Lost Places & Unlost Places Ostpreussen - Polen, Russland, Litauen

Russland, Kaliningrader Gebiet A - G

Adamsheide - Abelino, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das Gut Adamsheide lag ca. 25km westlich von Darkehmen (russ.: Osjorsk) im heutigen Kaliningrader Gebiet und war im Besitz der Familie von Quandt. Das Gutshaus aus dem Ende des 17. Jh.  wurde vermutlich von Adam von Schlieben erbaut. Es handelte sich um ein Mansardbau mit klarer, kompakter Form. Der auf der alten Ansicht erkennbare Querbau wurde 1935 abgerissen. Mehr als die knappen Informationen von Lorck ließen sich nicht über das Gut ermitteln. Der heutige Zustand ist unbekannt.

 

Adlig Pareyken, Goldberg - Seljonoje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Der Ort südlich von Labiau (Polessk) wurde 1378 als Paricken gegründet. 1938 ließen die Nationalsozialisten den Ortsnamen in Goldberg „eindeutschen“. Über das Gut und seinen heutigen Zustand sind so gut wie keine Informationen ermittelbar.

 

Arnsberg - Pobeda, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Der Ort im ehemaligen Kreis Preußisch-Eylau (russ.: Bagratjonowsk) an der Straße zwischen Wittenberg (russ.: Niwenskoje) und Kreuzburg (russ.: Slawskoje) wurde etwa in der Mitte des 14. Jh. gegründet. Ab 1541 wird das Gut dem Kasper von Nostiz zugeschrieben. Ab 1827 war das Gut im Besitz der Familie Motherby, die ursprünglich 1751 aus England nach Königsberg (russ.: Kaliningrad) eingewandert war (Vater Robert Motherby, der später auch mit Immanuel Kant befreundet war). Der Sohn William Motherby war ein berühmter Arzt in Königsberg. Später ging das Gut an die Familie von Kalckstein. Durch wirtschaftliche Schwierigkeiten musste das Gut 1934 an Erwin Eichstaedt veräußert werden. Dieser viel 1945 in den letzten Kriegstagen an der Front. Die Familie floh nach Schleswig-Holstein. Unter Eichstaedt wurde das Gut ein wirtschaftlich erfolgreicher Viehzuchtbetrieb mit Schweine-, Rinder-, Pferde- und Schafszucht. Das zweistöckige, an den italienischen Baustil angelehnte Gutshaus wurde 1872 nach einer Italienreise von Motherby und Fritz von Fahrenheid aus Beynuhnen errichtet. Das in schlichten Linien ausgeführte Herrenhaus besaß einen Innenhof mit Glasdach und eine weitgeöffnete Loggia an der Nordseite. Über den heutigen Zustand des Gutshauses ließen sich keine Fakten ermitteln.

 

Auglitten - Progress, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Über das Gut Auglitten im heutigen Bezirk Kaliningrad ließen sich keine Angaben ermitteln. Es ist nicht gesichert ob es sich tatsächlich um das Gut bei Prawdinsk (dt.: Friedland) oder um das Anwesen bei der polnischen Stadt Elk (dt.: Lyck) handelt. Auch ob das Herrenhaus mit Walmdach noch existiert, konnte nicht ermittelt werden.

 

Austinehlen, Austinshof - Orlowka, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Bis 1938 hieß der zwischen Insterburg und Gumbinnen gelegene Ort Austinehlen und wurde dann in Austinshof eingedeutscht. Diesen Namen behielt der Ort bis 1950. 1925 wird ein Rittergutsbesitzer Otto Burchard erwähnt. 1932 war das Gut im Besitz der Familie des Hauptmanns a. D. Fritz Gommelt. 1939 waren auf dem Gut „Arbeitsmaiden“ des Reichsarbeitsdiensts RAD untergebracht. Über die Geschichte des Ortes nach dem II. Weltkrieg und über den Zustand des Gutshauses liegen keine Informationen vor.

 

Ordensburg und Gut Balga - Wessjoloje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Die Befestigung Balga (auch Honeda) bei Heiligenbeil (russ.: Mamonowo) wurde durch den Deutschen Orden um 1239 am Haff am Ort einer früheren Prussenanlage gegründet. Der Name geht auf den prußischen Begriff für „Sattel“ zurück. Ab 1250 war es Sitz der Komturei. Von hier erfolgte die Besiedlung des Hinterlandes. Ca. 1300 wurde die sechseckige Befestigungsanlage abgeschlossen. Im 14. Jh. entstand eine Vorburg, von der wohl noch Reste erhalten geblieben sind. 1499 endete die Nutzung als Komturei und die Burg wurde Sitz eines Amtshauptmannes. Nun verfiel die Burganlage zusehends. Dem Schwedenkönig Gustav Adolf diente die Anlage 1627 als Lager. 1647 wurde die Burg abgetragen und das Material zum Bau der Festung Pillau (russ.: Baltijsk) benutzt. Nur der Wehrturm blieb erhalten. Dieser wurde 1929 nochmal saniert und hier ein Heimatmuseum untergebracht. Jedoch wurde er in den heftigen Kämpfen im Frühjahr 1945 endgültig zerstört. Heute sind nur noch Mauerreste der Burg erhalten.

Zu der Burganlage gehörten ein Gut und ein kleines Dorf. 1849 wurde das Gut an die Familie von Glasow verkauft. Als Rittergut verblieb das Gut bis 1945 in dieser Familie.

Zu der Burganlage gehörten ein Gut und ein kleines Dorf. 1849 wurde das Gut an die Familie von Glasow verkauft. Als Rittergut verblieb das Gut bis 1945 in dieser Familie. Das Herrenhaus mit Halbwalmdach mit Schleppdach und verglastem Eingangsbereich stammte wohl aus der zweiten Hälfte des 18. Jh.

 

 

 

Ballethen - Sadowoje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

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Beynuhnen - Uljanowskoje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Etwa 10 Kilometer südwestlich von Osjorsk (dt.: Darkehmen bzw. später Angerapp) lag das Gut Beynuhnen. Dieses Gut war im 17. Jh. im Besitz der Grafen Lehndorff (auf Steinort). Seit 1793 war das Anwesen im Besitz der Familie Fahrenheid, einer durch Ausübung des Salzmonopols wohlhabenden Familie aus Königsberg. Fritz von Fahrenheid (1815-1888) war ein leidenschaftlicher Sammler von antiken Skulpturen und anderen Kunstwerken. Er ließ das prachtvolle Schloss mit dem Ziel erbauen, ein Museum zu schaffen, dass den klassischen Humanismus sichtbar und der Allgemeinheit zugänglich machen sollte. Bereits 1847 wurde begonnen, einen prachtvollen Park um das Schloss anzulegen, der später erweitert und mit 25 Skulpturen und einem kleinen Tempel mit einer Nachbildung der Laokoon-Gruppe ergänzt wurde. Der Park sollte keine Kopie der allgemein bewunderten englischen Parkanlagen sein. Vielmehr sollte er einen würdevollen Rahmen für die wertvollen Skulpturen im Stile griechischer Anlagen bilden. Um der ständig erweiterten Kunstsammlung Rechnung zu tragen, wurden 1850-1854 der Ostflügel und 1860-1864 der Mitteltrakt und Westflügel im spätklassizistischen Stil durch den berühmten Berliner Architekten Albert Wolff, einem Schüler von C. D. Rauch, umgebaut, erweitert bzw. ergänzt. Wolff orientierte sich hierbei an Schinkel. Das Schloss enthielt bedeutende Sammlungen an Büchern, Kupferstichen, Gemälden, antiken Skulpturen oder deren Repliken, die teilweise der Öffentlichkeit zugänglich waren und später in eine Stiftung überführt werden sollten. Von der einstigen Pracht ist nichts mehr erhalten. Das Schloss wurde im II. Weltkrieg durch die Rote Armee gesprengt und die Sammlungen zerstört oder durch die russische Armee abtransportiert.

 

Blumberg - Lulino, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das Gut befand sich im Kreis Gumbinnen (russ.: Gussew). Ursprünglich errichtet wurde Blumberg vom General Blumenthal (daher wohl die Namensgebung „Blumberg“) zur Zeit Friedrichs des Großen. Durch Verkauf kam es in den Besitz des Oberamtsmannes David Niederstetter zu Stannaitschen. Seine Tochter Regina Henriette heiratete 1788 Johann Friedrich von Schön. Seit dieser Zeit war das Gut im Besitz der Familie von Schön. Johann Friedrich ließ 1795 den sehenswerten Gutspark nach französischem Vorbild mit Sonnenuhr, Pavillons und Laubengängen anlegen. Ein Familienmitglied war Heinrich Theodor von Schön (1773-1856). Dieser war Staatsminister und Oberpräsident von Ost- und Westpreußen. Das langgestreckte Herrenhaus mit Mansarddach wurde 1750 erbaut. In dem Herrenhaus hat es viele alte Gemälde, Möbel und eine prächtige Bibliothek gegeben haben. Im Dezember 1944 wollte die Wehrmacht noch Teile der Ausstattung des Gutshauses retten und in den Westen transportieren, dort kam die Fracht jedoch nie an. Der letzte Besitzer auf Blumberg, Karl Theodor von Schön, starb auf der Flucht am 12.2.1945. Das Gut bzw. der Ort scheinen heute nicht mehr zu existieren.

 

Borchersdorf - Selenopolje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Der samländische Ort mit seiner Kirche liegt 14 km südöstlich von Kaliningrad. Er wird als Borghardsdorf in der Ordenszeit um 1481 erstmals erwähnt. Das Gut war wohl im Besitz von Graf Otto Magnus Dönhoff, dem Erbauer von Schloss Friedrichstein. Weiteres über das Gut bzw. das Gutshaus ließ sich nicht ermitteln. Der heutige Zustand ist unbekannt. Die Kirche aus dem 18. Jh. ist als Ruine erhalten. Sie wurde 1814 renoviert. Im II. Weltkrieg wurde sie beschädigt und später als Lagerhalle genutzt. An der Ostwand findet sich noch ein nahezu vollständig erhaltenes Mosaik zu Ehren der Opfer des I. Weltkrieges, das durch Heinrich Graf Dönhoff gestiftet wurde.  Der Ort selbst existiert ebenfalls noch.

 

Brakupönen, Rosslinde - Kubanowka, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

1539 wurde der nur etwa 12km von Gussjew (dt. Gumbinnen) entfernte Ort erstmal erwähnt. 1712 (andere Quellen: um 1740) wurde hier mit anderen Familien, die aus der Schweiz stammten, eine Familie Mentz (urspr. Menzi) auf einem von der Pest verwüsteten Hof angesiedelt. Die Familie baute ein erfolgreiches Gut auf und führte es wohl bis zum Schluss. Leider ließen sich zum Gut und dem Gutshaus keine weiteren Fakten ermitteln.

 

Bregden - Wawilowo, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

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Buylien, Schulzenwalde - Dubrawa, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

1938 wurde der Ort von Buylien in Schulzenwalde eingedeutscht. Am 20.10.1944 verließen die Einwohner den Ort fluchtart vor der herannahenden Roten Armee. Das Gut mit dem Herrenhaus wurde schon beim Rückzug der Roten Armee verwüstet. Die Front kam über mehrere Wochen ca. 5km vor Buylien zum Stehen. Im Januar 1945 ging bei der offensive der Russen der Ort vollends verloren. Der letzte Pächter des Gutes war Hans Stahl. Sein Sohn Wilfried (1939-2009) bemühte sich nach der Wende das väterliche Erbe in Teilen zu erhalten und unterhielt einen kleinen Betrieb im heutigen Dubrawa. Über das einstige Gutshaus ließen sich keine Fakten ermitteln.

 

Domnau - Domnowo, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Der Ortsname leitet sich von Tummonis, der Bezeichnung des Gebietes in Natangen ab. Tummo war ein Natanger-Fürst, der eine befestigte Burg in diesem Gebiet befehligte. Diese wurde im 13. Jh. vom Deutschen Orden erobert und zerstört. Der Orden baute eine eigene Wehranlage. Um die Anlage bildete sich eine Ansiedlung, die 1424 erstmals als Stadt erwähnt wurde. 1458 wurden die Stadt und die Burg im Städtekrieg zerstört. Konrad von Egloffstein erhielt den Ort und die Burg nach dem Krieg. Bis 1474 war die Burg durch die Familie bewohnt und wurde dann abgerissen. Egloffstein erbaute ein neues Schloss. 1778 wurde das Schloss um- und ausgebaut. Um 1900 lebten ca. 2000 Einwohner in der Stadt. In der Geschichte des Gutes erfolgten vielfache Besitzerwechsel bis eine Familie Kalnein Anfang des 19. Jh. das Anwesen übernahm und bis 1945 in ihrem Besitz behielt. Letzter deutscher Eigentümer war Natango Waidewut Graf Kalnein, der Nachfahre eines alten prußischen Geschlechts war. Die Stadt Domnau wurde in ihrer Geschichte mehrfach durch Brand und Krieg zerstört. Im I. Weltkrieg lagen über 50 Prozent der Stadt in Schutt und Asche. Mit Spendengeldern konnte die Stadt jedoch wiederaufgebaut werden. Im II. Weltkrieg wurde die Stadt nochmals stark zerstört. Das Gut wurde in den 1930er Jahre aufgesiedelt. Das Gutsschloss diente noch als Unterkunft des Reichsarbeitsdienstes (RAD). Zum Ende des II. Weltkrieges wurde das Schloss geplündert und zerstört. Nach dem Krieg hat Domnau als eine der ganz wenigen Städte im Kaliningrader Gebiet mit Domnowo seinen ursprünglichen Namen nur ins Slawische abgewandelt behalten.

 

Eiserwagen - Bely Jar, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das einstige Gutsdorf bei Allenburg lag im ehemaligen Kreis Wehlau (ca. 15 km entfernt). Durch die Lage am Bahnhof an der Strecke Wehlau – Friedland hatte das Gut eine sehr gute Verkehrsanbindung. Das Gut war mehr als hundert Jahre im Besitz der Familie Lorenz. Auf dem Gut wurde erfolgreich Getreide- und Viehwirtschaft betrieben. Auch eine Pferdezucht war hier beheimatet. Das 100jährige Jubiläum war im II. Weltkrieg und sollte nach dem Krieg nachgeholt werden. Dazu kam es nicht mehr. Das Gut wurde am 22. Januar 1945 in aller Frühe vor der herannahenden Front verlassen. Das Gut wurde vernichtet.

 

Eszerischken, Escherischken, Schönfels - Irtyschskoje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Anfang des 17. Jh. war das nahe Angerapp gelegene Gut Eszerischken im Besitz von Friedrich Graf von Lehndorff. Das Gutshaus stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Das Dach und die Seitenflügel wurden im 18. Jh. modifiziert bzw. ergänzt. Das Anwesen war über 100 Jahre im Besitz der Familie von Wedel. 1938 wurde der bereits angepasste Name Escherischken in Schönfels abgeändert. Nach dem II. Weltkrieg bekam der kleine Ort durch die nun russische Regierung den völlig unpassenden Namen Irtyschskoje. Über das Schicksal des einstigen Gutes nach 1945 ist wenig bekannt. Vermutlich wurde die Ansiedlung gegen 1980 vollends verlassen.

Friedrichstein - Kamenka, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Ende des 16. Jh. war das Gut nahe Löwenhagen im Besitz der Familie zu Waldburg. Auf dem Gelände wurde ein Gutshaus errichtet und nach Friedrich zu Waldburg „Friedrichstein“ genannt. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten musste das Gut verkauft werden. 1666 ging damit der Besitz an Friedrich Graf von Dönhoff und verblieb in der Familie Dönhoff bis 1945. Das alte Gutshaus wurde durch ein Feuer 1709 zerstört. Das neue Dönhoffsche Barockschloss Friedrichstein wurde durch Jean de Bodt geplant. Es wurde unter Graf Otto Magnus Dönhoff 1709 bis 1714 durch John de Collas erbaut und war ein Höhepunkt der ostpreußischen Architektur. Bei dem Neubau handelte es sich um einen langgestreckten, zweigeschossigen Bau mit ionischen Portikus auf der Gartensäule der auf vier mächtigen Säulen in Kolossalanordnung ruhte. Zu der Schlossanlage gehörte ein prachtvoller barocker Park mit zwei parallel verlaufenden Lindenalleen. Vorletzter Besitzer auf Friedrichstein war Graf August Dönhoff, Vater von Marion Gräfin Dönhoff, der mit Wilhelm von Bode ein unermüdlicher Förderer Berliner Museen war. Nach dem tragischen Tod von Heinrich Graf von Dönhoff, der bei einem Flugzeugunglück bei Kaunas ums Leben kam, war der letzte Besitzer von 1942 bis 1945 Dietrich Graf von Dönhoff (1902 – 1991). Am 26. Januar 1945 brannte das Schloss vollständig aus. Das Schloss wurde nach dem II. Weltkrieg abgerissen. Selbst die Trümmer nur noch schwer auszumachen. Heute sind nur ein paar Nebengebäude erhalten. An einem erinnert eine kleine Gedenktafel in russischer und deutscher Sprache an Marion Gräfin Dönhoff.

 

Garbeningken - Slawinsk, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das Rittergut wurde 1928 in die Gemeinde Goldbach eingegliedert. Heißt heute Slawinsk und befindet sich etwas südlich von Labiau (russ.: Polessk).

 

Gauthen, Gauten - Putilowo, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Der kleine, im Samland gelegene Ort zählte ca. um 1900 ca. 80 Einwohner. Über die Geschichte und den Besitzer des Gutshauses ließ sich nichts ermitteln außer dass es um 1932 einem Ludolf Freiherr von König gehört hat.

 

Ordensburg Georgenburg - Majowka, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

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Gerdauen - Schelesnodoroschny, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Die Ortsbezeichnung Gerdauen geht auf den Namen eines prußischen Geschlechts, Girdaw, zurück, das hier bereits im 13. Jh. ansässig war. Schon 1312 lässt sich eine erste einfache Ordensburg nachweisen. Bis Ende des 14. Jh. eine solide Burg aus Stein erbaut die zunehmend stärker gegen litauische Überfälle befestigt wurde. Diese frühe Burg war die Basis für das spätere „alte“ Schloss. Im 15. Jh. wurde das Geschlecht der von Schlieben mit der Bewirtschaftung betraut. Bis in das 19.Jh. Verblieb der Besitz bei der Familie von Schlieben. Durch wirtschaftliche Probleme mußte das große Gut 1831 an Conrad Freiherr von Romberg verkauft werden, der mit Amelie Konstanze Gräfin Dönhoff-Dönhoffstädt verheiratet war. Mitte des 19. Jh. erfolgte der Bau eines neuen Schlosses als Winkelbau gegenüber der Burg („altes Schloss“). Sohn Maximilian von Romberg startete Ende des 19. Jh. die Neugestaltung des alten und des neuen Schlosses nach Entwürfen des Berliner Architekten Eduard Knoblauch, ein Schinkelschüler, im neoromanischen und neogotischen Stil. Durch erneut wirtschaftliche Schwierigkeiten des Gutes waren die Rombergs gezwungen, Gerdauen zu veräußern. 1882 kauft Alfred von Janson, ein moderner und weitsichtiger Mann, den Besitz, der früh die Bedeutung einer Industrialisierung Ostpreußen erkannte und vorantrieb. Er baute u.a. eine der modernsten und größten Brauereien in ganz Ostpreußen. 1943 starb Alfred von Janson im Alter von 92 Jahren, das Erbe wurde auf seine 3 Kinder aufgeteilt. Zeitweise lebte noch die Tochter Eleonore bis 1945 auf dem Schloss bevor sie Ende Januar 1945 flüchtete. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges war Gerdauen Lagerort für viele Berühmte Kunstschätze wie z.B. die "Sixtinische Madonna", "Das Schokoladenmädchen" oder "Das Grüne Gewölbe". Das neue Schloss überstand leidlich den II. Weltkrieg, wurde aber in der Folgezeit nach und nach abgetragen. Vom alten Schloss sind wohl nach Sprengungen noch Restmauern erhalten. Die wertvollen Kunstsammlungen und die Bibliothek gingen verloren.

 

Gerskullen, Gerslinde - Gannowka, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Der Ort Gerskullen lag 15km südwestlich von Ragnit (russ.: Neman) entfernt und hatte um 1919 ca. 210 Einwohner. Vor 1945 war hier ein großes Rittergut beheimatet, dass um 1785 ein königliches Domnänen-Amt war. Der Ort wurde 1938 in Gerslinde umbenannt. Das Gut gehörte vor dem II. Weltkrieg der Familie von Sperber. Familienmitglieder bekleideten z.T. hohe Ämter in der Reichsregierung z.B. als Mitglied des Reichstages. Das Gutshaus stammt aus dem 19. Jh. und wurde im spätklassizistischen Stil erbaut. Um 2010 lebte hier noch ca. 40 Einwohner und auf dem Gelände des ehemaligen Gutes war ein staatlicher Landwirtschaftsbetrieb untergebracht. Vom Gutshaus dürfte nichts mehr existieren.

 

Gross Holstein - (-), Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das Schloss liegt noch heute nahe Kaliningrad. Es lag etwas außerhalb von Königsberg am Pregel (russ.: Pregolja) und wurde 1929 in Königsberg eingemeindet. Das Schloss wurde 1697 durch den Kurfürst Friedrich III. nach Entwürfen von Johann Arnold Nering als Friedrichshoff im Barockstil erbaut. Das Schloss wurde nur wenig, u.a. zur Jagd genutzt. Der nachfolgende Besitzer war Friedrich Wilhelm I., der das Schloss ebenfalls kaum nutzte. 1719 wurde das Schloss durch ihn dem Feldmarschall Prinz Friedrich Wilhelm von Holstein-Beck überlassen. Dieser nannte das Schloss nun Holstein und ließ es in H-Form umbauen und erweitern. Auch er nutzte das Schloss kaum. 1765 wurde das Schloss von Erben verkauft. Es folgten mehrere Besitzerwechsel u.a. Franz von Bülow und Friedrich Wilhelm Karl von der Trenck.  Der letzte Besitzer von 1930 bis 1945 war der Professor der Königsberger Universität Kurt Munier. Dieser starb nach Verhaftung durch Russen 1946 in Königsberg. Das Schloss ist als eines der wenigen im Kaliningrader Gebiet erhalten geblieben und wird nach letzten Angaben im Internet als Schulungseinrichtung genutzt. Das Schloss bietet einen traurigen Anblick. Die charakteristischen großen Rundbogenfenster wurden durch kleinere Rechteckfenster ersetzt. Auch sonst wurde jeglicher architektonische Zierrat entfernt.

 

Gross Karpowen - Nekrassowo, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

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Gross Klingbeck - (-), Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das Gut Groß-Klingbeck lag im Kreis Heiligenbeil (russ.: Bagratjonowsk) unweit von Ludwigsort (russ.: Laduschkin). Im 16. Jh. gehörte das Gut der Familie von Heinrich von Sparwein. Es blieb bis Anfang des 17. Jh. im Besitz der Familie und ging dann an Melchior Florian von Schlieben. 1754 wurde das Gut versteigert und Joachim Christian von Blumenthal übernahm den Besitz. 1771 wurde das Gut an den Leutnant Carl Ludwig von Bolschwing verkauft, der es jedoch noch im selben Jahr an Conrad Carl von der Groeben verpfändete. Durch Nichteinlösung ging der Besitz 1777 an die Familie von der Groeben und verblieb hier bis 1945. Seit 1935 wurde ein Teil des Gutshauses durch den Reichsarbeitsdienst genutzt. Der letzte Verwalter auf dem Gut war Hans Heinrich von der Groeben. Dieser starb 1945 bei Kämpfen im Samland. Groß-Klingbeck gehörte zu den fortschrittlichsten Gütern Ostpreußens. Das bemerkenswerte Herrenhaus mit seiner einzigartigen barocken Gartenanlage, die auch durch von Lorck gelobt wird, entstand Mitte des 18. Jh. durch den preußischen Minister von Blumenthal vermutlich auf den Mauern eines älteren Gutshauses. Das Gutshaus mit Mansarddach lag auf einer Anhöhe und war ringsherum von Wasser umgeben. Ende des 19. Jh. wurde das Gutshaus unter Louis von der Groeben durch einen Wirtschaftsflügel und eine Orangerie erweitert. Vom Gutshaus ging ein geheimnisvoller unterirdischer Gang in Richtung Garten. Bei schweren Kämpfen in der Gegend wurden die Gutsgebäude zerstört oder schwer beschädigt. Der Ort und das Gut wurden unter russischer Verwaltung vollständig abgetragen.

 

Gross Skirlack - Opotschenskoje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Der Ort liegt ca. 16km südwestlich von Osjorsk (dt.: Darkehmen, später Angerapp). Er wird bereits um 1510 als „Scawrlauk“ erwähnt. Vor dem II. Weltkrieg hatte der Ort rund 230 Einwohner. Heute ist von dem Ort, zu dem auch Klein-Skirlack gehörte, kaum noch etwas erhalten. Über das langgestreckte, eingeschossige Gutshaus Gudellen und dessen Besitzer ließ sich nichts ermitteln.

 

Gross Wohnsdorf - Kurortnoje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Auf dem Gelände des Gutes existierte bereits eine prußische Festung, die durch den Deutschen Orden im 13. Jh. erobert und zerstört wurde. 1391 erbaute der Orden eine feste Burg. Seit dem 17. Jh. bis 1945 war das Gut im Besitz der Familie von Schrötter, die mit modernen Geistern der Zeit im intensiven Kontakt war (u.a. war Immanuel Kant häufig zu Besuch). 1830 brannte die ursprüngliche Burg ab. Nur der Turm blieb erhalten, der 1934 letztmalig restauriert wurde. Dabei wurden alte Urkunden gefunden. Die Steine der alten Burg wurden 1868-1869 für den Neubau eines spätklassizistischen Gutshauses verwendet. Heute ist das Gutshaus Teil eines landwirtschaftlichen Betriebes. Das Gebäude selbst ist in einem recht gut erhaltenen Zustand. Das Dach wurde vor nicht langer Zeit zumindest provisorisch neu gedeckt.

 

Grünhoff - Roschtschino, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Schon Anfang des 15. Jh. bestand im Forst Grünhoff ein Gestüt des Deutschen Ritterordens. Nach Überlieferungen soll bereits ein erstes Ordenshaus bestanden haben. Um 1623 wird ein erstes Jagdschloss erwähnt. Ende des 18. Jh. wurde durch den Brandenburgischen Kurfürst Friedrich III. das Schloss nach Entwürfen des Hofbaumeisters Christian Eltester erbaut, das bis heute erhalten ist. 1815 erhielt General Friedrich Wilhelm Graf Bülow von Dennewitz das Gut in Würdigung seiner militärischen Erfolge gegen Napoleon. Das Schloss hat den Krieg erstaunlicherweise gut überstanden ist aber heute in einem heruntergekommenen Zustand. 2007 wurde das Anwesen angeblich durch den russischen Konzern Gazprom gekauft.