Lost Places & Unlost Places  ehemaliges Ostpreussen - Polen, Russland, Litauen

Polen mit Masuren T - Z

Tannenberg - Stebark, Ostpreussen, Polen

Der kleine Ort Stebark (dt.: Tannenberg) liegt ca. 25km südlich von Ostroda (dt.: Osterode) nahe dem bedeutungsvollen Schlachtfeld Grünfelde-Tannenberg. Das Rittergut existierte schon im 14. Jh. Im 16. Jh. gehörte das Gut der Familie Finck von Finckenstein in Gilgenau und danach der Familie Brandt. Zu Beginn des 20. Jh. war das Gut im Besitz der Familie Pagel, die vermutlich auch das kleine Herrenhaus erbaute. Zum Gut gehörte ein kleiner Park, der auch einen kleinen Familienfriedhof enthielt, der bis heute erhalten ist. Das Gutshaus war nach dem Krieg im Besitz eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebes. Noch im Jahr 2013 war das Gutshaus in einem ruinösen Zustand mit zugemauerten Fenstern und leidlich geschütztem Dach.

 

Theuernitz - Turznica, Ostpreussen, Polen

Der kleine Ort liegt etwas südwestlich von Ostroda (dt.: Osterode). Über das Gut und dessen Besitzer ließen sich keine Fakten ermitteln.

 

Ublick - Ublik, Ostpreussen, Polen

Der kleine Ort Ublik liegt ca. 10km nördlich von Orzysz (dt.: Arys) ca. 30km nördlich von Pisz (dt.: Johannesburg) und wurde 1539 gegründet. Das Gut wurde 1788 durch Gottlieb Daniel Kullak gegründet und verblieb bis in die 1930er (andere Quellen: 1920er) Jahre im Besitz der Familie Kullak-Ublick. Die letzten deutschen Besitzer waren die Gebrüder Engelmann. Um 1939 hatte der Ort ca. 320 Einwohner. Das Schloss wurde im 19. Jh. neobarock erbaut, jedoch im I. Weltkrieg stark beschädigt. Danach wurde es im neobarocken Stil wiederaufgebaut. 1945 wurde der Bau durch Brand erneut schwer beschädigt und erst in den 1960er Jahren unter Verwendung der alten Mauern nochmals aufgebaut. Vom einstigen neogotischen Gebäude ist nicht mehr viel zu erkennen. In ihm war zeitweise ein Erholungsheim untergebracht. Heute beherbergt das Gutshaus ein Restaurant und ein Hotel. Der Familienfriedhof ist im wiederhergestellten Schlosspark erhalten.

 

Wehlack - Skierki Wielki, Ostpreussen - Polen

Das ehemalige Gut liegt ca. 5 km südlich von Barciany (dt.: Barten) und wurde vermutlich bereits im 14. Jh. gegründet. Im 19. Und 20. Jh. gehörte das Gut den Grafen von Schwerin. Seit den 1890er Jahren war der Pächter des Gutes Freiherr Georg von der Goltz. Nach dem II. Weltkrieg wurde das Gutshaus als Wohnhaus für Arbeiter eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebes genutzt. Heute befindet es sich in Privatbesitz. Das bis heute erhaltene Gutshaus mit seiner Veranda und der zweiseitigen Treppe entstand um 1900. Das zentrale Gutshaus wurde um zwei Anbauten links und rechts erweitert, die jeweils mit einer Zierattika gekrönt sind


Wildenhoff - Dzikowo Ilawecki, Ostpreussen, Polen

Das Gut liegt nahe der Grenze zum Kaliningrader Gebiet im ehemalige Kreis Preußisch-Eylau (russ: Bagratjonowsk im heutigen Kaliningrader Gebiet) und geht zurück auf das prußische Dorf Ampunden, dass 1414 erstmals erwähnt wurde. 1491 wurde die Ansiedlung Paul Pregel überlassen, der bereits mehrere Güter besaß. 1535 wurde der Besitz an die Familie von Friedrich Truchsess von Waldburg als Lohn für militärische Leistungen gegeben. Diese Familie führte den Namen Wildenhoff ein und machten den Besitz zu ihrem Hauptsitz. Der letzte Erbe aus der Linie der Waldburgs, Gebhard Truchsess von Waldburg, starb 1664 in einem Duell. Seine Mutter Helene Dorothea heiratete 1656 in zweiter Ehe den Ersten Berater des Kurfürsten, Freiherr Otto von Schwerin. Nach dem Tode Gebhards übernahm Otto das Gut. Von da ab verblieb der Besitz in der Familie Schwerin. Friedrich Wilhelm von Schwerin erbte das Gut 1705. Er ließ 1707 das stattliche, zweigeschossige Schloss mit Mittelbau und Seitenflügeln und Mansarddach auf schon vorhandene alte Kellergewölbe aus der Ordenszeit im Stile des Barocks erbauen. Dem Hauptgebäude wurden links und rechts kleinere, einstöckige Pavillons und eine Terrasse hinzugefügt. Das Schloss lag an einem kleinen See. Der letzte Besitzer war Graf Otto von Schwerin, der im II. Weltkrieg noch 1945 an der Ostpreußischen Grenze viel. Am 17. Februar 1945 wurde das Anwesen durch die SS in Brand gesteckt und zerstört. Eine Spur des Bernsteinzimmers führt nach Wildenhoff, da hier Kunstwerke vor der herannahenden Roten Armee in Sicherheit gebracht wurden. Gezielte Grabungen in den 1960er Jahren brachten Überreste von eingemauerten Schätzen (u.a. Medaillen, Bilder, Porzellan) zu Tage, Das Bernsteinzimmer wurde nicht gefunden. Die Frau von Otto von Schwerin, Esther (1904-1985), hielt das Leben auf dem Gut vor dem II. Weltkrieg bis zur Flucht 1945 in dem Buch „Kormorane, Brombeerranken – Erinnerungen an Ostpreußen“ fest.

 

Willkamm - Wielowo, Ostpreussen, Polen - Lost place

Das ehemaligen Gutes Willkamm (pol.: Wielewo) mit seinem versunkenen Herrenhaus liegt ca. 30km nördlich von Ketrzyn (dt.: Rastenburg) nahe der russischen Grenze. Willkamm wurde bereits 1409 gegründet und 1474 durch den Deutschen Orden an den Ritter Rautter vergeben. Bis 1945 verblieb das Gut in der Familie von Rautter. Zu dem Gut gehörte ein berühmtes Gestüt, dass Trakehner züchtete. Das Herrenhaus mit seinem mächtigen Mansarddach stammt aus dem Jahr 1797. Um 1920 erfolgten grundlegende Erweiterungen und Umbauten im Stile des Rokokos mit neoklassizistischen Elementen. Nach dem II. Weltkrieg war auf dem Gut ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb und Militär untergebracht. Das Herrenhaus verfiel nach der Wende und ist heute nur noch eine traurige Ruine – ein echter Lost Place.

 

Woplauken - Woplawki, ostpreussen, Polen

Das ehemalige Herrenhaus befindet sich ca. 2km nördlich von Ketrzyn (dt.: Rastenburg) entfernt. Das heutige Herrenhaus wurde erst um 1806 am Ort früherer Häuser, die durch Brand zerstört wurden, erbaut. Die noch heute ersichtliche harmonische Neorenaissanceform erhielt es um 1880 durch die Gutsherrin Anna Schmidt von Schmidtseck (geb. Gräfin Eulenburg auf Prassen). Noch heute sind Wirtschaftsgebäude erhalten. Nach 1945 beherbergte das ehemalige Gut einen staatlichen Landwirtschaftsbetrieb und in dem Gutshaus waren Büros und Wohnungen untergebracht. Heute ist das Gutshaus verlassen und verfällt mehr und mehr. Der einstige Gutspark existiert nicht mehr.

 

 

Worienen - Woryny, Ostpreußen, Polen

Das Gut mit dem Schloss befand sich im ehemaligen Landkreis Preußisch Eylau (russ.: Bagratjonowsk), heute in Polen nahe der Grenze zu Kaliningrad westlich von Bartoszyce (dt.: Bartenstein). Das Gut wurde ursprünglich vom Deutschen Orden gegründet. Bis 1525 verblieb das Gut im Besitz des Deutschen Ordens und wurde dann an die Familie Lehndorff verliehen. Das Gut muss auch im Besitz der Familien von Tettau und von Bredow gewesen sein. Leider ließen sich trotz seiner Größe zum Schloss und seiner Entstehungsgeschichte kaum Informationen ermitteln. Das Schloss entstand vermutlich auf einer prußischen Festungsanlage. Es soll über eine Zentralheizung verfügt haben. Zu dem Schloss gehörte ein Reitstall, weitere Wirtschaftsgebäude und ein weitläufiger Park mit vielen Rotbuchen. Schon vor dem 2. Weltkrieg wurde das Schloss verlassen und deshalb eine Schule in ihm eingerichtet. Später war in einem Teil von 1932 bis 1933 ein Wehrertüchtigungslager dort untergebracht. Später wurde es zu einem Landjahrlager umgewandelt und blieb es bis 1945. Das Schloss hat den Krieg unbeschadet aber geplündert überstanden. Unmittelbar nach dem wurde hier ein Waisenhaus für deutsche Kinder eingerichtet. Danach blieb es ungenutzt und verfiel. In den 1970er Jahren wurde es dann vollständig abgetragen.

 

Woymanns, Woimans - Wojmiany, Ostpreussen, Polen

Der kleine Ort Wojmiany, zwischen Gorowo Ilaweckie (dt.: Landsberg) und Bagratjonowsk (dt.: Preußisch Eylau) nahe der Grenze zum russischen Kaliningrad gelegen, wurde um 1340 gegründet und führte den Namen Weymannsdorf, später auch Weißmannsdorf, Woymans und Woimans bis er 1939 in Woymanns „eingedeutscht“ wurde. Über die Geschichte des Gutes und des Gutshauses und dessen heutigen Zustand ließen sich keine Fakten ermitteln. Aus der Ansichtskarte von 1934 lässt sich ableiten, dass das Gut zu jener Zeit als Landjahrheim genutzt wurde und wohl nicht mehr im Besitz einer (Adels-) Familie war.