Lost Places & Unlost Places Ostpreussen - Polen, Russland, Litauen

Polen mit Masuren G - L

Gallingen - Galiny, Ostpreussen, Polen

Zur Unterstützung des Deutschen Ordens kam im 13. Jh. die Angehörige der Familie Eilenburg (später Eulenburg) nach Preußen. 1468 bekamen diese für ihre Verdienste Ländereien verlehnt. Darunter war auch das erstmals 1336 schriftlich erwähnte Dorf Gallingen südlich von Bartenstein (Bartoszyce). Dieser Besitz blieb bis 1945 ununterbrochen bei der Familie Eulenburg. Der letzte Besitzer war Graf Bodo Wend zu Eulenburg. Der ehemalige Reichstagsabgeordnete starb auf dem Weg der Verschleppung nach Sibirien. Das Schloss Gallingen mit seinen Wirtschaftsgebäuden und Park liegt malerisch am Flüsschen Pissa. Der älteste, U-förmig angelegte Teil des einst wehrhaften Schlosses Gallingen stammt bereits aus dem 16. Jh. Das heutige Herrenhaus stammt wohl aus dem 18. Jh. Gotische Umbauten nach einem Brand aus dem 19. Jh. wurden im 20.Jh. wieder beseitigt. Der wiederhergestellte Anblick blieb bis heute erhalten. 1945 wurde die gesamte Anlage geplündert. Nach dem Krieg diente das Schloss als Ferienlager für Kinder. Danach wurde das Gut durch wechselnde Betreiber unterschiedlich genutzt und verfiel völlig. Seit 1995 ist das Gut in privatem Besitz. Die neuen Eigentümer sanierten das Anwesen unter Berücksichtigung von Denkmalauflagen mit viel Enthusiasmus. Heute sind hier ein Hotel und ein Gestüt beheimatet.

 

Gehlweiden - Galwiecie, ostpreussen, Polen

Das ursprüngliche Rittergut entstand 1531. Im 18. Jh. war das Gut im Besitz einer Familie Wierzbicki. Ein weiterer Besitzer war im 19. Jh. die uralte, ursprünglich aus Pommern stammende Familie von Horn. Der Besitz wurde Anfang des 20. Jh. mit 2231 Hektar zu groß und ließ sich wirtschaftlich nicht halten. Durch wirtschaftliche Schwierigkeiten umfasste das Gut unter der Besitzerin Helene Stössel von der Heyden in den 1920er Jahren nur noch 637 Hektar mit einer dazugehörigen Brennerei. Es kam zum Konkurs und der staatlichen Übernahme in den 1930er Jahren. Danach erfolgte die Nutzung als Landwirtschaftsschule. Das spätklassizistische Gutshaus entstand Mitte des 19. Jh. im Stile alter baltischer Herrenhäuser. Im I. Weltkrieg wurde das Herrenhaus stark beschädigt aber nach Notizen von Carl Grommelt wiederaufgebaut. Den II. Weltkrieg überstand das Gutshaus. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt. Vor ein paar Jahren erfolgten der aktuellen Nutzung entsprechende, sinnvolle aber aus architektonischer Sicht unpassende Umbauten der Fensterfront. Der einstige Park ist bis auf ein paar alte Bäume fast vollständig verschwunden.

 

Gergehnen - Girgajny, Ostpreussen - Polen

Das ehemalige Gut Gergehnen liegt malerisch an einem See unweit von Saalfeld. 1860 wurde das verwilderte Anwesen von Hermann Otto Glüer gekauft. Bis 1913 führte er hier einen modernen Landwirtschaftsbetrieb. Danach ging das Gut an einen seiner Söhne, Ernst Heinrich. Dessen Sohn Siegfried war sein Nachfolger. Dieser fiel jedoch Anfang des II. Weltkriegs. Nach dem II. Weltkireg gehörte das Gut einem Landwirtschaftsbetrieb und diente als Wohnhaus. Das Gutshaus wurde 1860 erbaut und hat einen interessanten quadratischen Grundriss. Das Gebäude ist bis heut gut erhalten und wurde nur durch unpassende Fenster etwas verunstaltet.

 

Gilgenburg - Dabrowno, Ostpreussen - Polen

Der Ort liegt ca. 50km südwestlich von Olsztyn (dt.: Allenstein) am Großen und Kleinen Damerau-See (poln.: Dabrowa Wielka und Dabrowa Mala). Der Name des Ortes war zunächst Ylienburg und Ilgenburg und leitete sich vom Pruzzischen Wort Ilga (langgestreckter See) ab. An der Landenge wurde zum Schutz des Weges um 1316 eine kleine Burg aus Feldsteinen an der Stelle einer früheren pruzzischen Wehranlage errichtet. Der Ordensritter Beringer von Meldungen war zu dieser Zeit Hüter der Burg. Im Schutz der Burg ließen sich deutsche Siedler nieder und schon 1326 erhielt Gilgenburg das Stadtrecht. Das Ordenshaus besaß eine solide Balkendecke. Die Burg wurde mehrfach zerstört, wieder auf- und umgebaut, so dass sich seine ursprüngliche Gestalt nicht mehr ermitteln lässt. Vor allem in der Schlacht von Tannenberg 1410 wurde die Stadt durch das polnisch-litauische Heer erobert und geplündert. Gilgenburg wurde niedergebrannt. Wegen der finanziellen Not des Deutschen Ordens wurde die Burg als Soldersatz dem Hauptmann Georg von Löben verpfändet. Dieser verkaufte den Besitz dem polnischen Niklas Wilko. 1495 konnte der Orden endlich den Pfand bezahlen und gab die Burg dann an den Ordensrat Hans von der Gablenz. 1544 ging das Lehen an Friedrich von Oelsnitz und durch Kauf 1572 an den Hauptmann Felix Finck von Finckenstein. In dessen Familie verblieb es bis zum Untergang Ostpreußens. Durch Ernst Finck von Finckenstein wurden im 17. Jh. erhebliche Umbauten des Ordenshauses zu einem Barockschloss vorgenommen. Sehr zum Bedauern von Historikern wurde erst um 1870 ein Torturm abgetragen. Im II. Weltkrieg wurde das Schloss schwer beschädigt. Es sind nur noch Mauerreste am Ufer des Großen Damerau-Sees erhalten.

 

Glaubitten - Glowbity, Ostpreussen - Polen

Der Ort Glaubitten wurde bereits 1362 gegründet. Lange Zeit war die Familie Boehm Besitzer des Gutes. Ein Familienmitglied, Otto Boehm (1817-1897) war Mitbegründer der Südbahn, die von Pillau nach Königsberg und weiter von Lyck nach Prostken führte. Der Ort Korschen hatte es ihm zu verdanken, dass hier einer der bedeutendsten Eisenbahnknotenpunkte von Ostpreußen entstand, da er hierfür Bauland zur Verfügung stellte. Das Gutshaus entstand im neogotischen Stil 1853. Der letzte deutsche Besitzer war Jochen Boehm, der im Volkssturm 1945 fiel. Das Gutshaus brannte im Januar 1945 ab. Das Plateau, auf dem das Herrenhaus etwas abseits des kleinen Ortes Glowbity einst stand, ist noch gut zu erkennen. Vor diesem Plateau fällt eine Freifläche sanft in Richtung Wald und zu einem Bach hin ab. Diese verwilderte Fläche und das sie umschließende Dickicht haben einst den Park der Anlage gebildet. In diesem völlig verwilderten und kaum noch zu erkennenden Park finden sich die Reste eines kleinen Friedhofs mit den Gräbern der Familie Böhm.

 

Görlitz - Girloz, ostpreussen, Polen

Das einstige Gut Görlitz lag etwa 6 km entfernt von Rastenburg (poln.: Ketrzyn)am Zeiser See. 1353 wurde hier ein erstes Forsthaus zur Versorgung der Ordensburg Rastenburg mit Wild angelegt. Das spätere Dorf und Gut erhielt seinen Namen von Ritter Hans von Görlitz, der am nahen Zeiser See sein Jagdschloss im 14. Jh. errichtete. Ende des 19. Jh. war das Gut im Besitz der Familie Normann.  Das eigentliche Gutshaus wurde vermutlich ebenfalls im 19. Jh. erbaut, ist aber heute nicht mehr vorhanden. 1912 erwarb Dodo Freiherr zu Innhausen und Knyphausen das Anwesen. Von 1913-1915 erfolgte der Neubau eines Gutshauses in malerischer Lage mit Garten, Alleen und Terrassen. Teile der zum Gut gehörenden Ländereien wurden für den Bau von Hitlers Wolfsschanze requiriert. Baron von Knyphausen klagte erfolglos gegen die Requirierung. Die Familie zu Knyphausen mit Frau Elsa Fürstin zu Innhausen und Knyphausen wohnte mit 4 Töchtern bis 1945 hier. Das Gutshaus überstand den Krieg unversehrt und ist heute nach umfangreicher Renovierung ein Hotel.

 

Gross-Kirsteinsdorf - Kirsztanowo

Der Ort liegt zwischen Ostroda (dt.: Osterode) und Olsztynek (dt.: Hohenstein).

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Gross-Medunischken - Mieduniszki wielki, Ostpreussen, Polen

Nachweislich war 1523 Graf von Schlieben Besitzer des Gutes Medunischken. Im 18. Und 19. Jahrhundert war das Gut Eigentum der Familie Fahrenheid – Beynuhnen. Danach ging es in den Besitz von Anna von Bujak und dem geheirateten Eduard Schmidt aus Altenstadt. Im I. Weltkrieg brannte das Herrenhaus ab und 1922 wiederaufgebaut. Bis 1945 blieb das Anwesen im Besitz der Familie Schmidt. Nach 1945 wurde das Gut mit seinem Herrenhaus durch eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft verwaltet, die in den 1990er Jahren aufgelöst wurde. 1997 wechselte das Gut in Privatbesitz mit dem Plan, hier eine Pension einzurichten. 2003 brannte das Herrenhaus erneut ab. Brandstiftung wird vermutet konnte aber nicht bewiesen werden. Die Ruine ist nun sich selbst überlassen und verfällt immer weiter.

 

Gross-Pötzdorf - Pacoltowo, Ostpreussen, Polen

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Gross-Schwansfeld - Labednik, Ostpreussen - Polen

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes unweit von Bartoszyce (dt.: Bartenstein) lässt sich um 1330 nachweisen. Das Gut war 1484 im Besitz eines Ritters Veit Feichter. 1537 erfolgte der Übergang an Oberst Märten von Kanacher. Im Besitz der Familie Kannacher verblieb das Gut bis 1673 (die Angaben schwanken hier je nach Quelle). Danach erwarb Friedrich von der Groeben um 1694 das Anwesen. Nun blieb das Gut bis zum Ende des II. Weltkriegs in Familienbesitz. Graf Ludwig von der Groeben war der letzte deutsche Besitzer. Nach Ende des II. Weltkriegs nutzten russische Soldaten das Herrenhaus als Unterkunft. Später war ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb mit Büros und Wohnungen hier untergebracht. In der Folgezeit verfiel der Bau. In den 1980er und 90er Jahren wurde das Gebäude von der staatlichen Denkmalpflege saniert. Das somit gut erhaltene Herrenhaus befindet sich heute in privatem Besitz. Die Familie von der Groeben blieb auch nach dem Krieg ihrer Heimat verbunden und unterstützte und förderte durch Spenden den Erhalt von Kulturdenkmäler und den Betrieb von sozialen Einrichtungen in Polen. Friedrich Wilhelm von der Groeben erhielt deshalb die Ehrenbürgerschaft von Bartoszyce (Bartenstein). Die ältesten Teile des Herrenhauses stammen aus dem 17. Jh. Andere Quellen sprechen vom Bau des Herrenhauses um 1717. 1861 erfolgte wesentliche Umbauten. Der Stil wurde spätklassizistisch mit neobarocken Ergänzungen.

 

Gudnick - Gudniki, Ostpreussen - Polen


Der kleine Ort Gudnick nördlich von Reszel (dt.: Rössel) und südlich von Korsze (dt.: Korschen) wurde vermutlich um 1340 gegründet. Über das Gut, seine Geschichte und seinem heutigen Zustand ließ sich kaum etwas ermitteln.

 

Hermenhagen - Osieka, Ostpreußen - Polen

Das ehemalige Gut liegt unweit von Bartoszyce (dt.: Bartenstein). Die Gründung des Dorfes erfolgte 1340 durch Hermann von Heyne. Auf ihn geht der Ortsname zurück.  Das Gut wurde im 16. Jh. angelegt. Von 1821-1829 war es im Besitz der polnischen Adelsfamilie Kurowski. Die Besitzer wechselten oft. 1905 war das Anwesen in den Händen der Familie von Ascheraden und später Richter und Wegel. Nach dem II. Weltkrieg im Besitz eines Landwirtschaftsbetriebes und zunächst als Schule, später als Wohnhaus genutzt. Nach der Wende wurde das Anwesen durch private Hände erworben und gründlich saniert. Heute befinden sich hier ein Restaurant und ein Hotel. Das Herrenhaus im italienischen Stil stammt aus dem Jahr 1861 und wurde durch den Baumeister O.V. Printz errichtet. Das lassen zumindest eingemeißelte Initialen und Jahreszahlen am Turm vermuten. Der 3-geschossige quadratische Turm ist das auffallende Merkmal an diesem Gutshaus.

 

Hilff - Gile, Ospreussen - Polen

Das ehemalige Gut liegt etwa 5km von der Kreisstadt Bartoszyce (dt.: Bartenstein) entfernt. Das Gute wechselte oft den Besitzer. Zu ihnen gehörten die Familien Kowalski, Zerbe und Bieler. Das Herrenhaus war zur Parkseite hin mit seinem dreistöckigen Turm, Veranda, Freitreppe und Dacherker reich dekoriert. Heute dient das leidlich gut erhalten Gebäude als Wohnhaus. Weitere Details ließen sich bislang nicht ermitteln.

 

Jäglack - Jeglawki, Ostpreussen - Polen

Das ehemalige Gut Jäglack liegt unweit von Srokowo (dt.: Drengfurt) an einem kleinen See. Über die frühe Geschichte zur Zeit des Deutschen Ritterordens ist außer seiner Existenz wenig bekannt. Von 1821 (andere Quellen 1825) bis 1945 war das Gut im Besitz der Familie Siegfried. Zur Ordenszeit stand am Platz des heutigen Schlosses bereits ein fester Bau als Jagdhaus, dass 1377 erbaut wurde. Aus dieser Zeit sind noch Kellergewölbe erhalten geblieben. Dieser Bau wurde wohl beim Tatareneinfall Mitte des 17. Jh. zerstört. Das neue Herrenhaus im englischen, neogotischen Stil stammt aus dem Jahr 1848. Zu dem Schloss gehörte eine schöne Parkanlage, von der heute nur noch wenige Reste zu finden sind. Der letzte deutsche Besitzer war Werner Siegfried. Im Ort Jäglack wurde 1934 der Schriftsteller Arno Surminski geboren. Der Ort mit seinem Schloss bildet den Rahmen in seinem berühmten Buch „Jokehnen – oder wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland“. Nach dem Krieg war das Schloss Sitz eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebes. Seit 2001 ist die Anlage in Privatbesitz. Bis in die heutigen Tage finden mit Unterbrechungen an dem Schloss Renovierungsarbeiten statt.

 

Jagotschen, Gleisgarben - Jagozcany, Ostpreussen - Polen

Der kleine Ort liegt westlich von Goldap (dt.: Goldap) unmittelbar an der Grenze zum Kaliningrader Gebiet. Der Ort wurde 1938 in Gleisgarben umbenannt. Das Gut gehörte einer Familie Dalheimer. Das Gutshaus entstand durch den Architekten Fritz Schopohl aus Berlin. Mehr Informationen ließen sich nicht ermitteln. Vermutlich existiert es heute nicht mehr.

 

Juditten - Judity, Ostpreussen - Polen

Unweit von Bartoszyce (dt.: Bartenstein), naher der Grenze zu Kaliningrad, befindet sich die Gutsanlage von Juditten. Das Gut hat die Zeiten fast unzerstört überdauert. Die Geschichte des Gutes beginnt bereits zur Ordenszeit. Seit 1711 bis 1944 war das Gut im Besitz der Familie von Kunheim, die ursprünglich aus dem Elsass kam und mehrere Güter in Ostpreußen besaß. Ab dem 18. Jh. war das Gut der Stammsitz der Familie und erlebte seine Blütezeit. 1847 übernahm Wilhelm von Kunheim den Besitz. Er war mit Fanny van der Groeben aus Groß Schwansfeld (poln.: Labednik) verheiratet. Er baute 1862-1863 das noch heute existierende Herrenhaus mit neugotischen und spätklassizistischen Merkmalen. Der schlichte Bau in roter Ziegelausführung macht das Herrenhaus zu etwas Besonderem. Nach dem Krieg war in dem Herrenhaus das staatliche Gestüt Liesken (poln.: Liski) mit einem Kindergarten und Wohnungen untergebracht. In den 1980er Jahren wurde das Haus geräumt. Seit 1998 ist das ehemalige Herrenhaus in Privatbesitz. 2014 machte das Haus keinen gepflegten oder genutzten Eindruck. Der vorgelagerte Park war völlig verwildert.

 

Korklack - Kurklawki, Ostpreußen - Polen

Auf dem Gebiet des Gutes Korklack befand sich bereits eine prußische Ansiedlung. Der Name geht zurück auf das prußische Wort Kurkolaucks und bedeutet „Feld des Gottes Kurko“. Mitte des 14. Jh. wurde das Gebiet als Gut durch den Hochmeister des Deutschen Ordens verliehen. 1540 fiel das Gut an die Familie von Friedrich von Hohendorff. Ende des 17. Jh. ging der Besitz an die Familie von Schlieben auf Birkenfeld und wurde Teil der Gutsherrschaft Birkenfeld. 1786 verkauften Familienmitglieder das Gut an den späteren Generalleutnant und Grafen Carl Friedrich von Klinckowstroem. 1798 erfolgte der Bau des bescheidenen, barocken Gutshauses. 1816 starb Graf Carl Friedrich von Klinckowstroem und das Gut ging an den zweiten Sohn Karl Friedrich. Bis 1908 blieb das Anwesen im Besitz der Familie Klinckowstroem, musste dann aber auf Grund finanzieller Schwierigkeiten verkauft werden. Das Gut wurde von Lazlo von Egan-Krieger übernommen. Lazlo fiel bereits am Anfang des I. Weltkrieges an der Westfront. Korklack wurde währenddessen durch russischen Truppen verwüstet, danach aber wiederaufgebaut. Die Witwe von Lazlo, Marie, heiratete Erich Freiherr von Campenhausen, einen baltischen Adligen. Viele Adlige waren auf der Flucht vor den Kämpfen im Baltikum in Korklack zu Gast, u.a. Luise von Baer oder Baroness von Stackelberg. Im Dezember 1944 flüchtete Marie von Camphausen vor der herannahenden Front, wurde aber in deren Verlauf durch Rotarmisten erschossen. Das Gutshaus Korklack wurde nach dem II. Weltkrieg komplett abgetragen. Reste der Wirtschaftsgebäude sind teilweise vorhanden.

 

Lackmedien - Debiany, ostpreussen - Polen

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Lamgarben - Garbno, Ostpreussen - Polen

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Landskron - Smolanka, Ostpreussen - Polen

Unweit von Bartoszyce (dt.: Bartenstein) liegt das nahezu unversehrte Gutshaus von Landskron. Der Bau wurde im schlichten, klassizistischen Stil erbaut. Das Haus ist weitestgehend Baugleich mit dem nur wenige Kilometer entfernten Gutshaus von Roschehnen. Über die Geschichte des Gutes Landskron ließ sich nur wenig ermitteln. Heute wohnen mehrere Familien in dem ehemaligen Gutsgebäude.

 

Langheim - Lankiejmy, Ostpreussen - Polen

 

Das Gut im ehemaligen Kreis Rastenburg (poln.: Ketrzyn) unweit von Korsze (dt.: Korschen) wurde 1728 vom polnischen Oberst Heinrich Wilhelm von der Groeben (1657 – 1729) erworben. Der Ort selbst wurde bereits 1367 gegründet. Das Gut wurde nach dem Tod von Heinrich Wilhelm 1729, um Erbstreitigkeiten unter den vier Söhnen zu vermeiden, in eine Stiftung überführt. Das Schloss wurde als eine der letzten ostpreußischen Schlösser als barocke Anlage aber im klassizistischen Schnitt 1805 nach Entwürfen von David Gilly erbaut. Es brannte 1945 beim Einmarsch der Roten Armee völlig aus. Der letzte Herr auf Langheim war Georg von der Groeben (1897 -1951). Über das gezeigte Gutshaus Langheim konnte nichts in Erfahrung gebracht werde. Eventuell handelt es sich um einen Herrensitz in der Nähe von Langheim.

 

Lauck, Lauk - Lawki, Ostpreußen - Polen

Das barocke Schloss zu Lauck im ehemaligen Kreis Preußisch-Holland (poln.: Paslek) unterhalb von Braniewo (dt.: Braunsberg) wurde um 1700 durch Christoph Friedrich zu Dohna erbaut. Vorher bestand hier ein Jagdhaus. Auffallend an dem Bau war die strenge, hochgezogene Fassade, die auf ein repräsentatives Säulenportal verzichtete. Der Architekt ist unbekannt. Um 1870 wurde der stimmige Eindruck des Schlosses durch einen Anbau stark beeinträchtigt. Der Ort wurde bereits 1376 gegründet. Das Gut war seit 1525 in Dohnaschem Besitz. Lauck gehörte mit Schlobitten, Schlodien und Reichertswalde zu den vier großen Besitzungen der Dohnas. Lange Jahre hatte das Gut mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Nach dem Aussterben der Reichertswalder Dohna-Linie 1878 zogen die Dohnas in das Schloss zu Reichertswalde. Das Schloss in Lauck wurde vermietet und verfiel langsam. 1935 wurde das Gebäude abgetragen und gehört damit zu den wenigen Schlössern, die bereits vor dem II. Weltkrieg und durch den Willen der Besitzer aufhörten zu existieren.

 

Lehnarten - Lenarty, Ostpreussen - Polen (Lost Place)

Der kleine Ort liegt ca. 10km nördlich von Olecko (dt.: Treuburg), nahe Biala Olecka (dt.: Billstein) entfern. Das ehemalige Gutshaus liegt versteckt auf einer Anhöhe in dichtem Gebüsch am Ortsrand. Das Land Lehnarten an der Weiss (poln.: Biala) wurde als Beigabe zum Gut Kujawa dem Balthasar Zenger verliehen. Im 17. Und 18. Jh. gehörte der Besitz den polnischen Adelsfamilien Krainski, Wieckowski und Ciesielski. Ende des 19. Und Anfang des 20. Jahrhundert gehörte das Gut einer Familie Wachsmann. 1932 war das Gut im Besitz von Ilse Wachsmann. Der Gutsverwalter war Gottfried Weber. Zu dieser Zeit umfasste das Gut knapp 700 ha Land. In der ersten Hälfte des 19. Jh. wurde das klassizistische Herrenhaus errichtet. Zu der Zeit wurde Lehnarten Hauptsitz des Gutes und Kujawa Vorwerk. Zum Gut gehörte auch eine Brennerei. Das Gutshaus ist völlig verwahrlost. Im Inneren lassen sich Überreste einer edlen Stuckverzierung an den teils eingestürzten Decken erkennen. Weitere Details zum Gut und dessen Besitzern konnten nicht ermittelt werden.

 


Lötzen - Gizycko, Ostpreussen - Polen

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Losgehnen - Lusiny, Ostpreussen - Polen

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Loszainen, Lossainen - Lezany, Ostpreußen - Polen

Im ehemaligen Kreis Rössel (poln.: Reszel) ca. 10km südlich der ehem. Kreisstadtam Legienskie-See (dt.: Legienersee), Das Dorf wurde bereits um 1359 gegründet. Vermutlich gehörte das Gut früher zum Gut Legienen (poln.: Leginy) und wurde erst im 18. Jh. selbstständig. 1885 ging da Gut durch Kauf an die Familie von Gustav Fischer. Sein Sohn war Konteradmiral und wurde 1910 geadelt. Er nannte sich Fischer-Loßainen. Das Herrenhaus wurde vermutlich um 1910 im damals modernen neobarocken Stil mit Mansarddach und polygonalen Türmen erbaut. Viele architektonische Details zieren das Haus. Im Innern ist einiges an Ausstattungselementen erhalten geblieben. Das Herrenhaus ist von einem eindrucksvollen Park umgeben. Im II. Weltkrieg wurde das Herrenhaus kaum beschädigt, jedoch stark geplündert. Nach dem Krieg gehörte das Gut zur Universität Olsztyn (dt.: Allenstein). Heute befindet sich das Gut in Privatbesitz und ist in einem gepflegten Zustand.