Lost Places & Unlost Places Ostpreussen - Polen, Russland, Litauen

Polen mit Masuren A - F

Allenstein - Olsztyn, Ostpreussen, Polen

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Alt-Dollstädt - Stare Dolno, Ostpreussen, Polen

Bereits 1299 wird südlich von Elbing an dem Fluss Sorge der Hof Tullestete als Wirtschaftshof des Deutschen Ordens erwähnt. Im weiteren Verlauf der Geschichte entstand hier im ehemaligen Kreis Preußisch Holland das Gut Dollstädt, das u.a. 1811 General Gerhard David von Scharnhorst gehörte, der im Kampf gegen Napoleon berühmt wurde. Er wollte das Gut zu seinem Alterssitz machen. Nach seinem Tod 1813 durch eine Verwundung in der Schlacht von Großgörschen verkaufte die Familie Scharnhorst das Gut an eine Familie Lechlin. 1885 beging der letzte Besitzer aus der Familie Lechlin Selbstmord. Daraufhin wurde das Gut an die Berliner Fabrikanten Familie Litten verkauft. Nach dem Tod zweier Kinder und Ärger mit Banken verkaufte Litten das Gut 1903 an die Familie von Otto Schwichtenberg. Der letzte Besitzer war Helmuth Schwichtenberg. Er fiel ebenso wie sein ältester Sohn im II. Weltkrieg. Die Frau Hanna wanderte mit ihrer Familie nach Kanada aus. Erst spät wurde das zweigeschossige Gutshaus im spätklassizistischen Stil erbaut. Der Bau wird durch einen Turm im italienischen Stil ergänzt. Der Besitzer Litten ließ zahlreiche Um- und Ausbauten vornehmen. Das Gutshaus existiert noch heute, ist aber nach letzten Informationen ungepflegt.

 

Angerburg - Wegorzewo, Ostpreussen, Polen

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Ankern - Wielki Dwor, Ostpreussen, Polen

Das ehemalige Gut Ankern liegt nördlich von Zalewo (dt.: Saalfeld) in der Gemeinde Polowite (dt.: Pollwitten) und wird bereits zur Ordenszeit im 14. Jh. als Gut erwähnt. Das schlichte Herrenhaus wurde in der ersten Hälfte des 19. Jh. erbaut (andere Quellen gehen von der zweiten Hälfte des 19. Jh. aus). Die Frontseite beinhaltete einen Vorbau und eine Terrasse mit Freitreppe. Die Rückseite zum Garten wurde durch eine hölzerne Veranda und einen Balkon ergänzt. Das Anwesen war Ende des 19. Jh. im Besitz einer Familie Bollmann. In den 1930er Jahren wurde das Gut aufgeteilt. Das Herrenhaus ist noch erhalten und befindet sich in privatem Besitz.

 

Arklitten - Arklity, Ostpreussen, Polen

Die Überreste des einst imposanten Schlosses liegen versteckt im abseits gelegenen Ort Arklity nahe der Grenze zum russischen Kaliningrad unweit von Barten (Barciany). Das Gut war eine spätbarocke Anlage mit großem Park und war seit dem 16. Jh. bis 1945 im Besitz der Familie von Egloffstein. Die Familie kam im 14. Jh. aus dem Fränkischen mit dem Deutschen Orden in das Gebiet. Das gelb gehaltene Schloss mit weißen Akzentuierungen und seinem gewaltigen Mansarddach aus roten Ziegeln wurde 1780-1782 vermutlich durch einen italienischen Architekten für Albrecht Dietrich Gottfried Freiherr von und Zu Egloffstein erbaut. Das prachtvolle, dreigeschossige Gebäude erhielt im I. Weltkrieg einige Schäden und wurde darum umfangreich saniert. Der letzte Besitzer war Graf Heinrich von und zu Egloffstein bis 1945. Das Schloss überstand den II. Weltkrieg weitestgehend unbeschadet, wurde aber in der Folgezeit geplündert. Nach dem Krieg gelangte das Gut mit dem Schloss in den Besitz eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebs, der das Gebäude total verkommen ließ. In den 1970er Jahren war das Haus noch bewohnt, stand aber in den 1980er Jahren schon leer und wurde als Quelle von Baumaterial genutzt. 1993 zerstörte ein Brand das Schloss. Die Reste sind seit 1998 in privater Hand. Nur mit Mühe lässt sich die Ruine im dichten Gestrüpp am Ortsrand ausmachen. Von den vier gewaltigen Säulen der Frontfassade sind imposante Überreste erhalten.

 

Arnstein - Jarzen, Ostpreussen, Polen

Der kleine Ort Jarzen (dt.: Arnstein) liegt unmittelbar an der Grenze zum Kaliningrader Gebiet ca. 20 km westlich von Bagrationowsk (dt.: Preußisch Eylau) entfernt. Arnstein wurde bereits um 1320 durch den Deutschen Orden gegründet. 1546 erwarb Hans I. von Rautter Arnstein. Die Familie Rautter besaß auch ein größeres Gut in Willkamm (pol.: Wielewo), das gleichzeitig Stammsitz der Familie bis 1945 war. Nächster Besitzer war Hans II. Er starb 1605 worauf Hans III. das Gut bewirtschaftete. 1637 verstarb er und seine Witwe erbete den Besitz, die 1643 Christoph von Troschke heiratete. 1645 ging das Anwesen an den Sohn aus erster Ehe, Johann von Rautter. Das Gut war um 1700 hoch verschuldet und blieb es lange. Durch komplizierte Schuldenregulierungen ging das Gut 1730 an den Johann Georg von der Groeben (1709-1777). Dieser verkaufte das Gut an den späteren General Curt Heinrich von der Groeben, der im Dienste von Friedrich Wilhelm I. und II. stand. Curt Heinrich verstarb 1746. Seine Witwe Christiane übernahm den Besitz und ließ vermutlich das langgestreckte barocke Gutshaus mit Mansarddach errichten. 1792 starb Christiane von der Groeben und Sohn Conrad Carl übernahm das Gut. 1803 übergab er das Gut seinem Sohn Ludwig. Doch schon 1808 verkaufte er das Gut an Daniel Friedrich Schimmelpfennig. 1810 kaufte die Familie von der Groeben das Gut wieder zurück. Bis 1903 blieb das Gut im Besitz der Familie von der Groeben und wurde schließlich an Curt Bruno Kniep verkauft. Nun erfolgten im schnellen Wechsel verschiedene Besitzerwechsel. Letztlich erwarb Max Pelikan das Gut, der es 1936 an den Staat vermietete, worauf im Schloss ein Landjahrlager eingerichtet wurde. 1941 übernahm der Reichsarbeitsdienst R.A.D. das Gut. Nach dem Abzug des Arbeitsdienstlagers im Januar 1945 wurde in dem Gutshaus ein Lazarett eingerichtet. Vermutlich wurde das Gutshaus im April 1945 überstürzt angezündet, nach dem nicht alle Geräte vor der herannahenden Front in Sicherheit gebracht werden konnten. Vom Gutshaus ist nichts, von dem Park und den Wirtschaftsgebäuden sind nur noch Reste erhalten.

 

Bannaskeim - Banaszki, Ostpreussen, Polen

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Barten - Barciany, Ostpreussen, Polen

Barten war zunächst ein Wildhaus des Deutschen Ordens und wurde um 1325 als Grenzschutz gegen die Litauer errichtet. Es erfolgte ein Umbau und eine Verstärkung zur Burg durch den Hochmeister Winrich von Kniprode um 1377. Im Städtekrieg 1455 wurde die Burg teilweise zerstört und wiederaufgebaut. Es handelte sich um eine Rechteckanlage aus Ziegeln auf einem Sockel von Feldsteinen. 1914 brannte der Nordflügel aus und wurde nur spartanisch wiederhergestellt. Den II. Weltkrieg überstand die Burg fast unbeschadet und wurde dann als Wohn- und Wirtschaftsgebäude genutzt.

 

Billstein - Biala Olecka, Ostpreussen, Polen

Das ehemalige Gut befindet sich ca. 15km nordöstlich von Olecko (dt.: Treuburg). Das Gut wurde 1562 an den Ritter Georg von Diebes verliehen. 1695 wohnte hier Gotthard von Buddenbrock. Im 18. Jh. gehörte das Gut den polnischen Adelsfamilien Semkowsky und Warkoj. Im 19. Jh. war die Familie von Tolksdorff der Eigentümer. Sie errichtete Anfang des 20. Jh. das zweigeschossige Herrenhaus mit Walmdach im neobarocken Stil. Der kleine, eingeschossige Seitenflügel ist mit einem Mansarddach versehen. In dem Rundbogen über dem Dacherker befand sich einst ein Familienwappen. Im I. Weltkrieg brannte das Haus ab, wurde aber fast identisch wiederaufgebaut. Fritz Tolksdorff war 1926 der Besitzer auf dem Gut. In den 1930er Jahren ging das Gut an Leo Brodowski. Unter ihm wurde das Herrenhaus als Schulungsheim (Landjahrlager) der Hitlerjugend genutzt. Den II. Weltkrieg hat das Haus fast unbeschadet überstanden. Nach 1945 war es Teil eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebes und wurde als Büro- und Wohnhaus genutzt. 1980 brannte das Haus aus. In den 1990er Jahren wurde das Haus durch private Hände erworben und saniert. Aktuell wird es aber nicht genutzt.

 

Blumenthal - Maciejki, Ostpreussen, Polen

Das ehemalige Gut Blumenthal, unweit von Barciany (dt.: Barten) und in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Kaliningrad, entstand um 1800 als Vorwerk des Gutes Momehnen (poln.: Momajny) und war im Besitz der Familie von Schlieben. Nach dem Schliebenschen Konkurs wird 1828 Gutsbesitzer Schnell in der Historie erwähnt. 1839 wurde Blumenthal ein eigenständiges Rittergut. Nach einigen Besitzerwechseln wurde der Besitz 1864 durch Ludwig Klugkist übernommen. Durch massive Probleme bei der Bewirtschaftung durch des Sohn Karl musste das Gut 1907 an Ernst Riebensahm verkauft werden. Dieser fiel schon 1914 als Oberleutnant im I. Weltkrieg. Seine Witwe verkaufte daraufhin den Besitz an Julius Grigull. Das heutige schlichte Gutshaus entstand nach Zerstörung des ursprünglichen Hauses durch Grigull um 1920. Im II. Weltkrieg wurde beim Herannahen der Roten Armee das Gut am 19. Januar 1945 verlassen. Das Gutshaus überstand die Wirren des Krieges und der Folgezeit. Nach letzten Kenntnissen wurde es durch einen reichen Warschauer gekauft und wird saniert.

 

Borken - Borki, Ostpreussen, Polen

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Boyden - Bajdy, Ostpreußen, Polen

Der kleine Ort Boyden liegt ca. 4km nordwestlich von Zalewo (dt.: Saalfeld) im ehemaligen Kreis Mohrungen (poln.: Morag). Der Erbauer des Schlosses ist unbekannt. Im Jahr 1917 kaufte das Anwesen ein Erich Edler von der Planitz. 1928 verkaufte die Familie von der Planitz das Schloss an die Ostpreußische Landgesellschaft und zog nach Berlin. Das Schloss kaufte später der Rechtsanwalt Kurt Sender aus Saalfeld. Er wohnte bis 1936 hier bis er das Schloss an den Staat verkaufte. Daraufhin wurde in dem Schloss eine Schule des „Bundes Deutscher Mädchen“ (BDM) eingerichtet. Mit Beginn des II. Weltkrieges wurde das Schloss als Unterkunft für Soldaten genutzt. Zum Kriegsende wurde das Anwesen als Wehrertüchtigungslager genutzt. In der Nacht vom 20. Januar wurde das Schloss vor der herannahenden Front verlassen. Soldaten der russischen Armee setzten das Schloss in Brand. Die Reste des Gebäudes wurden später abgetragen und die Steine angeblich für den Wiederaufbau von Warschau verwendet.

 

Cadinen, Kadinen - Kadyny, Ostpreussen, Polen

Der Ortsname Cadinen des Ortes in der Gemeinde Tolkmicko (dt.: Tolkemit) geht wohl zurück auf den Namen einer prußischen Fürstentochter Cadina. Nach ihr wurde die Gegend bei Elbing (poln.: Elblag) benannt. Um 1253 entstand das Gut Cadinen als Versorgungshof des Deutschen Ritterordens. 1432 erfolgte die Verpfändung an die Familie Baysen und das Gut blieb bis 1503 im Besitz der Familie. Danach wechselnden vielfach die Besitzer. Im 17. Und 18. Jh. war Cadinen im Besitz der Familie von Schlieben, die auch ein Gutshaus auf Grundmauern aus der Ordenszeit erbauten, das den Kern des heutigen Gebäudes bildet. 1787 erwarb Wilhelm Friedrich Karl Graf von Schwerin das Anwesen. Er ließ das Gutshaus und den Park renovieren und erweitern. Wegen finanzieller Schwierigkeiten verkaufte er das Gut an Fraunburger Domherren Mattey. Danach erfolgte erneut ein mehrfacher Besitzerwechsel. 1898 erscheint Kaiser Wilhelm II. als Besitzer, der das Gut als Sommerresidenz nutzte. Nach Abdankung des Kaisers versank das Anwesen im Dornröschenschlaf bis 1941. Dann wurde es durch den Enkel des Kaisers Prinz Louis Ferdinand übernommen und bis 1945 bewirtschaftet. Am 25.1.1945 floh die Familie über das Frische Haff unmittelbar vor der Eroberung durch die russische Armee. Nach dem Krieg wurde das Schloss als Verwaltungs- und Repräsentationsgebäude eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebes genutzt. Nach der Wende 1990 kaufte ein amerikanischer Investor das Anwesen, der historische Details aus dem Schloss entfernte und nach zwei Jahren den Besitz aufgab. Danach erfolgte die Nutzung als Hotel durch englischen Besitzer, der jedoch Konkurs ging. Aktuell befindet sich erneut ein Hotelbetrieb in dem Schloss.

 

Döhlau - Dylewo, Ostpreussen, Polen

Unweit von Osterode (poln.: Ostroda) lag das ehemalige Gut Döhlau, einst eines der schönsten Anwesen Ostpreußens. Bereits im 14. Jh. bestand hier ein Rittergut. Lange Zeit gehörte der Besitz der Familie Finck von Finckenstein und ging später an den Gerichtsdirektor Johann Heinrich Kern. 1860 kaufte Doris Rose von Schwerin in Mecklenburg das Gut und es verblieb bis 1945 im Besitz der Familie. Mitte des 19. Jh. wurde auf dem Gelände ein Herrenhaus im spätklassizistischen Stil erbaut. Das Haus enthielt eine bedeutende Sammlung an Kunstgegenständen, die ständig erweitert wurde. Der Platz reichte bei weitem nicht mehr aus, so dass der Zentralbau 1905 durch Kieler Architekten Friedrich Paulsen um zwei mächtige Seitenflügel erweitert wurde. Zum einst modernen Gut gehörten Wirtschaftsgebäude, eine Brennerei, eine Molkerei, ein Sägewerk, eine Ziegelei und weitere Einrichtungen. Das Gut war berühmt durch seinen ausgedehnten Landschaftspark, der durch den bekannten Landschaftsarchitekten Johann Laraß zwischen 1879 und 1893 angelegt wurde. Zu dem Park gehörten u.a. ein Teich mit kunstvoll gestalteter Insel, Brücken und künstlichen Grotten. Der Besitzer Franz Rose (1854 – 1912) förderte auf dem Gut junge Bildhauer und Grafiker. Die letzte Eigentümerin war bis 1945 Ursula von Rose. 1945 wurde der Hauptbau zerstört und nur die Seitenflügel blieben erhalten. Der einst prachtvolle Park ist heute verwildert. Die Anlage befindet sich in Gemeindebesitz. In den erhaltenen Gebäuden befindet sich eine Schule.

 

Dombrowken, Eibenburg - Dabrowka Nowa, Ostpreussen, Polen

Nördlich von Wegorzewo (dt.: Angerburg) nahe der Grenze zum russischen Kaliningrad liegt das einstige Gut Dombrowken. Das Gut existiert bereits seit dem 16. Jh. Das Herrenhaus wurde aber erst 1862 im klassizistischen Stil von Dr. Voight aus Königsberg (russ.: Kaliningrad) als Freizeitdomizil erbaut. Nach dem II. Weltkrieg wurde das Gebäude als Verwaltungssitz eines staatlichen Betriebes genutzt. Der Betrieb in den 1990er Jahren pleite und seitdem verfällt der Bau zusehends.

Dönhoffstädt - Drogosze, Ostpreussen, Polen

Auf halbem Weg zwischen Korsze (dt.: Korschen) und Barciany (dt.: Barten) befindet sich die immer noch imposante Anlage des Schlosses Dönhoffstädt. Auch Teile des barocken Gartens sind noch erhalten. Ursprüngliche befanden sich im Park diverse Statuen, Gartenhäuschen, Brücken und sogar ein kleiner Wildpark. Im Park sollen sogar Überreste einer prußischen Siedlung zu finden sein. Dönhoffstädt war eine der drei größten Residenzen Ostpreußens. Der Ort existierte bereits in der Mitte des 14. Jh. als Groß Wolfsdorf. Das Gut selbst war ab 1477 im Besitz der Familie Rautter. Ende des 16. Jh. erfolgte der Bau eines Gutshauses im Spätrenaissancestil. Das Gutshaus brannte 1690 vollständig ab. Durch Heirat der Witwe von Albrecht von Rautter mit Ernst Magnus von Dönhoff (1581-1642) erfolgte der Übergang des Besitzes in die Familie Dönhoff, die ursprünglich aus Westphalen stammte. Boguslaw Friedrich Dönhoff baute 1710-1714 das Barockschloss, um ein ebenbürtiges Anwesen zum Schloss Friedrichstein seines Bruders Otto Magnus Dönhoff zu erschaffen. Er Gab dem Gut den Namen Dönhoffstädt, bis 1945 bestand aber auch noch der Ortsname Groß Wolfsdorf. Architekt des Schlosses war vermutlich John Collas nach dem Vorbild Jean de Bodts, dem Architekten von Schloss Friedrichstein. 1766 wurden dem Zentralbau schmalere Seitenflügel hinzugefügt. Das Ensemble ist bis heute fast unverändert erhalten. Das einzigartige Schloss enthielt Empfangsräume, eine Schlosskapelle und ein Theater. Der Bau ist angeblich 100 Meter lang und 22 Meter hoch. Die Anzahl der 7 Stufen am Eingang, die 12 Schornsteine, die 52 Zimmer und 365 Fenster sollen die Anzahl von Wochentagen, Wochen, Monaten und Tage im Jahr wiederspiegeln. Nach dem Tod von Stanislaus Otto Dönhoff übernahmen weibliche Erben das Regime. Zunächst ging die Verwaltung an Gräfin Angelika Dönhoff, die viele Modernisierungen vornahm und auch den Landschaftspark verschönerte. Durch Vererbung ging der Besitz an die Nichte Gräfin Marianne Stolberg-Wernigerode, deren Familie bis 1945 das Gut bewirtschaftete. Eine erhaltene Kapelle mit symbolischen Särgen erinnert an die letzten Besitzer der Familie Dönhoff. Das Schloss beherbergte viele Sammlungen an Büchern, Porzellan, Möbeln und Gemälden, die über Jahrhunderte zusammengetragen wurden. Nur ein winziger Teil davon ist noch im Museum von Allenstein erhalten, der Rest wurde im II. Weltkrieg geplündert. Im Schloss sind jedoch noch originale Stuckarbeiten und Öfen erhalten. Nach 1945 bis 1991 befand sich auf dem Anwesen ein Schulungszentrum für Landwirte, die auch die Parkanlagen leidlich in Ordnung hielten. Seitdem Aus der Schule in den 1990er Jahren werden Investoren gesucht. Die Sanierung des Schlosses benötigt erhebliche Geldmittel, die offenbar keiner aufbringen kann oder will. Heute befindet sich Dönhoffstädt in Privatbesitz aber auch derzeit sind keine Sanierungsmaßnahmen zu erkennen. Das Gelände ist nicht öffentlich zugänglich.

 

Dosnitten - Dzisnity, Ostpreussen, Polen

Das ca. 5 km südwestlich von Rychliki (dt.: Reichenbach) entfernt liegende ehemalige Rittergut bestand schon zur Ordenszeit. Ende des 19. Jh. war das Gut im Besitz der Familie des Freiherrn von Restorff. Seit den 1920er Jahren bis 1945 gehörte des Gut der Familie Frankenstein. Das Gutshaus aus dem Anfang des 20. Jh. stammende Gutshaus mit Walmdach wurde in L-Form angelegt und ist bis heute recht gut erhalten. Selbst Reste des Gutsparkes sind noch erhalten.

 

Eichmedien - Nakomiady, Ostpreussen, Polen

Ein gelungenes Beispiel für den Erhalt und die Restaurierung ehemaliger Gutshäuser ist das Herrenhaus von Eichmedien. Die Wurzeln des Ortes reichen bis in die Ordenszeit zurück. Das Herrenhaus entstand im holländischen Barockstil jedoch erst im Auftrag der Familie Hoverbeck Anfang des 18. Jahrhunderts vermutlich durch den Umbau eines weitaus älteren Gebäudes. Hinweise auf die Vorgeschichte des Hauses finden sich in den Kellergewölben. Bis heute werden geheime Gänge unterhalb der Gemäuer vermutet. 1789 wurde das Haus an Friedrich Redecker verkauft. Das Haus wird durch einen schönen Park mit altem Baumbestand umgeben. Auf dem Gelände findet sich auch eine alte, aus roten Ziegeln erbaute Grabkapelle. In der Krise in den 1920er Jahren verkaufte Familie Redecker das Gut an die Familie Görtz, verblieb aber als Verwalter auf dem Gut. Der letzte Eigentümer Paul Gerhardt Goertz ist seit 1945 verschollen. Nach dem II. Weltkrieg wurde das Haus als Lager, als Wohnunterkunft von Angestellten einer Genossenschaft und als Kindergarten genutzt. Nach der Wende in den 1990er Jahren verfiel das Haus zusehends. Erst Ende der 1990er Jahre wurde das Haus durch private Hände gekauft und liebevoll saniert. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Hotel und Tagungszentrum. Unweit des Hauses liegt eine kleine Töpferei. Diese Werkstatt hat sich auf die Nachbildung von alten Kachelöfen aus ehemaligen Gutshäusern spezialisiert. Als ein schönes Andenken kann man hier kleine Kopien derartiger Öfen erwerben.

 

Frögenau -Frygnowo, Ostpreussen, Polen

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