Lost Places & Unlost Places Ostpreussen - Polen, Russland, Litauen

Russland, Kaliningrader Gebiet H - M

Henskischken, Hensken - Schelannoje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Der Ort im ehemaligen Kreis Pillkallen / Schlossberg (Dobrowolsk) liegt nur ca. 7 km westlich der ehemaligen Kreishauptstadt und wird 1539 als Eglenick erstmals erwähnt. 1938 wurde der Ort von Henskischken in Hensken eingedeutscht. Um 1945 existierten zwei Gutshöfe im Ort. Zu der Zeit hatte der Ort ca. 400 Einwohner. Letzter Besitzer des einen Gutes war Kurt Raehs mit seiner Frau Hertha und zwei Töchtern. Der Besitzer verließ Hensken am 18. Oktober 1944. Der Ort wurde stark umkämpft und wechselte mehrfach die Besatzung. Dabei wurde das Gut komplett zerstört. Über die Historie des Gutes und dessen Vorbesitzer ließ sich nichts weiter ermitteln.

 

Insterburg - Tschernjachowsk, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

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Jerusalem, Königsberg - Moskowskoje, Kaliningrad, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das ehemalige Gut Jerusalem lag am Ufer des Alten Pregel etwas östlich von Königsberg (russ.: Kaliningrad). Heute würde der Ort etwa im Stadtteil Moskowskoje liegen. Der Ort Jerusalem wurde bereits durch den Deutschen Orden gegründet. 1928 wurden Gut und Dorf in Königsberg eingemeindet. Über die Besitzer des Gutes und dessen Geschichte ließ sich bislang nichts ermitteln.

 

Kapkeim - Wischnjowoje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das Dorf Kapkeim nahe Groß Lindenau (russ.: Oserki) ca. 15 km von Tapiau (russ.: Gwardeisk) entfernt wurde 1388 als prußisches Cabekeym gegründet. „Kabe“ war vermutlich der Name eines Prußen und „Caymis“ bedeutete „Dorf“. Erster Gutsbesitzer war wohl Christoph von Wegener, der das Land vom Hochmeister Heirnich von Richtenberg 1473 verliehen bekommen hat. Später ging der Besitz in die Familie Perbrandt über, die diesen über mehrere Generationen behielt. Im 19. Jh. war das Gut im Besitz von John Friedrich Heubach. Sein Erbe Arnold Heubach betrieb auf dem Gut einen erfolgreichen Landwirtschaftsbetrieb. Dessen Sohn Horst war weniger Glück beschieden und so musste das Gut in den 1920er einer Siedlungsgesellschaft überlassen werden. Das neobarocke, schlossartige Gutshaus entstand Anfang des 20. Jh. Das Haus enthielt einen bemerkenswerten Musiksaal und eine Sammlung an Musikinstrumenten. In den 1930er Jahren kaufte der Fleischermeister Max Tietz das Schloss, der es umbauen ließ. Ein Teil des Schlosses wurde durch den Reichsarbeitsdienst R.A.D. genutzt. Ein weiterer Teil wurde durch Mieter als Wohnhaus belegt. Der Besitzer Tietz bewohnte den Turm. Nach Internetangaben wurde zu Sowjetzeiten das Gut als Gefängnis genutzt. Das Gutshaus existiert nach letzten Angaben noch. Der Ort selbst ist heute ein Ortsteil von Oserki (dt.: Groß-Lindenau).

 

Karmitten - Otradnoje, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Zur Geschichte des Ortes Karmitten mit seinen ehemals ca. 250 Einwohnern ließ sich nur wenig ermitteln. Ein paar Hinweise fanden sich in dem Heft „Landleben in Ostpreußen“ (Hrsg. Landsmannschaft Ostpreußen, 1976). Demnach kaufte ca. 1900 Waldemar Sehmer das Gut und führte es sehr erfolgreich. Kurz vor dem Einbruch der Roten Armee verließen die Einwohner von Karmitten den Ort, wurde aber von der Front eingeholt. Sehmer wurde von Rotarmisten inhaftiert und nach Königsberg gebracht wo er im Juni 1945 durch Krankheit starb.

 

Kattenau - Sawety, ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Der Ort und das ehemalige Gut liegen nur ca. 12km von Trakehnen (russ.: Jasnaja Poljana) entfernt. 1838 wurde das Gut durch August Schawaller erworben, der es in der Folgezeit sehr erfolgreich führte. Die Enkelin, Anna Schawaller, erbte das Gut. Sie heiratete 1895 Paul von Lenski, der den Gutsbetrieb 1908 übernahm. Die Gegend um Kattenau war 1944 stark umkämpft. Kattenau wurde dabei stark zerstört. Am 17.10.1944 wurde das Gut verlassen. Vom Gutshaus selbst ist nichts erhalten geblieben.

 

Kautern - Majskoe, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Kautern lag im Kreis Wehlau (russ.: Snamensk). Der Name geht auf die ältere ursprüngliche Bezeichnung Koytherin zurück. Zur Geschichte des einstigen Gutes ließen sich keine Fakten ermitteln. Die Siedlung existiert nicht mehr.

 

Keulenburg - Golubewo, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

1379 erfolgte die Gründung des Dorfes Keulenburg (historisch auch Keylenburg oder Kogelburg). Im Jahre 1500 ging die Ansiedlung an die Familie zu Eulenburg auf Prassen. Um 1634 war das Gut im Besitz der Familie von Schlieben. Durch Schulden musste der Besitz verkauft werden und gelangte in die Hände der Familie von Kreytzen und wurde ein Vorwerk des Gutes Sillginnen. 1895 wurde das Gut Keulenburg von Sillginnen abgetrennt und kam zum Rittergut Lindenau. 1924 wurde Keulenburg erneut abgetrennt und wurde selbstständiges Gut. In der Folgezeit bewirtschaftete u.a. eine Familie Reizig durch den Pächter Bernhard Groen den Hof. 1939 lässt sich die Nutzung des Herrenhauses durch den Reichsarbeitsdienst RAD nachweisen. Im II. Weltkrieg sollen sich auf dem Gutsgelände polnische Gefangene aufgehalten haben, die nach Angaben ehemaliger Bewohner ein recht freies Leben geführt haben sollen. 1945 verließen Käthe Reizig (Tochter des früheren Besitzers) und Familie Groen Keulenburg. Käthe Reizig kam bei der Flucht ums Leben. Heute liegt das ehemalige Gut im Grenzgebiet zwischen Polen und dem russischen Kaliningrad und dient als Grenzposten. Der Grad der Erhaltung der Gutsgebäude und deren heutige Nutzung sind unklar.

 

Klein Königsbruch - (-), Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das ehemalige Gut Klein Königsbruch lag in der Gemeinde Doristhal (russ.: Razino) im Kreis Pillkallen/Schlossberg (russ.: Dobrowolsk). Über die Geschichte des Gutes und seine Besitzer ließen sich nur wenig Fakten ermitteln. Es ist lediglich bekannt, dass das Gut während einer Agrarkrise durch die Universität Königsberg zwangsversteigert werden musste. 1833 ging das Gut mit veralteten Strukturen für einen Schleuderpreis an Martin Neßlinger aus Schilleningken. Dieser scheint einen völlig neuen Wirtschaftsbetrieb inklusive einer Pferdezucht aufgebaut zu haben. Der Ort existiert heute wohl nicht mehr.

 

 

Klein Scharlack - Nachimowo, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

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Klycken, Clicken, Klicken - Kljukwennoje, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

Das Gutsdorf wurde 1591 gegründet und gehörte zum Landkreis Fischhausen (russ.: Primorsk) bzw. ab 1939 zum Landkreis Samland. Um 1910 wohnten hier etwa 80 Einwohner. 1928 wurde der Ort mit Plinken (russ.: Lessenkowo) zusammengelegt. Der Ortsname stammt wohl vom litauischen Klykis (‚Weihe‘) ab. Über die Geschichte des Gutes und seine einstigen Besitzer ließ sich nichts ermitteln. Es ist lediglich bekannt, dass in dem Gutshaus ein Lager des Reichsarbeitsdienstes (R.A.D.) eingerichtet war.

 

Kobjeiten - Selskij, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

Das ehemalige Rittergut liegt unweit von Swetlogorsk (dt.: Rauschen) an der Samlandküste im ehemaligen Kreis Fischhausen. Im Dritten Reich war hier ein Landjahrlager untergebracht. Heute existiert das Anwesen nicht mehr. Über das kleine Gut und seine Geschichte ließen sich keine weiteren Fakten ermitteln.

 

Schloss Königsberg - Kaliningrad, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

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Koppershagen - Tschkalowo, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das Rittergut lag im ehemaligen Kreis Wehlau an der Alle. Der Ort Koppershagen hatte in den 1930er Jahren ca. 200 Einwohner. Im 19. Jh. war das Gut vermutlich im Besitz eines Gutsbesitzers Alfieri Das Gut gehörte über viele Jahre der Familie von Alt-Stutterheim bis 1945. Beim Herannahen der Front ist der letzte Besitzer nicht geflohen. Er gilt als verschollen. Der zentrale Teil des Gutshauses geht auf die Mitte des 18. Jh. zurück. Die Seitenteile wurden in der Mitte des 19. Jh. hinzugefügt. Von Lorck bezeichnet das Gebäude als „beispielhaftschönes Gutshaus“. Weitere Details zum Gut und seiner Geschichte ließen sich nicht ermitteln.  Der Ort und das Gut sind nicht mehr existent.

 

Kortmedien - Kostromino, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Der kleine Ort liegt an der Straße von Druschba (dt.: Allenburg) nach Schelesnodoroschnij (dt.: Gerdauen). Zu dem Gut und seiner Geschichte ließen sich keine Fakten ermitteln. Der Ort selbst existiert noch heute.

 

Schloss Labiau - Polessk, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

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Langendorf - Sokolniki, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Das Gut am Fluss Pregel, etwa 10 km westlich von Gwardeisk (dt.: Tapiau), war seit der Ordenszeit im Besitz der Familie Perbandt. Die Wurzeln der Familie Perbandt gehen auf prußische Vorfahren zurück. Angeblich wurde sogar der Fluss Pregel nach einem frühen Mitglied der Familie (Pergolla von Perbandt) benannt, der sich in dem Fluss das Leben nahm. 1473 wurde durch Brosum Perbandt Land gekauft und das Gut gegründet. Aus der Familie gingen viele berühmte Zeitgenossen hervor, die vor allem zur Ordenszeit wichtige Ämter innehatten. Unter Georg von Perbandt (1825-1907) erfuhr das Gut einen deutlichen Aufschwung. Unter seiner Leitung wurde auch das neue Gutshaus 1865 und diverse Wirtschaftsgebäude errichtet. Sein Sohn Georg (1860-1929) war ebenfalls wirtschaftlich erfolgreich. Nach dessen Tod führt die Witwe Johanna mit ihren Kindern das Gut bis 1945 weiter. Auf dem Gutsgelände existieren Reste verschiedener prußischer Wehranlagen. Hier befand sich auch die Familienbegräbnisstätte der Perbandts. Nach der Vertreibung der Familie Perbrandt wurde das Gut von einer Produktionsgenossenschaft als Abstellplatz für LKW genutzt. Die Gebäude dienten als Garagen und Lagerhallen. Unter dieser Nutzung wurden sie weitestgehend zerstört. Das Gutshaus wurde 1865 an ein kleineres, älteres Gebäude gebaut. war bis vor kurzem eine traurige Ruine, wird aber derzeit Stück für Stück restauriert. Die restlichen Gebäude wurden bereits saniert und beherbergen heute eine Hotelanlage.

 

Lablacken - Nikitowka, Ostpreussen, Russland (Kaliningrad)

Die Siedlung existierte schon im 14. Jh. und befand sich ca. 10 km westlich von Labiau (russ.: Polessk) und unweit vom Kurischen Haff. Hier befand sich ein Jagdhaus des Deutschen Ordens. An dessen Stelle wurde am Ende des 17. Jh. unter Ludwig von Ostau, Hauptmann von Labiau und Neuhaus, ein Herrenhaus errichtet. Das Gut war bis 1788 im Besitz der Familie von Ostau. Durch Erbschaft ging der Besitz an Christoph von Kleist, 1832 an den Kammerherren von Wnuck, 1877 an Werner von Gustedt (Mitglied des Deutschen Reichstages) und 1903 an Hans Detlev von Massow. Von Gustedt verwandelte den Besitz durch zahlreiche technische Neuerungen in ein modernes Gut. Er ließ Dämme gegen Überschwemmungen anlegen, schaffte modernes Gerät an und baute ein Gestüt auf. Der zum Gut gehörige Park wurde durch ihn in einen Landschaftspark im englischen Stil umgewandelt. 1913 war Oskar Pein Eigentümer des Gutes. Der letzte Besitzer von Lablacken war Franz Waldhauer-Pronitten, der durch Soldaten der Roten Armee ermordet wurde. Der Ort mit seinem Gut existiert nicht mehr.

 

Leissienen - Rodniki, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

In Leissienen befand sich ein schlossartiges Herrenhaus, das sich im Besitz der Familie von Boddien befand. Auf dem Anwesen befand sich ein Herrenhaus, das vermutlich um das Jahr 1800 erbaut wurde. Im I. Weltkrieg wurde das Gutshaus zerstört. Durch den Grafen Hochberg erfolgte ein Neubau im prächtigen Neobarockstil um 1923. Das Schloss und der Gutshof wurden im II. Weltkrieg komplett zerstört. Die genaue Geschichte des Gutes und die Umstände seiner Zerstörung sind nicht bekannt.

 

Ordensburg Lochstädt, Lochstedt - Pawlowo, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

Zur Kontrolle des Frischen Haffs wurde durch den Deutschen Orden die Burg Lochstedt zunächst in Holzausführung errichtet. Der Name auf den Namen eines samländischen Edelmannes Laucstiete oder auf eine nahegelegene Tiefe (Loch) zurückgehen. Um 1280 wurde die Wehranlage mit Steinen befestigt. Anfang des 14. Jh. versandete das Tief und damit ging die Bedeutung der Burg verloren. Ab Mitte des 15. Jh. verfiel die Burg mehr und mehr. Im 17. Und 18. Jh. diente sie nochmals als militärischer Stützpunkt für z.B. schwedische Soldaten. Nach 1705 wurden Teil der Burg abgerissen und die Steine als Baumaterial für die Festung Pillau verwendet. Einzig die Existent der noch benutzten Schlosskapelle ist es zu verdanken, dass nicht die gesamte Burg abgerissen wurde. Ende des 19. Jh. erkannte man den historischen Wert der Burganlage und begann mit der Restaurierung und legte einzigartige Fresken frei. In den 1960er Jahren wurde die Burg durch die Sowjets vermutlich auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer.

 

Ludwigsort - Laduschkin, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

Der Ort wurde 1314 gegründet, wurde aber nachweislich schon deutlich eher besiedelt. Mit dem Bau einer Papiermühle 1593 erlangte der Ort erstmals Bedeutung. 1597 wurde das Mühlengut dem Königsberger Papiermühlenbesitzer Georg Osterberger verliehen. Nach mehreren nun folgenden Besitzern bis 1709 der Prinz Friedrich Ludwig von Holstein-Beck die Mühle übernahm und den Ort in Ludwigsort umbenannte. Der Betrieb der Mühle ging 1780 zu Ende. Das Gut wurde ein Vorwerk vom Gut Charlottenthal. 1816 war Johann Gottlieb Jakob Theophil Nanke Gutsbesitzer von Ludwigsort. 1858 wurde der Besitz von Hermann Douglas erworben. Mitte des 19. Jh. wurde das Gutshaus im spätklassizistischen Stil erbaut. 1899 erwarb die Witwe Ellen von Simpson (geb. von der Gröben) das Gut. Um 1934 verkaufte sie den Besitz an Emma Schmidt. Die Familie Schmidt bewirtschaftete den Gutsbetrieb bis 1945. Ort wurde kampflos eingenommen und so blieb nach Internetangaben auch das Gutshaus als eines von wenigen erhalten.

 

Luisenwahl, Luisenwohl (Königsberg) - Kaliningrad, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

Das Gutshaus gehörte zum Gut Pojenters, das einst vor den Toren Königsbergs auf den Mittelhufen lag. 1786 erwarb der Oberbürgermeister Theodor Gottlieb von Hippel das Gut. Nach dessen Tod kaufte 1796 der Kirchen- und Schulrat Gotthilf Christoph Busolt das Anwesen. Nach seiner Frau Luise wurde das Gutshaus „Luisenwahl“ genannt. Zur Zeit Napoleons diente das Gut Friedrich Wilhelm III. als Sommerresidenz. Hier beriet er sich mit Freiherr von und zum Stein, mit Gneisenau und Scharnhorst die preußischen Reformen. Auch Könige Luise hielt sich hier auf. Kaiser Wilhelm kaufte das Gut 1872 und errichtete im Park ein Luisendenkmal. Kaiser Wilhelm II. übergab das Gut der Stadt Königsberg. 1906 wurde der Platz und die Straße vor dem Haus nach dem ehemaligen Besitzer Busoltplatz und Busoltstraße benannt. Luisenwahl wurde als Mütterheim genutzt. Im II. Weltkrieg wurde das Gutshaus zerstört. Heute steht an seinem Platz ein moderner, dem Luisenhaus entfernt nachempfundener Bau, der ein Zentrum der Mormonen ist.

 

Maulen - (-), Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

Das Gut Maulen lag am Frischen Haff südwestlich von Königsberg (russ.: Kaliningrad) an der Strasse nach Ludwigsort (russ.: Laduschkin). Das Schloss wurde während der Nazizeit als Gauschule genutzt. Das Gut war u.a. im Besitz der Lehndorffs. Der Ort ist wohl nicht mehr existent.

 

Medenau - Logwino, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

In der Gegend gab es bereits umfangreiche prussische Besiedlungen. 1263 wird am Ort Medenau (hist. Medenouwe) eine Burg erwähnt, die aber bedeutungslos blieb und wieder verschwand. Wenige Jahre später wurde hier ein Dorf mit samländischen Familien gegründet. Kaiser Wilhelm I. verbrachte in seiner Jugend Zeit auf dem Gut Medenau, das damals im Besitz eines Herren Barclay war. Der Kaiser führte in der Gegend ein Manöver durch. Zur Erinnerung wurde ein Denkmal mit Reichsadler errichtet (siehe Ansicht von 1903). Mitte des 19. Jh. wurde ein langgestrecktes, schlichtes Herrenhaus mit Vorhalle und Freitreppe zum Park im spätklassizistischen Stil erbaut. Die letzten deutschen Besitzer des Gutes war die Familie von Rautenberg. Das Gutshaus wurde 1945 zerstört. Weiteres zur Geschichte des Gutes ließ sich nicht ermitteln.

 

Metgethen (Königsberg) - Kaliningrad, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

Die Fotografien wurden freundlicherweise durch Familie Ochs zur Verfügung gestellt

1278 u.a. wurde der Ort als Myntegeytten bereits genannt. Über die frühe Geschichte des Gutes ließ sich nur wenig ermitteln. Der Bauherr des Herrenhauses war um 1760 der Gutsbesitzer Graf von Butlar, der es nach Plänen eines heute unbekannten italienischen Meisters errichten ließ. Im 19. Jh. erfolgten mehrere Besitzerwechsel. 1805 verkaufte Justizrat Ernst Gottlieb Gossow das Gut an die Familie des Friedrich August Staegemann, der ein Mitarbeiter von Stein war und an der Reform des preußischen Verwaltungswesens mitgearbeitet hat. Durch Erbschaft ging das Gut an die verwandte Familie von Olfers. Nach dem Konkurs des Gutsbetriebes kaufte Paul Weller 1896 das Anwesen. In den 1920er Jahren erfolgte vermutlich die Auflösung des eigenständigen Gutes. 1934 wurde durch den Gauleiter Koch die „Erich-Koch-Stiftung“ gegründet, die sich u.a. das Gut Metgethen widerrechtlich aneignete. 1939 wurde Metgethen in Königsberg eingemeindet. Interessanterweise führt eine Spur des Bernsteinzimmers zu diesem Gut. Auf dem Gelände sollen Verstecke für das Deponieren von Königsberger Kunstgegenstände eingerichtet worden sein. Bei späteren Untersuchungen wurden diese jedoch leer aufgefunden. Sie waren wohl nicht mehr zum Einsatz gekommen.

 

Milluhnen - Iljuschino, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

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Moterau - Sabarje, Ostpreussen - Russland (Kaliningrad)

Der Ort Moterau an der Deime im ehemaligen Kreis Wehlau (russ.: Snamensk) existierte vermutlich schon vor der Ordenszeit. In der Nähe des Ortes wurde eine alte prussische Festungsanlage entdeckt. Der impressionistische Maler Lovis Cornth hatte hier einen Onkel. Die Gegend um Moterau soll für Corinth Inspiration für einige Bilder gewesen sein. Weitere Details zu den Gütern ließen sich nicht zu ermitteln. Der Zustand der Gutshäuser ist unbekannt. Nach letzten Informationen existieren der Ort und somit vermutlich auch die Gutshäuser nicht mehr.