Lost Places & Unlost Places Ostpreussen - Polen, Russland, Litauen

Polen mit Masuren M - Q

Mallinken - Malinka, Ostpreussen, Polen

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Markienen - Markiny, Ostpreussen, Polen

Bereits zur Ordenszeit wurde der Ort als Margunen erwähnt. Mitte des 18. Jh. war das Gut Sitz der Garnisonskommandanten von Bartenstein und erlebte dadurch häufige Besitzerwechsel. 1863 wurde der Besitz durch Leutnant von Berg erworben. In der Zeit wurde vermutlich auch das Herrenhaus errichtet. Ab 1888 war Friedrich von Berg Herr auf Markienen. Er war gesellschaftlich hoch angesehen und hatte viele offizielle Ämter inne u.a. Oberpräsident von Ostpreußen, Generalbevollmächtigter des Hauses Hohenzollern, Adelsmarschall der deutschen Adelsgemeinschaft, preußischer Geheimrat und viele mehr. Das Gut blieb bis 1945 im Besitz der Familie von Berg. Das Herrenhaus glich durch eine umfangreiche Sammlung an ostpreußischen Möbeln und Gemälden der Hohenzollern einem Museum. Die Sammlungen gingen jedoch verloren. Der letzte deutsche Besitzer war Hans Hubert von Berg. Außer ein paar Nebengebäuden ist vom Gut nichts mehr erhalten.

 

Massaunen - Masuny, Ostpreussen, Polen

Das ehemalige Gut Massaunen liegt ca. 9km nördlich von Sepopol (dt.: Schippenbeil) unweit der Grenze zum russischen Kaliningrad. Vermutlich befand sich bereits im 15. Jh. ein Rittergut auf dem Gelände des Ortes. Aber erst Ende des 19. Jh. wurde das eigentlich Gut gegründet. Das Anwesen gehörte zu jener Zeit einer Familie Gerlach. Anfang des 20. Jh. bewirtschafteten zwei Besitzer den Gutsbetrieb, Karl Friedrich Gamp (Mitglied des Reichstages) und Albert Gerlach. Etwas später war Gamp, der mit Clara Bayer, einer Tochter des Mitbegründers der Bayer-Werke, verheiratet war, alleiniger Besitzer und nannte sich –nun geadelt- in Gamp-Massaunen um. Das Herrenhaus entstand ebenfalls Anfang des 20. Jh. im neoklassizistischen Stil mit dominantem Rundbogengiebel als Risalitabschluss. Der verputze Bau wurde durch allerlei Ornamente verziert. Das Herrenhaus hat den Krieg lediglich geplündert überstanden. Wie üblich wurden in den Räumen eine staatliche Landwirtschaftsverwaltung mit Kindergarten und Wohnungen untergebracht. Seit den 1970er Jahren ist das Gebäude unbenutzt und verfällt seitdem zusehends. Noch 1999 war der Bau zumindest äußerlich noch leidlich erhalten. Nach 2010 lässt sich das ehemals prachtvolle Herrenhaus nur noch als Ruine bezeichnen. Auch der einstige Schlosspark lässt sich in dem undurchdringlichen Gestrüpp hinter der Ruine nur mit viel Phantasie noch erkennen.

 

Mehlsack - Pieniezno, Ostpreussen, Polen

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Meischlitz, Mysleta, ostpreussen (zeitweise Westpreussen), Polen

Am Rande des südwestlichen Ostpreußens ca. 15km NW von Dzialdowo (dt.: Soldau) entfernt. Das Gut wurde um 1544 erwähnt. Der Palast in seiner heutigen Gestalt wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jh. um 1880 durch den preußischen Offizier Hugo Waldemar Kressmann erbaut. Der Ort mit seinem Gut gehörte durch den Versailler Vertrag zeitweise zu Westpreußen und somit nach dem I. Weltkrieg zu Polen. Der letzte Besitzer seit 1929 bis zum Ende des II. Weltkrieg war Sigmund Berg. Er wurde um die Jahreswende 1944/45 ermordet. Nach dem Krieg wurde das Gut in einen staatlichen Landwirtschaftsbetrieb umgewandelt. Dieser bestand bis in die 1990er Jahre. Heute befindet sich der Palast in Privatbesitz. Der Palast wurde liebevoll saniert und beherbergt heute ein Hotel- und Restaurantbetrieb.

 

Modgarben - Modgarby, Ostpreussen, Polen

Das ehemalige Gut Modgarben, dass 1339 gegründet wurde, liegt nordwestlich von Barciany (dt.: Barten). Mitte des 19. Jh. war das Gut im Besitz eines Herren Klapper, der angeblich auch Bauherr des klassizistischen Herrenhauses war. Durch Bankrott kam das Gut En de des 19. Jh. in den Besitz der Familie Egloffstein. Durch den Verkauf Anfang des 20. Jh. ging das Gut in den Besitz eines Herren Hasword. Es handelt sich bei dem Gutshaus um einen unregelmäßig angelegten Bau, bei dem ein Flügel zu fehlen scheint, der Säulenvorbau wurde in den 1970er Jahren abgerissen. In den letzten Jahren verfällt das Gebäude zusehends. Der zurückgezogene Mittelbau und der Seitenflügel sind bereits eingestürzt. Noch 2001 war das Anwesen bildlich durch Jackiewicz-Garniec und Garniec nachgewiesenermaßen leidlich erhalten. Heute leben in dem übriggebliebenen Flügel mehrere Familien.

 

Mohrungen - Morag, Ostpreussen, Polen

Das Schlösschen war das Stadthaus der Burggrafen Dohna. Die Dohnas kamen bereits im 15. Jh. als Ordensritter aus Sachsen nach Preußen. 1561 wurde das Grundstück an der Stadtmauer von Mohrungen durch Achatius zu Dohna erworben. 1595 (andere Quellen: 1572) ließ er aus zwei Wohnhäusern und unter Einbeziehung der Stadtmauer das Dohna-Schlösschen erbauen. 1697 beim großen Brand der Stadt wurde das Anwesen zerstört. 1717 erfolgte der Wiederaufbau des Schlosses als barocke Residenz mit zwei Flügeln im stumpfen Winkel angeordnet und inklusive des mittigen Turmes durch Johann Caspar Hindersin. Die Torbauten wurden 1731 hinzugefügt. Im Park befand sich ein Denkmal für den Grafen Georg Conrad Finck von Finckenstein. Seit 1741 wurde zusätzlich im Schloss eine Sonnenuhr aufgestellt. Das Schloss wurde im II. Weltkrieg schwer beschädigt und blieb bis in die 1970er Jahre ungenutzt. 1975 bis 1985 wurde das Schloss wiederaufgebaut und beherbergt heute ein Museum zu Ehren des berühmtesten Sohnes der Stadt, Johann Gottfried Herder. Zusätzlich beherbergt das Schlösschen eine Ausstellung von Gemälden aus dem Dohnaschen Besitz.

 

Neidenburg - Nidzica, Ostpreussen, Polen

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Neuhoff - Zelki, Ostpreussen, Polen

Zelki (dt.: Neuhoff) ist ein kleiner Ort ca. 30km südöstlich von Gyzicko (dt.: Lötzen entfernt) in der Gemeinde Wydminy (dt.: Widminnen). Das Gut wurde als Selken um 1513 gegründet. Letzter deutscher Eigentümer war Max Goertz. Vom Gutshaus scheint nichts erhalten geblieben zu sein. Über dessen Geschichte konnte nichts ermittelt werden.

 

Oberplehnen - Rownina Gora, Ostpreussen, Polen

10 km nördlich von Korsze (poln.: Korschen) liegt das ehemalige Gut Ober-Plehnen, dass sich Ende des 19. Jh. im Besitz einer Familie Roßmussen befand.In den 1920er Jahren gehörte es der Familie Halweg. Das Herrenhaus mit seiner zweifarbigen, geschmückten Fassade wurde im spätklassizistischen Stil in der zweiten Hälfte des 19. Jh. erbaut. Hinter dem Gutshaus befand sich ein Park mit altem Baumbestand. Hiervon sollen Reste erhalten geblieben sein. Das Gebäude hat die Zeitenrecht gut überstanden, verfällt aber nun ungenutzt zusehends. Die Anlage befindet sich heute in privatem Besitz.

 

Osterode - Ostroda, Ostpreussen, Polen

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Osterwein - Ostrowin, Ostpreussen, Polen

Das ehemalige Gut liegt ca. 10km südöstlich von Ostroda (dt.: Osterode) entfernt. Das Gut wurde bereits zur Ordenszeit gegründet und war im 16. Und 17. Jh. im Besitz der Familie von Ölsnitz. Danach war das Anwesen im Besitz der Familie von Pentzig. Von etwa 1860 bis 1945 war die Familie Weitzel von Mudersbach Herr auf Osterwein. Das Herrenhaus wurde im spätbarocken Stil Ende des 18. Jh. erbaut. Im 19. Jh. erfolgten größere Umbauten im Historismusstil. Um 1900 wurde das Haus um eine Etage erweitert. Das Herrenhaus war reich mit Details geschmückt. Vieles ging davon verloren. Zu dem Haus gehörte ein kleiner, wohlgestalteter Park. Heute ist von dem Herrenhaus nur noch eine Ruine erhalten, die sich im Privatbesitz befindet. Über dem Eingang soll eine Wappenkartusche erhalten geblieben sein.

 

Passlack - Paslawki, Ostpreussen, Polen

Der Gutsort im ehemaligen Landkreis Bartenstein (poln.: Bartoszyce) führte um 1400 den Namen Paistlauken, später Pastlauken und Passlauken, Paaslack. Ab 1939 galt der Ortsname Paßlack.  Zu dieser Zeit lebten hier etwa 400 Einwohner. Über das Gut konnten nur wenige Fakten ermittelt werden. Auch liegen keine Informationen zur Geschichte und dem heutigen Zustand des Gutshauses Informationen vor. Lediglich ließ sich ermitteln, dass um 1932 das Gut im Besitz einer Maria von Blankenburg war und durch Heinrich von der Groeben gepachtet wurde.

 

Plötnick - Plutniki, Ostpreussen, Polen

Der Ort liegt auf halbem Weg zwischen Ketrzyn (dt.: Rastenburg) und Korsze (dt.: Korschen). Von dem klassizistischen Herrenhaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. sind leider nur der Mittelteil und ein Flügel erhalten.

 

Podangen - Podagi, Ostpreussen, Polen

Podagi (dt.: Podangen) liegt ca. 20 km nordöstlich von Morag (dt.: Mohrungen) entfernt im ehemaligen Kreis Preußisch Holland (pol.: Paslek). Das Gut wurde erstmals um 1339 urkundlich erwähnt. Es war u.a. im Besitz der Familie von Saucken. Abkauf von der Witwe Anna Catharina von Saucken im Jahre 1663 durch Elias von Kanitz (1622-1674), Hauptmann von Balga. Danach ununterbrochen Stammsitz der Grafen von Kanitz. Letzter Besitzer war Gerhard von Kanitz (1885-1949), der von 1923 bis 1926 Reichslandwirtschaftsminister war. Von dem Anwesen sind nur das imposante Verwalterhaus und Wirtschaftsgebäude erhalten. Herrenhaus wurde 1701 durch Friedrich Wilhelm von Kanitz einstöckig mit seinem charakteristischen tiefen Mansarddach erbaut und 1860 im spätklassizistischen Stil renoviert. Im Garten stand ein Kreuz zum Gedenken an einen Sohn des Hauses, der in der Schlacht von Dennewitz 1813 viel. 1882 erwarb Graf Hans von Kanitz das benachbarte Gut Tüngen (pol.: Bogatynskie).

 

Prassen - Prosna, Ostpreussen, Polen

Unweit von Bartoszyce (dt.: Bartenstein) an der Straße von Sepopol (dt.: Schippenbeil) nach Korsze (dt.: Korschen) liegt etwas versteckt die immer noch eindrucksvolle Ruine des Herrenhauses von Prassen. Das Gut Prassen war seit Ende des 15. Jh. ununterbrochen im Besitz der Familie zu Eulenburg. Ein erstes Herrenhaus entstand 1610. 1667-1668 wurde es zum Barockschloss umgebaut. 1860 wurde dieser Bau komplett im englischen neugotischen Stil umgestaltet. 1876 erfolgte der Bau des markanten Aussichtsturms. Der letzte Besitzer auf Prassen war Graf Mortimer zu Eulenburg bis 1945. Das Herrenhaus hat den II. Weltkrieg unversehrt überstanden und wurde ein staatlicher Besitz mit sozialen und kulturellen Einrichtungen. Da keine Renovierungen vorgenommen wurden, verfiel der Bau mehr und mehr. Heute ist nur noch die romantisch anmutende Ruine erhalten, die seit 1997 im Privatbesitz ist.

 

Quittainen - Kwitajny, Ostpreussen, Polen

Zwischen Morag (dt.: Mohrungen) und Paslek (dt.: Preußisch Holland) befindet sich das ehemalige Gut Quittainen. Schon vor der Ordenszeit gab es hier eine Prussensiedlung. Später entstand aus einem Rittergut das eigentliche Gut. Von 1571 bis 1681 war die Familie von Borcke Besitzer des Gutes. 1691 ging der Besitz nach einem kurzen Zwischenspiel an den Grafen Albrecht von Barfuß (der auch Gouverneur der Festung Spandau bei Berlin war). Dieser heiratete Eleonore von Dönhoff, eine Tochter des Herren auf Friedrichstein, Friedrich von Dönhoff. Die Familie blieb kinderlos und so ging der Besitz an Philipp Otto von Dönhoff. In der Familie Dönhoff blieb das Gut bis 1945. Aus dem Gutsbesitz wurde interessanterweise eine Stiftung gebildet. Das Gut wurde durch einen Kurator verwaltet, der durch die Familie Dönhoff in Friedrichstein gestellt wurde. Das Gutshaus wurde vermutlich im Spätbarockstil bereits 1740 durch die Familie von Barfuß nach Plänen von Jean de Bodt noch vor Schlodien, Friedrichstein und Dönhoffstädt erbaut aber nicht komplett beendet (Angabe nach Lorck). Die Dönhoffs bauten das Gutshaus um ca. 1839 zu einem äußerlich klassizistischen Haus um. Die letzte Verwalterin des Gutes bis zur Flucht 1945 war Marion Gräfin Dönhoff. Das Gut hat den Krieg fast unbeschädigt überstanden. Einiges Inventar konnte gerettet werden. Nach dem Krieg wurde in dem Gutshaus eine Landwirtschaftsschule mit Verwaltung und Lagerräumen eingerichtet. Durch diese Nutzung wurde das Innere des Hauses ruiniert. Durch private Hand wurde das Herrenhaus um 1999 restauriert. Teile der ursprünglichen Dorfstruktur sind ebenfalls erhalten und bilden so ein Gesamtensemble.