Lost Places & Unlost Places  Baltikum, Estland

Estland A - H

Allo - Alu, Estland

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Altenhof - Vanamoisa, Estland (Lost Place)

Das ehemalige Gut Altenhof (estn.: Vanamoisa) bei Haljala (dt.: Haljall) an der Fernverkehrsstraße zwischen Tallinn (dt.: Reval) und Narwa wurde erst 1660 selbständig und nannte sich „Oldenhoff“. Seit den 1750er Jahren war es bis 1787 im Besitz der Familie Uexküll und ging danach an die Familie Lantingshausen. Seit 1803 bis zur Reform 1919 gehörte das Anwesen der Familie von Karl Ludwig von Brevern. Auch nach der Landreform verblieb das Gut noch bis in die 1930er Jahre bei der Familie von Brevern. Es war mit ca. 300 ha war es eines der größten verbliebenen Restgüter in Estland. Das zweistöckige Herrenhaus mit seinen beiden einstöckigen Seitenflügeln entstand im eklektizistischen Stil vermutlich um 1859 durch Gregor von Brevern. Heute steht das das Gebäude leer. 2016 waren erste, durch die EU geförderte Erhaltungsmaßnahmen am Dach des Herrenhauses zu erkennen.

 

Annigfer - AnNikvere, Estland

Das Herrenhaus Annikvere (dt.: Annigfer) befindet sich unweit von Haljala (dt.: Haljall) in nordwestlicher Richtung in der Nähe der Fernverkehrsstraße von Tallinn (dt.: Reval) nach Narwa. Die ersten Aufzeichnungen zu diesem ehemaligen Gut stammen aus dem Jahr 1445. Vor der Enteignung gehörte das Gut der Familie von Nottbeck. Letzter Besitzer war Berthold von Nottbeck. Vermutlich wurde das Herrenhaus in der Mitte des 19. Jh. erbaut. Der Eckeingang des Hauses stellt eine architektonische Besonderheit dar. Heute ist das Haus sehr gut saniert und wird als privates Wohnhaus genutzt.

 

Arknal - Arkna, Estland

Das ehemalige Gut Arknal (estn.: Arkna) liegt unweit von Rakvere (dt.: Wesenberg) an der Fernverkehrsstraße von Tallinn (dt.: Reval) nach Narwa. Die Geschichte des lässt sich bis 1527 zurückverfolgen. Das Gut war im Besitz der Familie von Taube und ging 1875 an die Familie von Julius von Schubert. Dieser erbaute 1877 das noch heute erhaltene Herrenhaus im Stil des Historismus. Das Gebäude fällt durch seine Asymmetrie auf. Der zentrale, vorgezogene Eingang enthält neogotische Elemente. Die Familie von Schubert blieb bis zur Enteignung 1919 Besitzer des Anwesens. Letzter Eigentümer war Bernhard von Schubert. Nach der Unabhängigkeitsbewegung wurde das Herrenhaus als Landwirtschaftsschule genutzt. Heute befindet es sich in Privatbesitz.

 

Borkholm, Borckholm - Porkuni, Estland

Porkuni liegt etwa 20km südwestlich von Rakvere (dt.: Wesenberg) entfernt. Der Bischof von Reval (estn.: Tallinn), Simon van der Borch, errichtete hier um1479 eine Burg auf einer Insel des Borkholmer Sees (estn.: Porkuni Järv), die jedoch im Livländischen Krieg zerstört wurde. Vermutlich existierte hier schon vorher eine viel ältere, hölzerner Befestigungsanlage. Die Burg hatte die Form eines viereckigen Kastells. An den Ecken waren vier hufeisenförmige Wehrtürme errichtet. Nur das Torhaus blieb erhalten. Rund um die Burg entstand ein Herrensitz, der von 1628 bis 1799 der Familie von Tiesenhausen gehörte. Später gehörte das Anwesen den Familien Ungern-Sternberg, Baumgarten und Essen. Ab 1869 (andere Quellen 1887) war die Familie von Ludwig Rennenkampff der Besitzer. Der letzte Besitzer war Ewald Ludwig Rennenkampff. Er behielt noch ein Restgut bis 1939. Ab 1924 war in dem Herrenhaus eine Schule für hörgeschädigte Kinder eingerichtet. Bis heute ist hier eine Schule untergebracht. Das neue Herrenhaus mit seinem Turm wurde ca. 1870 von Ludwig Otto von Rennenkampff im neogotischen Stil unweit des Torturms angelegt. Das Gutsensemble ist bis heute sehr gut erhalten.


Buxhövden, Buxhoevden - Neeruti, Estland

Das kleine aber dennoch beeindruckende Herrenhaus Neeruti (dt.: Buxhövden) liegt ca. 15 km westlich von Rakvere (dt.: Wesenberg) und etwas südlich von Kadrina (dt.: Sankt Katharinen). Das Gut wird um 1406 erstmalig schriftlich erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte es der Familie Buxhövden, die dem Gut seinen ursprünglichen Namen gab. Im 17. Jh. gehörte es bis 1774 der Familie Nieroth, von der sich auch der heutige Name ableitet. 1798 bis 1902 war das Anwesen in den Händen der Familie Rehbinder. Bis zur Enteignung gehörte es dann Eduard Heinrich von Kirschten. Das Herrenhaus entstand in zwei Bauphasen. Um 1878 entstand ein einstöckiger eklektizistischer Bau, der 1903 bis 1906 durch von Kirschten nach Plänen des Architekten Carl Schmidt aus Sankt Petersburg stark ausgebaut und um den imposanten Turm mit Aussichtsbalkon ergänzt wurde. Das Herrenhaus mit seinen geschwungenen Linien gilt als Paradebeispiel des Jugendstils in Estland. Lange Zeit stand das Herrenhaus leer und verfiel. Seit 2015 sind durch einen privaten Investor umfangreiche und liebevolle Sanierungsmaßnahmen eingeleitet worden. Im Innern konnten viele historische Details (z.B. Treppen, Wand- und Deckenmalerei freigelegt werden und weiter genutzt werden). Zum Herrenhaus gehört ein kleiner Park.


Fall - Keila Joa, Estland

Das Schloss Fall (estn.: Keila-Joa) liegt an der estnischen Küste ca. 30 km von Tallinn (dt.: Reval) entfernt. 1555 wurde das Gebiet mit seiner Mühle durch den Ordensmeister Heinrich von Galen an Hans Nykerck verliehen. Die Erben Neukirch behielten das Anwesen noch bis 1641. Danach erfolgten einige Besitzerwechsel, u.a. werden die Familien Baade, Wrangell, Tiesenhausen, von Dehn, von Pohlmann und von Berg genannt. 1827 erwarb Generalleutnant Alexander von Benckendorff (Chef der Geheimpolizei unter Zar Nikolaus I.) das Anwesen. Durch Heirat ging das Anwesen an die Familie Wolkonsky. Wolkonsky war der Freund des russischen Zaren Nikolaus I., so dass die Familie des Zaren des Öfteren auf Schloss Fall zu Besuch war. Das Schloss blieb bis 1920 im Besitz der Wolkonskys. Während der Unabhängigkeit Estlands diente das Schloss als Sitz des Außenministeriums. Zur Sowjetzeit diente das Schloss als Soldatenunterkunft der Roten Armee und verwahrloste. Heute ist das Schloss prachtvoll saniert und beherbergt u.a. ein Museum zur Geschichte von Fall. Das Schloss war das erstes Gebäude des Historismus in Estland. Es wurde um 1833 durch den Architekten Andrej Stackenschneider im Stil des neogotischen Tudorstils erbaut. Das Schloss ist von einem schönen Park umgeben, der auch den berühmten Keila-Wasserfall enthält. Diesem Wasserfall hat das Schloss seinen Namen zu verdanken.

 

Fegefeuer - Kiviloo, Estland

Das kleine Herrenhaus von Kiviloo (dt.: Fegefeuer) liegt etwas versteckt an der Straße von Peningi (dt.: Penningby) nach Alavere (dt.: Allafer). Das Gut selbst wurde 1413 als Bischofsgut gegründet. Auf dem Gelände befinden sich die Überreste einer kleinen Burg aus dem 15. Jh. Diese Burg war im Besitz des Bischofs von Reval (estn.: Tallinn) und diente wohl als Zwischenstation auf den Reisen vom beschaulichen Borkholm (estn.: Porkuni) in das unruhige Reval (estn.: Tallinn) – daher eventuell der Name „Fegefeuer“ als Vorhof zur Hölle. Sie wurde im Livländischen Krieg durch russische Truppen 1558 zerstört. Nach dem Nordischen Krieg war das Gut im Besitz der Familie Nieroth. Ab 1839 bis zur Bodenreform gehörte der Besitz den von Stackelbergs. Der letzte Besitzer war Konstantin von Stackelberg, der 1958 in Westdeutschland starb. Das heutige L-förmige Herrenhaus im Historismusstil wurde 1905 am Ort eines vorherigen Holzherrenhauses, das von Revolutionären niedergebrannt wurde, im eklektizistischen Stil mit neogotischen Elementen errichtet. 2016 war das Anwesen in Privatbesitz, schien aber ungenutzt zu sein.

 

Finn - Vinni, Estland

 

Die ehemalige Gutsanlage liegt südöstlich von Rakvere (dt.: Wesenberg) mitten im Ort. Der Ort selbst wird wohl schon Mitte des 13. Jh. erwähnt als es dem Ricbod und Lydolf gehörte. Im 16. Jh. gehörte das Gut der Familie Wrangell, um 1540 einem Johann Brackel und danach Otto Taube, dessen Familie es bis 1663 behielten. Durch Heirat und Erbschaft ging es in den Besitz der Familie von Budberg über. Wiederum durch Erbschaft kam das Gut in den Besitz des Generalmajors Gustav Johann von Albedyll und danach an Generalleutnant Johann Diedrich von Rennenkampff (1719 - 1783). Nach dem Tode Rennenkampffs wurde auf seinen Wunsch hin auf dem Gut eine Erziehungsanstalt für Mädchen eingerichtet. Hierzu wurden dem Herrenhaus drei Flügel hinzugefügt und somit eine geschlossene Rechteckanlage geschaffen. Der Gründer war Graf Dietrichstein. Dieser soll noch lange nach seinem Tode auf seinem ehemaligen Gut umgegangen sin, um nach dem Rechten zu sehen. Hierzu soll es damals viele Augenzeugen gegeben haben, die ihn mit Mantel, Zylinder und Degen bekleidet gesehen haben sollen. 1917 brannte das Gut aus, wurde aber 1922 wiederaufgebaut. Das Gut wurde 1919 nicht enteignet. Zu Sowjetzeiten wurde die Anlage durch den hier ansässigen Landwirtschaftsbetrieb stark umgebaut. Dadurch gingen wesentliche architektonische Elemente verloren und nur noch die Grundform blieb erhalten. Heute steht die Anlage leer und ist nicht zugänglich.

 

Haakhof - Aa, Estland

Das Herrenhaus Aa (dt.: Haakhof) liegt an der Fernstraße von Tallin (dt.: Reval) nach Narwa auf der halben Strecke von Rakvere (dt.: Wesenberg) nach Narwa. Das Gut wurde im 15. Jh. vom Deutschen Orden gegründet. 1592 wurde es durch den König Sigismund III an den Dorpater Bürgermeister Johann Grölich verliehen. 1617 vermachte er seinen gesamten Besitz der St. Johannis-Kirche in Dorpat (estn.: Tartu). Von 1630 bis 1787 gehörte es den von Wangersheim, ab 1787 bis 1841 der Familie Nasackin und von 1889 bis zur Enteignung 1919 der Familie von Grünewaldt. Der letzte Eigentümer war Otto von Grünewaldt. Ab 1924 war in dem Gutshaus ein Pflegeheim eingerichtet, welches wohl bis vor kurzen noch existiert haben muss. Heute steht das Herrenhaus leer. Bei dem Herrenhaus handelt es sich um eines der ältesten estnischen Barockhäuser. Das ursprüngliche Herrenhaus wurde um 1696 durch Georg Bogislaus von Wangersheim erbaut. Im Nordischen Krieg brannte es ab, wurde aber 1723 wiederaufgebaut. Das heutige Aussehen erhielt es Ende des 18. Jh. Dem Zentralteil wurden Seitenflügel hinzugefügt. Die hölzernen Vorbauten kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jh.  dazu.

 

haggud - Hagudi, Estland

Die Ruine des Herrenhauses Haggud liegt ca. 8km nordöstlich von Rapla (dt.: Rappel) entfernt. 1626 wurde Haggud dem Oberstleutnant Reinhold Anrep zu Hähl vergeben. 1649 ging das Gut an den Statthalter zu Reval Phillip Krusenstiern (später: Krusenstern) verliehen.  Das Gut wurde um 1649 gegründet und gehörte bis zur Bodenreform 1919 der Familie Krusenstern. Der berühmteste Vertreter der Familie war Adam Johann von Krusenstern (170-1846) wurde in Haggud geboren. Er war ein Seefahrer, der die erste russische Expedition rund um die Welt leitete. Er fertigte die besten Seekarten der damaligen Zeit an. Haggud gehörte seinem älteren Bruder Karl Friedrich. Der letzte Besitzer war Leonhard von Krusenstjerna. Nach der Bodenreform wurde aus dem Gut ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb. Das Herrenhaus aus der Mitte des 18. Jh. war ursprünglich ein barockes, zweistöckiges Gebäude mit hohem Dach. Ende des 17. Jh. wurde es im frühen klassizistischen Stil umgebaut. Der Balkon über dem Eingang wurde erst Anfang des 20. Jh. hinzugefügt. Seit den 1950er Jahren ist das Gebäude nur noch eine Ruine. In den 1980er Jahren begonnene Restaurierungsarbeiten wurden bis heute nicht abgeschlossen. Etwas abseits vom Herrenhaus sind noch Wirtschaftsgebäude erhalten geblieben, darunter ein Imposanter Stall mit Arkaden an der langen Seite. Das Anwesen ist heute in Privatbesitz. Zu Ehren des großen Seefahrers wurde vor dem Herrenhaus ein Gedenkstein aufgestellt. Die 1926 erbaute deutsche Viermastbark "Padua" war einer der legendären Flying P-Liner. Als Reparationsleistung ging der Segler nach dem II. Weltkrieg an Russland. Sie wurde 1946 als russisches Segelschulschiff eingerichtet und erhielt den Namen „Krusenstern“.


Hapsal - Haapsalu, Estland

Die an der buchtenreichen westlichen Küste von Estland gelegene Ruine der Burg Haapsalu (dt.: Hapsal) mit dem charakteristischen Turm ist wohl eine der schönsten im Baltikum. Der Name „Hapsal“ geht vermutlich auf die Bedeutung „Heiliger Espenhain“ zurück. Sehr wahrscheinlich bestand am Ort von Hapsal (estn. Haapsalu) bereits eine frühe Befestigungsanlage, deren Wälle später zur Befestigung der eigentlichen Burg benutzt wurden. Der genaue Start des Baus im 13. Jh. liegt im Dunkeln. Die Domkirche, die später ein Teil der Burg wurde, wird erstmals 1279 und die Burg selbst um 1300 erwähnt, als beide schon fertig waren. Die auf einer Anhöhe gelegene Burg hatte 8 m hohe Mauern. Diese wurden im 15. Jh. weiter verstärkt und später, um 1525, nochmals bis auf 15 m erhöht. An der Westseite der Burg befindet sich ein gewaltiger Turm, der schrittweise bis auf 38 m Höhe erbaut wurde und später als Glockenturm diente. Im Livländischen Krieg 1558 – 1527 wurde die Festungsanlage schwer beschädigt. Unter der folgenden Herrschaft der Schweden und später Russlands verlor die Burg ihre Bedeutung und wurde durch Zar Peter I. teilweise abgetragen. 1625 wurde die Stadt und die Burg Hapsal an Jakob de la Gardie verkauft. Pläne von de la Gardie, aus der Ruine eine moderne Burg- bzw. Schlossanlage zu machen, wurden kaum umgesetzt, da 1688 ein Brand schwere Schäden hinterließ. Im 19. Jh. wurde die Burg zu einem romantischen Park und somit zu einem Ausflugsziel umgewandelt. Durch Spenden konnte die Schlosskirche originalgetreu wiederaufgebaut werden. Zur Sowjetzeit wurde die Kirche geschlossen und als Getreidespeicher genutzt. Erst 1979 konnte die Kirche restauriert werden. 1992 wurde die Kirche wieder der Öffentlichkeit übergeben.

Hattoküll - Hatu, Estland

Das Gut Hattoküll liegt etwa auf halbem Weg zwischen Tallinn (dt.: Reval) und Haapsalu (dt.: Hapsal) nördlich der Autobahn 9 unweit der Küste. Das Gut wurde um 1609 vom Gut Klosterhof (estn.: Kloostri) abgeteilt und liegt in der Nachbarschaft von Kreutzhof (estn.: Risti) und Padis (estn.: Padise). Kreutzhof war seit 1650 im Besitz der Familie von Mohrenschildt und Padis gehörte seit 1630 der Familie von Ramm. Von 1716 bis 1792 war die Familie von Mohrenschildt Eigentümer des Gutes Hattoküll, danach ging es an die Familie von Ramm. Durch Heirat wechselte das Gut zwischen den Familien. Es verblieb bei den von Ramms bis zur Reform 1919. Der letzte Besitzer war Fridolf Gustav-Adolf von Ramm. Das Gutshaus wurde zwischen 1853 und 1864 im neogotischen Stil erbaut. Nach der Wende 1990 war das Anwesen im Besitz der Estonian Manor Ltd. Es wurde nach Investoren aus Finnland gesucht – ohne Erfolg. Bis ca. 2000 stand das Gebäude zum Verkauf. 2018 war es in Privatbesitz. Der freundliche Besitzer, der mit viel Liebe und knappen finanziellen Mitteln das Herrenhaus restauriert, gestattet gern auf Anfrage einen Blick in das Herrenhaus.

 


Hördel, Hoerdel - Höreda, Horeda, estland

Das Gut im Landkreis Raplamaa (dt.: Rappel) wurde 1627 von Berend von Taube gegründet. In der Familie blieb es bis 1710 und ging danach an die Familie von Staal. Ab 1842 war das Anwesen im Besitz der Familie Stackelberg. Das Herrenhaus entstand im 18. Jh. in einer Mischung aus Klassizismus und Barock und war eines der schönsten in Estland. Der Bau wurde aber erst um 1811 durch Gideon von Staal abgeschlossen, der sich damit finanziell ruinierte und das Gut an Alexander von Baumgarten verpfänden musste. Der ovale Zentralteil des Herrenhauses beherbergte einen großen Saal, der reich mit Wandgemälden geschmückt war. 1842 übernahm die Familie von Georg Wolter von Stackelberg das Anwesen. Es verblieb bis zur Enteignung 1919 im Besitz der Familie Stackelberg. Das Schloss befindet sich heute in Privatbesitz und steht leer. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen wurde wenigstens das Dach saniert.

 

Hohenhaupt bei Reval - Mustamäe bei Tallin (Vorort Nömme)

Das Schloss Hohenhaupt (etsn.: auch Glehni Mois) liegt heute in Tallins Vorort Nomme (dt.: Nömme) bzw. Mustamäe (dt.: Schwarzberg). Die Gegend wurde bereits um 1371 als Hohenhaupt erwähnt. Eine Bebauung der Gegend erfolgte erst mit der Übernahme 1821 als Beigut von Jelgimäggi (estn.: Jälgimäe) durch den Deutschbalten Nikolai von Glehn (1841-1923). Er ließ 1872 ein Art Schweizerhaus als erstes Anwesen und 1880 ein etwas exzentrisches Schloß in neogotischem Stil erbauen. Das Schloss war wohl mittelalterlichen Burgen nachempfunden. Es wurde 1886 fertiggestellt. Der Außen- und Innenentwurf stammt vom Besitzer selbst. Zu dem Schloss gehört auch ein Park, den von Glehn selbst gestaltete. Er ließ in dem Park auch selbstentworfene, Skulpturen aufstellen. 1923 (andere Quellen 1919) verließ die Familie von Glehn Estland. Die Stadt Nomme wurde Eigentümerin des Schlosses. 1940 wurde Nomme Teil von Tallin. Das Anwesen verfiel. 1970-1978 wurde es restauriert und gehört heute als Kulturhaus der Technischen Universität von Tallin.