie von Hermann von Wrangell. 1738 bis 1850 gehörte das Anwesen der Familie Bruiningk. Danach ging das Gut an die Familie Middendorff und verblieb hier bis zur Bodenreform. Letzter besitzer war Ernst von Middendorff. Nach der Bodenreform zog eine Schule in das Gebäude.Von 1944 bis 1993 diente das Haus als Kindergarten und Pflegeheim. Heute ist hier ein Hotel untergebracht. Das kompakte Herrenhaus wurde Ludolff August von Bruiningk 1777 im Barockstil erbaut. Das Haus besaß ein giebelloses Dach und einen symmetrisch angeordneten, zweiachsigen Mittelrisalit. Jedoch war der Eingang schon damals seitlich angeordnet. Der berühmte Naturforscher Alexander Theodor von Middendorff ließ das Herrenhaus um 1853 stark im klassizistischen Stil umbauen. Es wurden ein Balkon an der Front- und eine Veranda an der Parkseite des Hauses hinzugefügt. Middendorff brachte von seinen Expeditionen Pflanzen und Bäume aus dem Ural mit und pflanzte sie in dem Gutspark an.

 

Helmet - Helme, Livland, Estland

Das ehemalige Gut liegt im Kreis Valga (dt.: Walk) im Süden des heutigen Estland. Schon im 13. Jh. baute der Orden hier eine Burg zum Schutz der Umgebung („Helm“). König Gustav Adolf verlieh das Gut zusammen mit anderen 1624 an den Feldherren Jacob Graf de la Gardie. 1666 wurde das Gut an Franz von Dreiling verkauft. Durch Erbschaft und Ehe kam das Gut Helmet 1718 mit Barbara von Dreiling, die mit Georg von Rennenkampff verheiratet war, in den Besitz der Familie Rennenkampff. Das Gut ging durch Verkauf 1866 an Georg von Transehe. 1892 ging der Besitz an Harald von Stryk. In dieser Familie blieb das Gut im Besitz der Familie von Stryk. Von der Burg sind noch Ruinen erhalten. Das Gutshaus stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jh. und wurde ursprünglich im barocken Stil erbaut. Der Haupteingang wurde durch einen Vier-Säulen-Portikus geschmückt, der Ende des 19. Jh. in eine Veranda umgebaut wurde. Auffallend sind die Pilaster an der Fassade, die einen Rückschluss auf die ursprüngliche Raumaufteilung im Innern geben. Über dem Haupteingang gab es einen barocken Aufsatz. Heute ist hier eine Berufsschule untergebracht.

 

Hermannshof - Ermani, Livland - lettland

Das kleine, ungewöhnliche Herrenhaus in Holzbauweise liegt einsam etwas südwestlich von Aluksne (dt.: Marienburg). Das Gut wurde im Zusammenhang mit Marienburg um 1625 das erste Mal erwähnt. Das Gebiet war nur dünn besiedelt und sumpfig. Über die Geschichte des Hauses ist nur wenig bekannt. Es gehörte zu den Vietinghoffschen Gütern. 1828 wird Hermannshof als eigenständiges Gut erwähnt. Um diese Zeit wird auch das kleine aber sehr harmonische Herrenhaus im neoklassizistischen Stil mit einem dorischen Sechssäulenportikus gebaut. Das Gebäude ruht auf einem tonnenförmigen Kellergewölbe aus Ziegeln. In einem Teil des Gebäudes war eine Kapelle mit Orgel untergebracht. Das Gesamtbild ist eher untypisch für Livland. Von 1875 bis 1903 war das Gut im Besitz von Konstantin von Knöringen. Dieser nannte den Hof um in Knöringsfeld. Der Name wurde bis ca. 1909 verwendet. 1903 wurde das Gut an Baron Axel von Delwig verkauft. Er war zugleich auch der letzte Besitzer vor der Reform. Das Gut wurde umbenannt in das lettische Ermani. 1928 kaufte Alfred Praulins (1891-1942) das Gutshaus. Er führte den Hof mit seiner Frau Christine bis zu seinem Tod. 1930 ließ Alfred auch die Holztreppe und den Brunnen mit der weiblichen Skulptur anlegen. Die melancholische Skulptur wurde im Volksmund „Narine“ (dt.: „Meerjungfrau“) genannt. Alfred war umsichtig und nahm nur sanfte äußerliche Veränderungen an dem Herrenhaus vor. So deckte er das Dach mit Holzschindeln anstatt mit Dachziegeln. Nach der Besetzung Lettlands durch die Russen wird Alfred Praulins nach Russland verschleppt und stirbt in Nowosibirsk 1942. Die Töchter Praulins wanderten nach Schweden und Australien aus. Auf dem Gut blieb nur der betagte Paul Praulins (der Bruder Alfreds). Er starb 1946. Das Gut wurde zu Sowjetzeiten u.a. als Molkerei genutzt und in dem Herrenhaus Wohnungen eingerichtet. Im Laufe der Zeit verfiel das Haus zusehends bis 1988 durch die damalige Kolchose notdürftige Erhaltungsmaßnahmen vorgenommen werden. Der derzeitige Eigentümer ist Ugis Praulins, ein berühmter lettischer Komponist, der umfangreiche Sanierungsarbeiten vornahm. Das Haus ist heute ein kulturelles Zentrum. Nur wenige kleine Holzherrenhäuser sind im Baltikum erhalten geblieben. Ermani stellt deshalb eine schützenswerte Besonderheit dar.

 

Hoheneichen auf Oesel - Pilguse auf Saaremaa, Livland - Estland

Das Gut Hoheneichen liegt ganz im Westen an der Küste der Insel Saaremaa. Erstmals erwähnt wurde das Gut um 1568. Damals wurde es an Hinrich Billinghusen gegeben. Es gehörte bis 1778 der Familie von Bellingshausen. Fabian Gottlieb von Bellingshausen (1778 – 1852) wurde auf dem Gut geboren. Er war Admiral und ein berühmter Seefahrer und Antarktisforscher. Ihm zum Gedenken findet sich am Eingangstor ein Gedenkstein. Von 1793 bis 1805 war es im Besitz der Familie von Johann Wilhelm Ludwig von Luce (1756 – 1842). 1805 ging das Gut an Berend Woldemar von Aderkas. Unter ihm wurde auch das Gutshaus erbaut. 1842 kaufte ein weiterer berühmter Seefahrer das Gut, Karl Pontus von Nolken. 1908 kaufte eine russische Landwirtschaftsbank das Gut. 1909 bis 1913 diente es als Krankenhaus. 1979 wurde das Gelände unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist das Anwesen in Privathand und beherbergt in Nebengebäuden einen Hotelbetrieb, jedoch schien das Haupthaus 2018 leer zustehen. Das schlichte Gutshaus stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jh. Im 20. Jh. wurden die Fenster vergrößert und Mansarden hinzugefügt. Das Gutsgelände ist typisch für Oesel mit einer niedrigen Steinmauer umgeben, die durch zwei gewaltige, gegenüberliegende Eingangstore durchbrochen wird. Eine ähnliche Abgrenzung findet auf dem Oeseler Gut Kölljall (estn.: Koljala).

 


Jallametz - Jalametsa, Livland - Estland (Lost Place)

Das kleine Gut gehörte zum Kirchspiel Pillistfer und lag ganz im Norden Livlands unmittelbar an der Grenze zum Gouvernement Estland etwas abseits der Straße von Oberpahlen (estn.: Poltsamaa) nach Weißenstein (estn.: Paide) ca. 20km nordwestlich von Poltsamaa. Die Reste des Gutshauses liegen versteckt in dichtem Gebüsch in einem verwilderten Park und sind kaum noch als solche zu erkennen. Das Gut wurde im 17. Jh. gegründet. Später gehörte es zum Gut Laimetz (estn.: Laimetsa). Das aus Ziegelsteinen errichtete, einstöckige Gutshaus wurde vermutlich im 19. Jh. errichtet. Zu Sowjetzeiten wurde das Anwesen ein Landwirtschaftsbetrieb und das Gutshaus komplett zu einem Wirtschaftsgebäude umgestaltet. Über die früheren Besitzer des Gutes und deren Geschichte konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Dieses ehemalige Gut droht aus der Geschichte zu fallen und ist ein echter Vertreter der Kategorie Lost Places.


Jerwen - Järvere, Livland - Estland

Das kleine Gut Järvere (dt.: Jerwen) am See Vagula gelangte 1766 an den Oberstleutnant Adam Johann von Möller und tauschte es gegen anderen besitz mit seinem Bruder Christer Reinhold. Sein Sohn Carl Johann von Möller erbte Jerwen und kaufte auch das Gut Somerpalu (dt.: Sommerpahlen). Es war später im Besitz von Friedrich Alexander von Möller. Das Gut Jerwen war als Altersitz seiner Mutter geplant und somit wurde das Gutshaus „Das Haus der alten Frau“ genannt. Das Haus mit seinem hohen Mansarddach wurde im eklektizistischen Stil Anfang des 20. Jh. erbaut. Der beeindruckende Park wurde 1830 angelegt. Zu Sowjetzeiten war das Gutshaus Sitz der Forstverwaltung für den umliegenden Voru-Forst. Nach der Unabhängigkeit Estlands wurde 1993 das Gut saniert und als Repräsentations- un d Gästehaus der Kreisverwaltung genutzt. Das Gutshaus steht heute unter Denkmalschutz und befindet sich in Privatbesitz. Derzeit wird es aufwändig saniert.

 

Johannenhof - Janmiuza, Livland, Lettland

Über das Gut und das Herrenhaus in Janmuiza (dt.: Johannenhof) nördlich von Cesis (dt.: Wenden) konnten nur wenig Fakten ermittelt werden. Alte Quellen erwähnen, dass Johannenhof einst Teil des Gutes Wenden war und zur Zeit der Güterreduktion abgetrennt wurde. Das Gut war im Besitz der Familie von Carl Adam von Wolff. Da Carl Adam ohne Kinder blieb, fiel das Gut nach dessen Tod an dessen Bruder Jacob Johann von Wolff. Von ihm kaufte 1782 die Witwe von Carl Adam, geb. Johanna von Rautenfeld, das Gut. Die Witwe verheiratete sich erneut mit Johann von Weiß und vermachte diesem das Gut. Von ihm ging das Gut nach dessen Tod an seine Kinder. Über den weiteren Verlauf der Geschichte des Gutes und des Herrenhauses ist nichts bekannt. Bei einer Reise 2016 war lediglich ersichtlich, dass das Gebäude leidlich erhalten und als Wohnhaus genutzt wird.